Der neue Kolonialismus in Afrika und die Klage über "Migration".

Die europäischen Länder prägen immer noch das Leben von Millionen von Afrikanern und bestimmen ihre Gegenwart und Zukunft.

Von den 67 Staatsstreichen in 26 afrikanischen Ländern in den letzten 50 Jahren fanden 61 Prozent in ehemaligen französischen Kolonien statt. Fünfzig Prozent der Währungsreserven von 14 afrikanischen Ländern sind noch heute vollständig unter französischer Kontrolle. Frankreich zieht jährlich Milliarden von Euro in Form von "Reserven" aus Afrika ab und leiht ihnen einen Teil des Geldes zu marktüblichen Preisen zurück.

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Die europäischen Länder, vor allem Frankreich, ziehen das Beste aus Afrika heraus und beschweren sich über das, was zurückbleibt. Europa reagiert darauf, indem es sich auf die letzten Glieder in der Kette konzentriert, also auf die “Migrationskrise” in Europa, und vergißt die hausgemachten Probleme in den Herkunftsländern.

Postkoloniale Besitzungen

Europa hat sich postkoloniale Besitzungen in Afrika aufgebaut. Viele der Abkommen, die geschlossen wurden, sind schädlich für die lokale Bevölkerung, weil sie schwache Volkswirtschaften einem unfairen Wettbewerb aussetzen, die den Handel zwischen den afrikanischen Nationen ausbremst. Dadurch werden die Länder noch abhängiger.

Versuche zur Selbständigkeit wurden torpediert.

2014 wurde das Abkommen zwischen der EU und ECOWAS über Waren- und Entwicklungsabeit abgeschlossen, was die Länder zu De-Facto “postkoloniale Besitzungen” degradiert. Diese Länder sind verpflichtet 50% der Devisenreserven von französischen Finanzministerium kontrollieren zu lassen. Die lokale Währung der CFA Franc von 14 Ländern ist international nicht handelbar; die Länder sind somit vom den meisten internationale Finanzmärkten ausgeschlossen. Die Schaffung einer eigenen Währung, des ECO, scheiterte. Viele afrikanische Führer von Gadaffi bis Olympio in Togo versuchten eine gemeinsame Währung mit eigener Finanz- und Währungskontrolle zu schaffen. Fast alle wurden getötet oder gestürzt, kurz bevor sie zur Tat schreiten konnten.

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Raubzug

Der Anstieg der Migration seit Ende der 90er Jahre geht zeitgleich mit einem Raubzug europäischer Länder und Konzerne in Afrika einher, die auch unter dem Vorwand von korrupten Regierungen Waffen lieferten und so die Region destabiliserten.

Statt sich dem grundlegenden Problemen der Migration zu widmen, formiert sich in Europa eine Allianz gegen “Masseneinwanderung”, die vorgibt ihre Völker und Grenzen verteidigen zu müssen.

Europa greift an

Aber Europa verteidigt sich nicht, sondern es greift an, wirtschaftlich und politisch; also ohne die Nebenwirkungen die ein heißer Krieg mit sich bringt. Mit dem Fokus auf die “Masseneinwanderung” kann von den Problemen, die die hauptsächlich europäischen Unternehmen, Geschäftsleute und Regierungen verursachen, abgelenkt werden.

West Afrika Leaks

Die "West Africa Leaks", die vom Internationalen Konsortium der Investigativen Journalisten (ICIJ) am 22. Mai veröffentlicht wurden, analysierte 27,5 Millionen Dokumenten und zeigt auf, wie Regierungen, Waffenhändler und Unternehmen, meist mit Hilfe von amerikanischen und europäischen Unternehmen jedes Jahr 50 Milliarden Dollar aus Afrika illegal herausziehen, 1/3 davon allein in Westafrika. So wurde im Dezember 2017 Shell und Eni wegen schwerer Korruption in Höhe von 1,1 Milliarden Doller in Falle eines Ölfeldes angeklagt.

Die Ursache der Migration liegt in Europa, aber nicht im Sozialsystem, sondern in der Wirtschaftspolitik.

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https://www.aljazeera.com/indepth/opinion/torpedoing-africa-complaining-migration-180817133759141.html

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