Der Finanzmarkt im vergangenen Jahr boomte wie schon lange nicht mehr. Die großen Indizes wie Dow Jones und DAX beendeten das letzte Jahr mit so hohen Gesamtjahresplus wie sie zuletzt 2013 zu erleben waren. Es war ein aufregendes Jahr, in dem viel passiert ist. Wir wollen eine kurze Übersicht geben, in der die wichtigsten Begriffe aus der Finanzwelt, die das Jahr 2017 entscheidend geprägt haben, zusammengefasst sind.

Kryptowährung Bitcoin in aller Munde

Im Laufe des letzten Jahres gewann die Online-Währung Bitcoin immer mehr an Bedeutung. Das Zahlungsmittel, mit dem man im Internet komplett anonym verkehren kann, wurde zwar schon 2009 eingeführt, erlangte aber erst 2017 seinen wahren Aufschwung. Unglaubliche 2000 Prozent gewann die Bitcoin-Aktie im Dezember an Wert, beendete das Jahr jedoch „nur“ mit einem Plus von rund 1400 Prozent. Diese virtuelle Währung funktioniert genau wie andere Währungen auch. Der Unterschied ist, dass sie nur rein elektronisch existiert und keine Ausführungen in Form von Münzen oder Geldscheinen hat.

Die enorme Wertsteigerung des Bitcoins kann man so erklären, dass es von dieser Währung nur eine festgelegte Menge gibt, welche sich auf 21 Millionen Bitcoin beläuft. Aufgrund der aktuellen Beliebtheit, steigt die Nachfrage nach dieser Online-Währung, wodurch sich der Wert explosionsartig erhöht. Dadurch wurde 2017 viel mit der Kryptowährung, beispielsweise mit Hilfe von MetaTrader4, gehandelt. Bitcoins kann man entweder gegen andere Kryptowährungen, wie beispielsweise Ether traden, oder aber auch gegen US-Dollar oder Euro.

Ohne Blockchain kein Bitcoin

Wer von Bitcoin spricht und womöglich damit zudem Trades ausführt, dem ist der nächste Finanzbegriff ebenfalls bekannt: Blockchain. Dank ihr, braucht es keine Mittelmänner, um mit der Kryptowährung Geschäfte zu machen. Vom Prinzip her ist Blockchain eine Datenbank, welche vom selben Erfinder wie Bitcoin entwickelt wurde. Im Gebrauch lässt sich die Blockchain so vorstellen, dass bei jeder Transaktion ein neuer Eintrag gemacht wird. Einerseits lässt sich dadurch feststellen, was in dieser Transaktion gemacht wurde, andererseits welche Historie jener Eintrag hat. Diese Einträge können nicht gelöscht werden und machen die Blockchain aufgrund ihres mathematischen Nachverfolgungssystems fälschungssicher. Unterstützend dazu sind die Daten einer Blockchain verschlüsselt.

Angewendet werden kann Blockchain aber auch außerhalb des Finanzmarktes. Prinzipiell ist überall dort, wo mit Daten(banken) gearbeitet wird, eine Nutzung dieses betrugssicheren Systems vorstellbar.

FAANG dominieren die Märkte

Auf Platz drei der wichtigsten Begriffe der Finanzwelt von 2017 steht FAANG. Hierbei handelt es sich nicht um einen Rechtschreibefehler für den Imperativ von „fangen“, sondern um eine Abkürzung der Aktiengesellschaften Facebook, Amazon, Apple, Netflix und Google. Oftmals zählt man auch noch Microsoft dazu (FAANG+M). Die Aktien dieser Unternehmen ließen viele ihrer Konkurrenten blass aussehen und beherrschten die Märkte. Sie waren unter anderem auch der Grund dafür, warum es mit einigen Indizes, besonders dem technologielastigen Nasdaq 100-Index aus den USA, so bergauf ging. Die FAANG-Aktien sind sowohl bei individuellen Anlegern sehr beliebt, als auch bei großen Unternehmen, die bewusst mehr Geld in sie investierten, um auch die eigene Firma davon profitieren lassen zu können.

Crowdfunding in der virtuellen Welt: ICO

Das Initial Coin Offering (ICO), profan übersetzt „initiales Münzangebot“, prägte ebenfalls die letztjährige Finanzwelt und wird mit Sicherheit auch noch die folgenden beeinflussen. Es lässt sich von Initial Public Offering ableiten, welches den Börsengang eines Unternehmens beschreibt. Doch während man bei letzterem reale Firmenanteile kauft, legt man sein Geld bei ICOs in virtuelle Kupons bzw. Wertmarken an. Dieses System gibt Investoren die Möglichkeit, frühzeitig in eine Idee oder in ein Unternehmen zu investieren, bevor es überhaupt auf dem realen Markt verfügbar ist. Wird die Idee dann nach Markteinführung ein Erfolg steigt auch der Wert der Kupons. Da dank der Popularität des Bitcoins Kryptowährungen generell immer beliebter werden, findet das ICO besonders in diesem Bereich Anklang. Für Entwickler ist dies eine attraktive Form, ihre Projekte finanzieren zu lassen. 2017 wurden bereits über 180 Millionen US-Dollar in verschiedene ICOs investiert, was einer Steigung von knapp 80 Millionen US-Dollar im Vergleich zum letzten Jahr darstellt. Das Modell ICO ist mittlerweile jedoch auch abseits von Investitionsangelegenheiten erfolgreich nutzbar.

Das Forschungsgebiet der Künstlichen Intelligenz

Ein Begriff, der bei dieser Auflistung nicht fehlen darf ist die Künstliche Intelligenz (KI), auch bekannt als „artificial intelligence“. Dabei spielt die KI nicht nur in der Finanzwelt eine wichtige Rolle, sondern auch in vielen anderen Branchen, wie beispielsweise in der Medizin, in der Industrie oder auch im Verkehr. Oftmals werden mit ihr selbstlernende Roboter in Verbindung gebracht oder Sprachsteuerungssysteme wie Siri, Alexa und Co. So einfach ist dies in der Finanzbranche jedoch nicht. Hier stehen die Banken und Versicherungen in Punkto Digitalisierung noch vor einer großen Herausforderung. Entscheidungen über zukünftige Anlagen werden aber oftmals schon von Computerprogrammen mit Hilfe bestimmter Algorithmen errechnet und entschieden. Auch die Kunden verlangen immer mehr, dass Dienstleistungen jederzeit und von überall in Anspruch genommen werden können. Einer Studie der GFT Technologies zufolge wird die KI die Finanzbranche in den kommenden Jahren und Jahrzehnten ganz schön auf den Kopf stellen.

Version 2.0 der Richtlinie über Märkte für Finanzinstrumente

MiFID II war schon 2017 im Gespräch und mit Beginn dieses Jahres ist es nun in Kraft getreten. Das „Markets in Financial Instruments Directive“ ist eine neue Finanzmarktrichtlinie, die den Handel mit Wertpapieren verändert. Mit allen Zusätzen einberechnet umfasst die neue Regelung, die besonders mehr Schutz für Anleger bringen soll, 7.000 Seiten. Zum Vergleich: Die aktuelle Auflage des BGBs umfasst ungefähr 900 Seiten. Knapp sieben Jahre und mehr als zwei Milliarden Dollar investierten Vermögensverwalter und Banken in der EU in die Entwicklung von MiFID II. Eine der wichtigsten Neuerungen ist, dass Banken und andere Anbieter für ihre Recherche- und Maklerdienste künftig von Fondsmanagern bezahlt werden müssen, wenn diese die entsprechenden Dienste in Anspruch nehmen. Dies soll bewirken, dass Interessenkonflikte vermieden werden können. Dank einiger Schlupflöcher in der langen Lektüre, kam es kurz nach der Einführung aber noch zu keinen größeren Unruhen an den Börsen.

Mit Geldanlagen Gutes tun: Impact Investing

Ein beliebter Begriff war 2017 unter anderem auch das sogenannte Impact Investing, auf Deutsch: wirkungsorientiertes Investieren. Vom Prinzip her kann man damit Geld investieren und hoffen, dass sich dieses vermehrt, nebenbei wird dabei auch was Gutes getan. Da immer mehr Verbraucher bei ihren Investitionen größeren Wert auf soziale Verantwortung und ökologische Auswirkungen legen, als auf den eignen finanziellen Vorteil, wächst der Markt für die Fonds, welche ein Impact Investing ermöglichen. Die größte Schweizer Bank UBS hat hier nach eigenen Angaben der Vermögensverwaltung umgerechnet bereits rund

2,3 Milliarden Euro investiert. Das Institut ist davon überzeugt, dass diese Art des Investments in den nächsten 20 Jahren zu den besten Möglichkeiten gehören wird.

Millennials – die heute größte Generation

Als letzten wichtigen Begriff für die 2017er Finanzwelt sind last but not least die Millennials aufzuführen. Sie sind auch bekannt als Generation Y und folgen auf die „Baby Boomers“. Wer zwischen 1982 und 2004 geboren wurde, gehört zur derzeitig größten Generation mit rund 75,5 Millionen Millennials weltweit. Der Name rührt daher, dass alle zu jener Zeit geborenen Kinder nahe des neuen Millenniums oder bereits im 21. Jahrhundert zur Welt gekommen sind. Sie werden auch als „Digital Natives“ bezeichnet, da sie allesamt unter Einfluss der Digitalisierung groß geworden sind. Heute sind fast alle aus dieser Generation erwachsen und haben dank ihrer technikaffinen Arbeitsweise einen enormen Einfluss auf den Finanzdienstleistungsbereich.

Acht Begriffe, die den Finanzmarkt 2017 geprägt haben. Man kann damit rechnen, dass sie auch in diesem Jahr noch eine wichtige Rolle spielen werden. Ob der Bitcoin weiterhin die stärkste Kryptowährung bleibt ist dank des ICO Modells ungewiss. Womöglich steckt die nächste große virtuelle Währung schon in der Endphase ihrer Entwicklung. Das Datenbankensystem Blockchain ist dagegen relativ trendfrei und wird sich den Erwartungen nach weiterhin durchsetzen. Je weiter die Forschungen im Bereich der KI gehen, desto mehr Wichtigkeit kann diesem Begriff – branchenübergreifend – zugeschrieben werden. Besonders spannend wird es jedoch auch in der Entwicklung des MiFID II und wie sich diese neuen Richtlinien im Finanzalltag bemerkbar machen werden. Möglicherweise gewinnen dadurch wieder andere Begriffe für das neue Finanzjahr an Bedeutung.

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Margaretha G

Margaretha G bewertete diesen Eintrag 09.02.2018 23:52:16

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