Was in der Tundra passiert, geht uns alle an!

Wenn der Mensch Teile des komplexen, globalen Klimasystems zu stark verändert, droht das System zu kippen, und zwar irreversibel. Das Klimasystem hat mehrere "Kipp-Elemente":

- Schmelzen des arktischen und antarktischen Eises

- Rückgang des nördlichen Nadel-oder Lärchenwaldes

- Austrocknen des Regenwaldes

- Störung des indischen und westafrikanischen Monsuns

Ein weiteres Kipp-Element des Klimasystems sind tauende Permafrostböden.

pixabay

Erderwärmung taut den Permafrostboden auf.

Wo der Permafrost auftaut, verändern sich ganze Landschaften. Wälder und Tundra-Regionen versumpfen, Seen versickern, der Untergrund sackt ein oder legt sich in Wellen. Straßen reißen auf, Eisenbahnschienen verbiegen sich, Häuser neigen sich zur Seite, Häuser und Strassen stehen nur noch im Morast, haben keinen Halt mehr. Stützen von Ölpipelines geraten in Schieflage. Keine Szenen aus einem Science Fiction Film, sondern heute schon Realität.

Permafrost ist ein wichtiger C02-Speicher

Tauende Permafrostböden beschleunigen den Klimawandel. Denn in Permafrostböden sind große Mengen an Kohlenstoff, allein in Ostsibirien sind bis zu 500 Milliarden Tonnen Kohlenstoff gespeichert. Mikroorganismen zersetzen die Kohlenstoffverbindungen, die dabei erzeugte Wärme beschleunigt das Auftauen der Böden. Wo der Untergrund gut belüftet ist, entsteht Kohlendioxid - eine ernst zu nehmenden Folge der Klimaänderung. Die arktischen Dauerfrostböden in Sibirien und Nordamerika könnten riesige Mengen an Kohlendioxid freisetzen.

Fehlt aber Sauerstoff im Boden, bildet sich statt CO2 Methan, das ein zusätzlich erwärmender Klimafaktor ist.

Der Klimaumbruch verursacht Schäden.

In tauenden Permafrostböden verlieren Bäume ihre Stabilität und stürzen, in neu entstandenen Senken gehen sie wegen Staunässe ein. Waldbrände und Insektenbefall nehmen zu. Viele flache Gewässer, Moore und Sumpfgebiete trocknen aus. Immer öfter rutschen Hänge ab, Steinschlag in Gebirgen nimmt zu. Auch Rollbahnen auf Flughäfen, Öl- und Gasleitungen, Kohlegruben und Abfallhalden sind gefährdet, ebenso das Schienennetz der Transsibirischen Eisenbahn. Die Schäden zu beseitigen, wird enorme Summen verschlingen.

Bei Permafrost liegt die Bodentemperatur mindestens zwei Jahre in Folge bei Null Grad oder darunter. Weltweit ist rund ein Viertel der Landfläche - etwa 23 Millionen Quadratkilometer – Permafrostgebiet. Die großen Permafrostareale der Erde liegen in den Polargebieten mit den arktischen und antarktischen Tundren, in großen Teilen der borealen Nadelwaldgebiete.

Dazu zählen weite Teile Russlands, Kanadas, Alaskas und westliche Teile Chinas. In Europa kommt Permafrost nur in Hochgebirgslagen vor, in Deutschland ist die Zugspitze die einzige Permafrostregion.

Einer Studie des Alfred-Wegener-Instituts (AWI) zufolge ist die Temperatur von Permafrostböden zwischen 2007 und 2016 global um 0,3 Grad Celsius angestiegen. Der größte Anstieg wurde dabei in Sibirien beobachtet, wo der Temperaturanstieg teilweise fast ein Grad Celsius betrug.

Auch die überbordenden Tundrabrände sind ein dickes Indiz, dass der Permafrostboden als Kippelement bereits im Wanken ist, bzw. umgefallen ist. In Kanada ist der Permafrostboden bereits so weit aufgetaut, wie dies Forscher erst für 2090 erwartet haben.

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