Marine Le Pen, die Vorsitzende des Front National in Frankreich, wurde diese Tage mit einer Zustimmung von, sage und schreibe, 100% zur Vorsitzenden ihrer Partei wiedergewählt. Nicht, dass das Wahlergebnis auf ihre „geniale“ Politik zurück zu führen wäre. Diese Traumquote, die selbst Erich Honecker vor Neid erblassen lassen würde, kommt aufgrund eines Wahlsystems zustande, das auf sie perfektioniert ist:

Zunächst hat sie dafür gesorgt, dass sie alleinige Kandidatin ist, was schon mal eine hohe Zustimmungsquote verspricht. Dann nahm sie den abstimmenden Mitglieder die Möglichkeit handschriftlich einen eigenen Kandidaten zur Liste hinzu zufügen.

Damit auch auf dem Parteitag nichts in die Quere laufen konnte, mussten die Stimmzettel im Vorfeld schon ausgefüllt und übersandt werden. Egal was also auf dem Parteitag zu Sprache kam, es hatte keinen Einfluss mehr auf diese Wahl. Das war gut eingefädelt, denn als Überraschungsgast betrat Steve Bannon die Bühne, der eine Rede hielt, die nun bei den Delegierten doch nicht so gut ankam. Hier schon bereuten einige der Delegierten ihre Stimme für Le Pen, denn mit diesen Richtungswechsel hatten selbst die eingefleischtesten FN-Jünger nicht gerechnet.

Blieb ihr noch das Ergebnis endgültig zu frisieren, was sie tat. Ungültige Stimmen wurden nicht gezählt. Wodurch nur gültige Stimmen einer Liste auf der nur ein Kandidat stand gezählt wurden. Dass dann das Ergebnis bei 100% lag, ist allein schon mathematisch nachzuweisen. Ein Nachzählung erübrigte sich.

So geht braune Demokratie.

Dass sie auf diesem Parteitag den Posten des Ehrenvorsitzendes strich, war nur Randgeplänkel, wenn auch sie dadurch ihren Vater endgültig ins Aus beförderte.

Die größte Überraschung, bzw. das größte Geheimnis auf dem Parteitag wurde aber erst am Ende enthüllt: Sie beschloss im Alleingang den Namen des "Front National" zu ändern um den negativen Touch des Rechtsextremismus zu entkommen. Dass sie den neuen Namen vorher für sich behielt und nicht mal ihre engsten Vertrauten eingebunden hatte, spricht Bände über ihren Führungsstil. Hätte sie das lieber mal gemacht, dann wäre einer sicher auf die Idee gekommen, dass der neue Name eine echte Schnapsidee ist.

Der neue Name des Front National soll „Rassemblement National“ lauten. Übersetzt bedeutet das so viel wie „Nationale Zusammenschluß“…. und dieser Name hat einen historischen Vorgänger.

Eine Partei diesen Namens „Rassemblement National Poplaire“ war eine rechtsextreme Partei unter dem Vichy-Regime, die von 1941 bis 1945 für eine Kollaboration mit der Deutschen Besatzungsmacht eintrat. Sie vertrat sowohl Ideen des italienischen Faschismus wie auch des Neosozialismus.

Die Politik des RNP war deutlich faschistisch und vertrat sowohl eine antisemitistische wie auch rassistische Politik.

Das Symbol der RNP war eine Zusammensetzung mit Nationalsozialsistischen Symbolen, sicherlich nicht zufällig. Es ist eine umgekehrte Odalrune mit auffällig bekannten Haken an den Enden, eingefasst in einen roten Rahmen. Ich publiziere sie hier nicht, die Tagesschau hat sie gepostet:

Zufall? Versehen? Schlamperei? Nicht bei Marine Le Pen, die sonst alles bis in Detail plant.

Le Pen hat den Franzosen und Europa deutlich gezeigt, wessen Geistes Kind sie ist.

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