Welches Risiko wollen wir eingehen?

Diese Tage ist es 50 Jahre her, dass die ganze Menschheit vor dem Fernseher sass und sich zum ersten Mal bewusst wurde, wie verletzlich die Erde und wie dünn die Atmosphäre ist. Sie erlebte dass wir auf einem winzig kleinen blauen Sandkorn inmitten eines lebensfeindlich und absolut tödlichen Weltall wohnen. Dieses winzige Sandkorn ist unser Leben. Wir können es nicht verlassen. Auch 50 Jahre nach dem ersten Schritt außerhalb dieses Sandkorn haben wir noch keinen Platz da draußen gefunden, an dem es auch nur im Ansatz möglich wäre, dort zu leben.

planetary societey

Wir stecken auf diesem Sandkorn fest, es ist unsere Gefängniszelle.

Wer käme schon auf die Idee seine Gefängniszelle anzünden, wenn er weiß, dass er nicht entkommen kann und wenn er weiß, dass da draußen kein Retter in der Not wartet, der ihn vor seiner Dummheit rettet?

Welches Risiko wollen wir eingehen, wenn es um unsere Erde, um unser Gefängnis geht?

Worst Case Szenario

Die Studie des australischen Thinktank „Breakthrough“

https://www.breakthroughonline.org.au/papers

beschreibt das Worst Case Szenario des Klimawandels. Dies ist keine Studie von Klimaforschern, sondern ist der Versuch einer Denkfabrik aufgrund vorhandener Studien mögliche Zukunftszenarien aufzuzeigen. Einer der Autoren kommt aus der Energiebranche und waren auch im australischen Kohleverband tätig.

Es muss nicht eintreten, es kann eintreten.

Sie beschreiben ein Szenario aus dem Jahr 2050 das nicht eintreten muss; das eintreten kann, wenn sich alle Faktoren gegen den Menschen verbünden und das früher oder später eintreten wird, wenn der Mensch so weitermacht wie bisher.

Die Folgen die sie aufzeigen sind so umfangreich und dramatisch, dass jeder Versuch unternommen werden muss, um diese zu vermeiden; so die Quintessenz der Studie.

Also, welchen Risiko wollen wir eingehen?

Fakt ist, dass sich die Erde bisher um gut ein Grad erwärmt hat. Wenn die Erkenntnisse und Empfehlungen des Pariser Klimaabkommens weiterhin ignoriert werden, könnte sich die Erde bis im Jahr 2030 um 1,6 Grad erwärmt haben. Aus Rückkopplungseffekten würden bis zum Jahr 2050 drei Grad Erwärmung eingetreten sein. Die Folgen wären:

Der Meeresspiegel ist um einen halben Meter gestiegen und könnte bis 2100 weitere zwei bis drei Meter steigen.

55 % der Weltbevölkerung und 35 % der Landfläche sind von mehr als 20 Tagen tödliche Hitze im Jahr ausgesetzt. Das kann ein Mensch nicht mehr überleben. Sie werden sich auf den Weg machen.

Wind- und Meeresströmungen werden sich verändern. Wetterextreme werden überall auf dem Globus auftreten. Trocken- und Regenzeiten werden sich verändern.

Die wichtigen Ökosysteme werden zusammenbrechen. In der Arktis taut jetzt schon der Permafrostboden in Rekordgeschwindigkeit auf, der Amazonasregenwald braucht derzeit keine die Klimaerwärmung um zu verschwinden.

Länder und Gegenden, die ihren Menschen keine gekühlten Lebensräume zur Verfügung stellen können, werden unbewohnbar. Es wird in Westafrika, Regionen von Südamerika, Nahost, Südostasien tödlichen Hitzewellen von 100 und mehr Tagen herrschen. Eine Milliarde Menschen wird ihre Heimat verlassen müssen.

Zwei Milliarden Menschen werden nur noch eingeschränkt Trinkwasser zu Verfügung haben.

Landwirtschaft wird in vielen Gegenden unmöglich.

Nahrungsmittel werden knapper, die Lebensmittelpreise steigen ins Unermessliche.

Fruchtbare Flußdelta, die oft Millionenmetropolen sind, wie Mekong, Ganges, Nil werden überflutet. Millionenstädte werden aufgegeben werden, weil sich diese Länder keinen Küstenschutz leisten können. Allein in Bangladesh werden 15 Millionen Menschen vertrieben.

Ganze Inselstaaten im Pazifik werden unbewohnbar.

Welches Risiko wollen eingehen?

In den schlimmsten Szenarien aber, schreiben die Autoren, „übersteigt das Ausmaß der Zerstörung unsere Fähigkeit Modelle zu berechnen, mit einer hohen Wahrscheinlichkeit, dass die menschliche Zivilisation endet.“

Der „Point of no return“ wird bald erreicht sein. Was die Migration von einer Milliarde Menschen für die Staaten, für die Gesellschaften, für die Menschheit bedeuten wird, können wir vielleicht erahnen, wenn wir die Situation von 2015 Revue passieren lassen. Eine Million Menschen haben Europa in eine institutionelle Krise gestürzt. Was wird dann die Flucht von einer Milliarde Menschen auslösen?

Es muss nicht eintreten, aber es kann eintreten.

Adrian Raftery von der Universität Washington hat berechnet, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass wir es schaffen, die globale Erwärmung unter zwei Grad zu halten. Sein Ergebnis: Die Wahrscheinlichkeit liegt bei fünf Prozent.

Wir zocken um unsere Zivilisation. Wollen wir dieses Risiko eingehen?

https://www.breakthroughonline.org.au/papers

http://nymag.com/intelligencer/2017/07/climate-change-earth-too-hot-for-humans.html?gtm=bottom

https://utopia.de/klimawandel-prognose-2050-142678/

https://www.ardmediathek.de/daserste/player/Y3JpZDovL2Rhc2Vyc3RlLmRlL3JlcG9ydGFnZSBfIGRva3VtZW50YXRpb24gaW0gZXJzdGVuL2Q3MTRkMjM3LWEzZTgtNDFlZS04NTZiLWI5YTllYTUxZTkzNA/?fbclid=IwAR1H8tCbNY-9b6a_vg4cjMg0KQowg2PsRu7rhRBPF92pX2-7QBeveKK9DzQ

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G. Szekatsch

G. Szekatsch bewertete diesen Eintrag 23.07.2019 11:00:58

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