Traditionen kann man ändern, wenn mal will.

Seit über 300 Jahren findet alle fünf Jahre in Nepal das Gadhimai-Fest statt. Zu Ehren der hinduistischen Göttin Gahimai werden im Dorf Bariyarpur, je nach Quelle, zwischen 200.000 und 500.000 Tiere geopfert. Hunderttausende Wasserbüffel, Ziegen, Hühner und andere Tiere werden mit dem Knüppel oder durch Enthauptung getötet. Je mehr Tiere jemand opfert, desto gesonnener sei ihm die Göttin, so der Glaube.

Nein, die Videos, die im Netz davon berichten, verlinke ich nicht, die wollt ihr wirklich nicht sehen. Stattdessen gibts ein schönes Hundefoto aus Nepal.

Viele der Tiere werden über die Grenzen zu Indien geschmuggelt. Durch die Bemühungen von Tierschutzorganisationen ist es gelungen, auch die Behörden zu sensibilisieren. Der indische Grenzschutz versuchte, den Tierschmuggel nach Nepal zu unterbinden und war teilweise erfolgreich. Beim letzten großen Fest 2014 sind deshalb schon 70% weniger Tiere geopfert worden.

Der öffentliche Druck hatte Erfolg:

Die Gadhimai-Tempel-Verwaltung machte in der Folge bekannt, dass die Tieropfer beendet werden. Das nächste Gadhimai-Fest 2019 ist ohne Blutvergießen. Das Gadhimai-Fest 2019 wird ein „Fest des Lebens“. „Es ist an der Zeit, eine alte Tradition zu transformieren“ so der Tempelsprecher.

Einige der tief verwurzelten Grausamkeiten dieser Welt wurden lange im Namen der "Tradition" verteidigt. Das Gadhimai-Fest ist für das unermessliche Leiden von Nutztieren wie Rindern, Schafen und Ziegen stellvertretend – selbst Australien exportiert Millionen von Tieren für rituelle Handlungen um den halben Erdball. Auch Schweine, Truthähne und Gänse müssen ihr Leben für Traditionen -für unsere Tradionen- lassen. Stierkämpfe und Rodeos dienen nicht einmal religiösen Zwecken, sondern der reinen Unterhaltung.

So wird das Gadhimai-Fest ein Symbol der menschlichen Fähigkeit, die Welt besser zu gestalten und Tradition anzupassen. Es zeigt, dass die Menschheit in der Lage ist, trotz Wandel ihre Traditionen zu erhalten.

Es braucht Mitgefühl und Mut, sich über die Grausamkeiten zu erheben und zu erkennen, dass Traditionen die wir aus der Vergangenheit geerbt haben nicht unumkehrbar sind. Ob in den Tempeln im fernen Nepal bei uns zu Hause. Wir können alle wählen; wir müssen nicht verzweifelt an alten Traditionen festhalten, denn

Tradition ist nicht das Aufbewahren der Asche – es ist das Weitergeben des Feuers.

Der Kleine hier, der hats früh kapiert:

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lesespass

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berridraun

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