"Klimawandel-Leugner sind besonders obrigkeitshörig."

Das ist Tenor einer Studie an der Universität Uppsala in Schweden. Ich bin auch erst mal etwas gestolpert, als ich es las, denn meine Erfahrungen auf FuF lehren mich, dass die schärfsten Leugner des Klimawandels nicht besonders viel mit der Obrigkeit in unseren Staaten am Hut haben.

So sind es doch Menschen mit hoher "sozialer Dominanzorientierung" (SOD) die den menschengemachten Klimawandel ungeachtet aller wissenschaftlicher Beweise leugnen. Solche Menschen befürworten autoritäre Hierarchiestrukturen, haben ein stärkes Dominanzverhalten, eine höhere Aggressivität, niedrigere Empathie, geringere Offenheit und ein übersteigertes Vermeidungsverhalten.

Dann ließ ich die bisherigen Verlautbarungen "unserer" Klimawandelleugner Revue passieren und fand eine erstaunliche Parallele zwischen vielen von ihnen: Fast jeder "unserer" Klimawandelleugner hat irgendwann einmal erklärt, dass er, so oder anders forumliert, früher fest zur Gesellschaftsordnung stand oder gar Teil des Systems war, von diesem aber so enttäuscht wurde, dass er nun "dagegen" ist.

Kombiniert mit den o.g. Eigenschaften ergibt sich daraus eine "negative Obrigkeitshörigkeit" die sich darin äußert, dass jeglicher Bereich und jegliche Verlautbarung des gegenwärtigen Systems abgelehnt wird und statt dessen; darin liegt die Krux; den Antagonisten vollstes und Vertrauen geschenkt wird.

So hat sie die Enttäuschung über das eine System kritiklos in die Hände des anderen Systems getrieben, welches sie nun mit derselben Vehemenz verteidigen.

Die Prädikate "kritisch" und "selbstbestimmt denken" sind nur vorgeblich angenommen. Grundlage ihres Verhaltens und ihrer Argumentation sind nun alle Informationsquelle die "dagegen" sind; egal ob sie von der Großindustrie, wie in einem Beispiel von Exxon Mobil, finanziert wird; ob sie durch augescheinlich gefälschte Quellen von AfD, der FPÖ, Putins Trollen oder einfach durch gedruckte Worte in rechten Wahlprogrammen propagiert werden.

Sie haben lediglich die Obrigkeit gewechselt und werden auch dieser bis weit an den Abgrund vielleicht auch darüber hinaus folgen.

Quelle: http://www.spektrum.de/news/persoenlichkeit-laesst-menschen-klimawandel-leugnen/1425360

Auszug:

Persönlichkeit lässt Menschen Klimawandel leugnen

Besonders hierarchiegläubige Personen möchten vom Klimawandel nichts wissen, zeigen Sozialpsychologen - vielleicht schon deshalb, weil sie sich falsch angesprochen fühlen.

Die Persönlichkeit eines Menschen bestimmt auch über seine Tendenz zu politischen Lagern und Entscheidungen und prägt seine Vorteile, wie Sozialpsychologen seit Langem betonen......

Sie finden Belege dafür, dass vor allem Menschen mit hoher "sozialer Dominanzorientierung" (SOD) – einem besonderen Persönlichkeitstypus – häufiger als andere die menschengemachte Klimaerwärmung ungeachtet aller wissenschaftlichen Beweise leugnen.

.....

Womöglich liege eine Erklärung darin, dass die Folgen des Klimawandels häufig im Kontext mit Gerechtigkeitsfragen diskutiert werden – also etwa thematisiert wird, dass die Industriestaaten die Erwärmung hervorrufen und die armen Länder am meisten darunter leiden. Solche Zusammenhänge würden Menschen, die die vorherrschende Ordnung von Arm und Reich eher akzeptieren sowie eine Umverteilung ablehnen, wenig beeindrucken.....

(aus Robbys Archiv)

http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0191886916302732

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