Die "Erfolge" der Dipl. Prof. Islam (FuF)

Ich bin immer wieder beeindruckt, welche Fachleute sich auf FuF zusammenfinden. Das ist ja auch gut so, denn die sozialen Medien leben vom Wissen der Crowd. Ob das allerdings immer so zielführend ist, steht auf einem anderen Blatt geschrieben.

So haben sich in den letzten Tage wieder die Islamwissenschaftler (FuF) zu Wort gemeldet und ich bin erstaunt, wie diese den Salafisten nach dem Munde reden, wie sie ihnen gar Argumentationsketten für ihre schändlichen Taten liefern.

Wäre ich überzeugter Moslem, den handfesteren Lösungsansätzen nicht verschlossen und von dieser, ach so materiellen westlichen Welt gar enttäuscht, so wäre nach dem Studium von FuF der Schritt ein gewalttätiger Salafist zu werden, nicht mehr weit, dann wäre ich fast davon überzeugt geworden, mich endlich zu engagieren.

Und ich kann mich des Eindrucks nicht verwehren, dass die Eskalationsspirale von diesen Dipl. Prof. (FuF) gezielt gesucht wird; wie sie sich mit den Islamisten gegenseitig die Bälle zuspielen. Wir sollten uns von dem Gedanken verabschieden, ihnen ihre Sorge ums christliche Abendland abzunehmen. Sie haben ihr Wissen lediglich aus den Universitäten der rechten Nischenpresse und plappern lediglich von dort nach; sie sind nur die willigen Helfer des globalen Destruktoren.

Und jetzt mal ganz ehrlich: Von der Bibel, bzw. deren Lehre haben sie genauso wenig Ahnung, auch wenn sie das Kreuz vor sich hertragen.

pixabay

Ich hab während meines Studiums einige Lektionen Juristik genossen und ich bin auch in der Lage zu jedem Komma, das in einer Durchführungsverordnung einer Verwaltungsvorschrift steht, eine dreiseitige Abhandlung zu schreiben. Das funktioniert auch tatsächlich, wenn ich eine entsprechende Zeit die Thematik studiert, die Sprache spricht und die Quelle, am besten im Original, kennt; wenn dem nicht so ist, dann sollte man doch besser nicht ganz so vehement und mit etwas Demut dem Thema nähern und auch in Betracht zu ziehen, dass man die philosophische Weisheiten nicht wie den Karottenbrei von Mutti eingelöffelt bekommen hat.

Ich merke das, wenn ich für euch hier mal nen Blog über englisch-sprachigen Artikel schreibe. Da gibt’s so manches Wort das 25 verschiedene Bedeutungen hat, die man im Kontext und nicht als reine Buchstabenfolge ansehen muss. Ich bemühe mich da schon, für euch die Bedeutungen tatsächlich rüber zu bringen.

Englisch ist eine Sprache aus unserem Kulturkreis. Welchen Hintergrund muss ich haben, wenn es um eine Sprache außerhalb unseres Kulturkreises geht. Ich spreche auch ein paar Sätze Türkisch, für ein bisschen Smalltalk reicht es, aber ich würde mir nie anmaßen, einen Zeitungsartikel verstehen zu können.

Wie erst muss ich in die Materie eingetaucht sein, damit ich mir erlauben kann, ein Arabisch das vor 1400 Jahren aufgezeichnet wurde, auch nur annähernd verstehen zu können; zumal dieses bislang noch nicht authorisiert übersetzt wurde; und damit gar noch politische Agitation betreiben? Natürlich ist es gut, wenn man sich den Koran auch in der eigenen Muttersprache durchliest; aber dann einzelne Worte zu zerpflücken, zu definieren und daraus Mordanklagen zu formulieren, ist doch sehr vermessen und sagt eher was über den Autor, denn über den Koran was aus.

All die Dipl. Prof. (FuF) in Islamwissenschaften stimmen überein, dass der Koran in seiner ursprünglichen Form erhalten ist und die Übersetzungen ins Deutsche von vereidigten Dolmetschern ohne eigenes Interesse erfolgen. Mit diesem Vorurteil muss ich leider aufräumen.

Der Koran in der heutigen Form besteht erst seit 1924; erst vor knapp 100 Jahre wurde seine „endgültige“ Form und Schreibweise festgelegt.

Ich zitiere aus dem Link:

„Die frühesten Koranmanuskripte aus dem 7. Jahrhundert enthielten keine Vokalzeichen und auch nicht alle diakritischen Punkte, mit denen sich die verschiedenen Konsonanten im Arabischen unterscheiden lassen. Sie lieferten daher lediglich ein Textskelett (arab. rasm) als Gedächtnisstütze, das erst durch das Rezitieren (arab. qaraʾa: davon leitet sich das Wort qurʾān ab) lebendig wurde. Dabei gab es im Mittelalter sieben verschiedene, alle als theologisch gleichwertig anerkannte Lesarten. Noch vielfältiger waren die unterschiedlichen Interpretationen: Mit seinen unerschöpflichen Deutungsmöglichkeiten wurde der Koran als ein „gewaltiges Meer“ gefeiert, „in dem man nie auf Grund stößt und nie durch ein Ufer zum Halten gebracht wird“ (Ibn al-Djazari, 1350–1429). Als die Azhar-Universität 1924 den Koran als heute maßgebliche Ausgabe in einer der sieben überlieferten Lesarten vollvokalisiert druckte, wurden die vormodernen weiten Bedeutungsfacetten des Korantextes eingeschränkt – und durch absolute islamistische Auslegungen weiter verengt.“

„Die Art und Weise, wie sich Salafisten einzelne Formeln aus dem hochkomplexen Korantext aneignen, ist ein Phänomen der Moderne. Um es zu verstehen, brauchen wir soziologische, politikwissenschaftliche und zeitgeschichtliche Analysen über die Weltordnung nach 1945 und 1989 sowie den Blick auf gesellschaftliche Ausgrenzungen und fragile Männlichkeiten.“

Wen es interessiert, der kann in dem Artikel auch nachlesen, dass die Verschmelzung von Staat und Religion eben kein islamgeschaffenes Konstrukt, sondern nur die Nachfolge des christlich-römischen Modells ist und wie der Islam das antike Erbe bewahrte bis Europa aus dem mittelalterlichen Kulturschlaf erwachte und über den Islam wieder zum antiken Erbe zurückfand.

Und so ist, welch ein Erstaunen, auch die salafistische Auslegung des Koran kein Alter Hut sondern ein Bund Brennnesseln, der von den Herrn Dipl. Prof. (FuF) kräftig gehegt, gepflegt und gedüngt wird. Dass nun die Dipl. Prof. (FuF) sich der Koranauslegung widmen, dabei aber lediglich des Wissenssschatz eines Dorfstammtisches zu Grunde legen, dient einer friedlichen Lösung dieses globalen Kulturkonfliktes in keinem Falle, nein es trägt gar mit zur Radikalisierung auf beiden Seiten bei.

Hier könnt ihr weiter lesen:

http://geschichtedergegenwart.ch/welcher-islam-zum-islam-in-feuilleton-und-forschung/

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G. Szekatsch

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