......am 6. Dezember, im Jahr 1990 starb Amadeu Antonio nachdem er 11 Tage zu vor Neonazis ins Koma geprügelt wurde - weil er schwarz war – weil er aufgrund seiner Hautfarbe zur Zielscheibe Rechtsextremer wurde.

Er war eines der ersten von heute fast 200 Todesopfern rechter Gewalt seit der Wiedervereinigung.

Das Gedenken an ihn ist unser Ansporn für den täglichen Einsatz gegen Rassismus, Antisemitismus und Rechtsextremismus.

Die Amadeu Antonio Stiftung will das Gedenken an ihn hoch halten und setzt sich in seinem Namen für eine offene und demokratische Gesellschaft ein, die keinen Platz lässt für Menschenverachtung.

Der gebürtige Angolaner war der Älteste von 12 Geschwistern und wurde am 12. August 1962 in der Stadt Quimbele geboren. Seine Freunde und Freundinnen beschreiben ihn als aufgeschlossenen und ruhigen Menschen, der die Musik liebte. Amadeu Antonio absolvierte mehrere Ausbildungen, unter anderem in Schweden und Portugal, bevor er 1987 als Vertragsarbeiter in die DDR kam – gemeinsam mit 103 weiteren Personen aus Angola. Er kam mit dem Traum nach Deutschland, Flugzeugtechnik zu studieren. Dieser Wunsch wurde ihm jedoch von der DDR-Verwaltung nicht gestattet. Stattdessen wurde er, wie zu dieser Zeit viele ausländische Vertragsarbeiter, zum Fleischer ausgebildet.

Amadeu Antonio fand seine neue Heimat in der Brandenburgischen Stadt Eberswalde – einer Hochburg der Rechtsextremen. Er arbeitete in einem Schlacht- und Verarbeitungskombinat und wollte sich eine langfristige Perspektive in der Stadt aufbauen, eine Familie gründen. Die Ankunft wurde ihm jedoch von der Verwaltung erschwert: die Vertragsarbeiter mussten in gesonderten Wohnhäusern wohnen, abgeschirmt von der restlichen Bevölkerung. Kontakte zu Einheimischen waren unerwünscht, in den örtlichen Gaststätten waren die „Ausländer“ nicht gerne gesehen.

Am 24. November 1990, in der rassistischen Pogromstimmung, die unmittelbar nach der Wiederverinigung herrschte, zog eine Gruppe Rechtsextremer in Eberswalde umher, um „Neger zu klatschen“ – wie ein Angeklagter später vor Gericht aussagte. Die 50-60 Personen hatten die Gaststätte „Hüttengasthof“ zum Ziel – einer der wenigen Orte, an dem sich die ausländischen Vertragsarbeiter ungestört treffen konnten. Schon auf dem Weg dorthin brüllten die Neonazis rassistische Parolen wie „Deutschland den Deutschen, Ausländer raus“ oder „Neger verpisst euch“.

Amadeu Antonio war an diesem Abend Gast des Lokals, zusammen mit zwei Männern mosambikanischer Herkunft und zwei weißen Frauen. Die Polizei, die über das Treffen der Neonazis informiert war, empfahl dem Gastwirt des „Hüttengasthofs“ sein Lokal an jenem Abend zu schließen.

Als der Gastwirt die Gruppe hinaus bat, lief sie dem aufgepeitschten Mob der Neonazis direkt in die Arme. Die Neonazis, bewaffnet mit Zaunlatten und Baseballschlägern, fingen sofort an auf die Gruppe einzuschlagen. Amadeu Antonios Begleitung konnte schwer verletzt fliehen – er selbst jedoch nicht. Rund zehn Personen verfolgten ihn und schlugen ihr wehrloses Opfer brutal zusammen. Selbst als Amadeu Antonio bereits am Boden lag, ließen die Angreifer nicht von ihm ab. Einer sprang ihm mit beiden Füßen auf den Kopf. Erst als ein Bus vorbeifuhr stoppten die Neonazis den Angriff und ließen ihr Opfer regungslos zurück. Amadeu Antonio erlangte nie wieder das Bewusstsein. Nachdem er 11 Tage im Koma lag, starb er am 6. Dezember 1990 an Multiorganversagen. Eine unmittelbare Folge des Angriffs.

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rahab

rahab bewertete diesen Eintrag 07.12.2019 01:40:17

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