Vom Recht und der Pflicht zu arbeiten.

Wir haben ein Problem. Und dieses Problem ist zum System geworden: Menschen, die hier arbeiten wollen und sich bemühen, Fuß zu fassen, werden abgelehnt und verstoßen. Sie sind staatenlos, ohne Aufenthaltsgenehmigung und ohne Recht zu arbeiten oder die Stadt zu verlassen. Ein Zustand, den wir uns nur sehr schwer vorstellen können.

Es sind 8000 solcher Menschen in Berlin und 20.000 in Deutschland, lange nicht alle kriminell und sicherlich keine 140.000, wie auf Hetzplattformen immer wieder behauptet wird. Der ungeklärte Status dieser Menschen dauert ein ganzes Leben lang und wird an die Kinder vererbt; Kinder, denen jegliche Perspektive versagt bleibt. Der einzige Job, den sie legal ausüben dürfen, ist der im Knast. Ich habe euch unten die wahre Geschichte von Yehya und seiner Familie angehängt, ein Mann, der alles tat, um bleiben zu dürfen, aber er war nicht willkommen. Als er ein Blumengeschäft eröffnete, musste er dieses wieder schließen.

Menschen, die nichts haben dürfen und denen alles genommen wird, die werden in die Kriminaliätt gedrängt. Wovon sollen sie leben? Ungeachtet der langen Latte von Straftaten, die von dieser Gruppe verübt werden, kann es nicht sein, dass die ganze Volksgruppe pauschal kriminell bezeichnet wird, denn die meisten sind es eben nicht.

Wer mehr über sie erfahren will, dem leg ich diesen Link ans Herz:

http://www.deutschlandradiokultur.de/kriminalitaet-die-illegalen-geschaefte-arabischer-clans-in.1001.de.html?dram:article_id=354312

Ein Auszug aus dem Text über die Beschwernisse in ihrem Alltag:

....Yehya und seiner Familie: Sein Vater bekam viele Jahre in Deutschland keine Arbeitserlaubnis, ein Blumengeschäft musste er wieder schließen, die Familie lebt von Sozialhilfe. Yehya hat bis heute hier nur eine Duldung. Das heißt, er ist eigentlich ausreisepflichtig, die Abschiebung ist lediglich aufgeschoben. Sein Aufenthalt in Deutschland ist mit einer Duldung nicht rechtmäßig, aber auch nicht strafbar, solange die Duldung besteht. Weil solche Menschen in Deutschland in Konsequenz dieser Bestimmung sowieso keine Zukunft haben, durfte Yeyha als Einser Schüler kein Abitur machen, keinen Führerschein, als Berliner Meister im Boxen die Stadt nicht mal zu Wettkämpfen verlassen. Was dabei herauskommt sind Frust und Enttäuschung und die führen nicht selten in die Kriminalität. Jedenfalls in Neukölln, jedenfalls bei Yehya:

"Das war der Antrieb, diese Wut, dieser Hass, dieses ich schaff' das nicht, ich werde nicht akzeptiert in der Gesellschaft, ich kann tun was ich will, ich werde immer in einer Schublade liegen. Ich werfe Deutschland eins vor , auf der einen Seite verbietet man mir, Berlin zu verlassen, auf der anderen Seite sagt man, Du bist hier nicht willkommen, was ist denn das für ein widersprüchlicher Satz. Ich hoffe, dass da irgendwo hinter irgendeinem Schreibtisch irgendjemand sitzt, der da sagt, so, ey, den können wir eh nicht loswerden, den kann man nicht abschieben den Typen und ich habe keinen Bock, dass der von meinem Steuergeldern lebt, gebe ich dem so eine Scheiß Aufenthaltserlaubnis, damit er arbeitet."

Bis heute ist der einzige Ort, wo Yehya legal arbeiten darf, der Knast. Immer noch haben mehrere tausend Menschen aus Familien, die in den 90er Jahren nach Berlin kamen nach wie vor nur eine Duldung. In Yehyas Familie hat inzwischen jeder einen anderen Aufenthaltsstatus. Yehya sollte aufgrund seiner kriminellen Karriere bereits mehrmals abgeschoben werden, eine fast lächerliche Drohung, sagt Christian Stahl, der über Yehya und seine Familie einen Dokumentarfilm gedreht und ein Buch geschrieben hat:

"Aber man kann sie nicht abschieben. Wohin denn? Der Libanon nimmt sie nicht zurück, Palästina gibt es nicht, wohin willst du die Jungs denn abschieben? Das sind deutsche Jungs, das sind deutsche Kriminelle, wir haben die auch versaut. Was kann Beirut dafür, dass Yeyha in Berlin kriminell geworden ist?"

Yehya, der im Alter von drei Wochen nach Berlin kam und seitdem nie woanders war, schon gar nicht in Beirut:

"Natürlich bin ich Deutscher, ich fühle mich so und ich bin so und bin hier großgeworden. Das ist 'ne Frage, als ob man mich fragt, bist Du ein Mensch. Für mich ist das schon provokant die Frage."

Yehya ist kein Deutscher und aufgrund seines Strafregisters will Deutschland auch nicht, dass er einer wird. Er gilt als staatenlos. Dennoch ist Yehyas Vater Deutschland immer noch dankbar, dass die Familie hier sein kann. Niemals hat er in Berlin auch nur eine Ordnungswidrigkeit begangen:

"Ich weiß nicht, warum es so ist, die Kinder, machen nur was im Kopf, hören nicht für uns, hören nicht für andere, nur hören für die schlechten Leute von der Straße. Ich bin seit 17 Jahren hier, habe ich keine kleine Problem, habe ich keine U-Bahn Strafe. Ich weiß nicht, warum meine Kinder immer Scheiß machen."......

..........

Alles also einfach nur Opfer? Nein, Mitleid sei fehl am Platze sagt Christian Stahl. Kriminelle wie Yehya könne man nicht entschuldigen. Aber Deutschland müsse endlich vernünftige Rahmenbedingungen schaffen, damit sich Karrieren wie die von Yehya nicht mit den vielen tausend neuen Flüchtlingen und ihren Kindern wiederholen:

"Du musst nicht kriminell werden, bloß weil du Flüchtling bist, so, Punkt. Nicht der Staat ist schuld an Yehyas Taten, sondern Yehya. Man muss das nicht tun. Niemand muss verhungern, niemand muss wirklich leiden in Deutschland, es geht allen gut. Auch Flüchtlingen aus den 90er Jahren. Aber es gibt einen Grund, warum sie Täter geworden sind. Wenn wir verhindern wollen, dass die jüngeren Brüder und die Kinder dieser Intensivstraftäter, dieser Gangster von Neukölln die nächste Generation von Gangstern werden, die nochmal viel schlimmer sein werden, dann haben wir richtig Probleme in Deutschland, da müssen wir verdammt viel ändern. Ganz klar auch sagen stopp, hier sind die Grenzen, du bist in Deutschland, benimm dich, aber auch du bist ein Deutscher."

Mit allen Pflichten und Rechten. Zum Beispiel dem Recht zu arbeiten und der Pflicht sich zu integrieren. Deutsche Sprache inklusive.

shutterstock/fishman64

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