Nicht von mir, sondern von Tamdin Yangzom

Ich stamme aus einer Familie von tibetischen Nomaden, die in Tibet *drogpa* genannt werden. Meine Familie hielt mehr als 100 domestizierte Tiere, wie Yaks, Schafe, Pferde, Ziegeb und Dri. Ich möchte klarstellen: Viele Menschen sagen *Yak-Butter* und *Yak-Käse*, aber das ist ein Irrtum, denn das Yak ist männlich und gibt keine Milch. Das weibliche Yak wird Dri genannt. Also muss es *Dri-Butter* heissen.

Nomaden gibt es in alle drei traditionellen Regionen Tibets: U-Tsam, Kham und Amdo. Wir lebten in schwarzen Zelten aus Yak-Wolle. Ihr müsst wissen, wir lebten in einem she abgeschiedenen Platz. Unser Leben war einfach aber wir waren glücklich. Ich bin aus der Kham-Region und ich hütete die Schafe seit ich sechs war. Ich hatte viel Angst in den Wald zu gehen und ich weinte oft, weil meine Tiere in den Wald gegangen waren und ich Angst hatte, sie zu suchen.

Es ist dort, wo wir lebten, in Othog, ein grosser Wald. Das bedeutet, wir lebten dort im Winter. Gewöhnlich zogen wir im Laufe des Jahres an dfei verschiedene Orte. Wir zogen im Winter an einen warmen Ort und im Sommer hoch in die Berge.

Im Sommer wohnten dreissig oder vierzig Nomadenfamilien zusammen in einem kleinen Tal und jeweils zwei oder drei Familien sehr eng beieinander. Im Winter hielten wir die Tiere der verschiedenen Nachbarn nicht zusammen, denn dann sind die Tiere oft schwach und krank und brauchten extra Pflege. Im Winter ist es dort nicht wie in Indien, dort gibt es wenig Gras und viel Schnee; die Nomaden müssen härter arbeiten. Tatsächlich trockneten wir im Sommer Gras um es im Winter den Tieren zu füttern, aber es ist meist nicht wirklich genug und so fütterten wir nur die schwächsten Tiere.

Wir fütterten ihnen auch Weizen und Gerste. Einige Tiere hüllten wir auch in Decken um sie warm zu halten. Oft zog ich auch mit meinen Geschwistern los, um gute Weideplätze zu finden. Wir lebten oft mehr als einen Monat lang am Stück unter Bäumen.

Im Sommer wurde das Dri gemolken und wir machten Butter, Quark und Käse von der Milch. Wir waren glücklich, weil mehr als 10 Familien zusammen lebten und wir gegenseitig auf unser Vieh aufpassen konnten. Alle Hirten versammelten sich und pflegten die tibetischen traditionellen Tänze, Gesänge und viele andere schöne Dinge. Wir hatten auch Malwettbewerbe. Tatsächlich sind Nomadenkinder von der Bildung zum Lese und Schreiben abgeschnitten. Es gibt dort keine Schulen für sie. Aber sie lernen das traditionelle Leben, das Wisse zum Überleben und sie machen wunderbare Zeichnungen von unseren Tieren. Es gibt schöne flache Steine auf die gemalt werden kann. Wir brauchten kein Papier und keine Farbstifte. Die Mensche tragen unsere traditionelle Kleidung mit wertvoll geschmückten und bunten Stoffen.

Mein glücklichstes Leben war als Nomade und ich vermisse es wirklich. Leider ziehen im Moment viele Nomaden in die Städte. Die Chinesische Regierung gibt ihnen Geld, damit sie Häuser bauen und nötigt sie in die Städte zu ziehen. Auch bezahlen sie ihnen hohe Preise um ihr Vieh aufzukaufen. Die Chinesen versuchen, den nomadischen Lebensstil zu zerstören, sie wollen nicht, dass Nomaden weiterhin Tiere halten und so kaufen sie diese auf. Viele Nomaden sind in die Städte gezogen und haben ihr Vieh verkauft. Ich bin wirklich besorgt, dass die Nomaden verschwinden, weil wenn es keine Nomaden mehr gibt, dann ist das nicht mehr Tibet; denn Nomaden sind die Seele und die wirkliche Schönheit Tibets.

Ich möchte mit ganzem Herzen an die chinesische Regierung appelieren, den nomadischen Lebensstil nicht zu zerstören.

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Silvia Jelincic

Silvia Jelincic bewertete diesen Eintrag 20.09.2016 22:56:30

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