Warum Live-Streaming im Internet ein zweischneidiges Schwert ist

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Die ältere Generation bemängelt oft, dass die Jugendlichen von heute zu viel Zeit vor ihren Smartphones verbringen, aber das eigentliche Problem der jungen Leute besteht nicht darin, dass sie vor den Bildschirmen sitzen, sondern, dass sie die Zeit mit den falschen Anwendungen verbringen. Ich möchte gerne im Folgenden darüber aufklären, warum es schädlich ist, dass die jungen Leute von heute jedes Detail ihres Lebens im Internet mit anderen teilen.

Sich ständig live übertragen. Erst vor Kurzem habe ich eines der unter Jugendlichen beliebtesten sozialen Netzwerke kennengelernt: YouNow heißt der Spaß und ist ähnlich wie YouTube zum Videos schauen, nur dass alles live übertragen wird. Wieso man sich - im übertragenen Sinn - vor der ganzen Welt nackig machen will, erschließt sich mir einfach nicht. Es ist doch schon seit langem bekannt, dass immer wieder private Informationen, Bilder oder Videos im Internet landen und später auch der Arbeitgeber das sieht. Meiner Meinung nach bereiten wir die jungen Leute viel zu wenig auf diese Gefahren vor.

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Jeder hat ein Smartphone. Wie groß das Problem ist, sieht man bereits an den Zahlen: Schon über 94% der 17-18jährigen Teenager besitzen heute ein Smartphone, wer nicht immer erreichbar ist für die ganze Welt, der wird von Aktivitäten ausgeschlossen und bekommt nichts mehr mit. Dann wird man schnell als altmodisch abgestempelt, nur weil nicht die gesamte Kommunikation über einen winzigen Bildschirm stattfindet. Ähnlich sieht es bei Live-Übertragungen aus dem Internet aus, die werden inzwischen von 24,3 Millionen Deutschen angesehen oder selber aufgenommen. Ständig sind die Gesichter auf der Straße gesenkt, alle starren nur noch auf ihre Handys. Echte Kommunikation findet immer seltener statt, man ist ja immer dabei, bekommt Bilder und Video-Nachrichten vom Freundeskreis. Aber so etwas kann echte Treffen nicht ersetzen. Inzwischen lernt man sogar zukünftige Partner über das Internet kennen, dabei weiß man nicht einmal, was für eine Person sich hinter einem sorgfältig gepflegten Profil verbirgt. Und natürlich sind die Jugendlichen alle bei Facebook angemeldet, wo man ununterbrochen neue Profilbilder mit dem Smartphone schießen muss, die dann noch zehn Jahre später auffindbar sind. Ich finde: Wir sollten die jüngere Generation darüber aufklären, wie das Internet funktioniert und dass Elektronik niemals vergisst.

Positive Beispiele. Jetzt ist diese Live-Übertragung natürlich nicht immer schlecht. Ich persönliche finde zum Beispiel, dass die Echtzeit-Übertragung von Casino Spielen im Internet eine gute Sache ist: Man lebt halt gern weit weg von den belebten Vierteln in den Städten, bleibt am Abend lieber Zuhause, will aber trotzdem noch was erleben. Für Bingo-Abende im Seniorenheim bin ich dann doch zu jung. Da ist es eine schöne Erfahrung, mit anderen Leuten über das Internet zu spielen und das Gefühl zu haben, wirklich mit ihnen an einem Tisch zu sitzen, wenn die Karten ausgegeben werden. Auch die Facetime-Funktion, mit der Verwandte einen öfter mal anrufen, ist sehr schön: Wenn man gerade nicht vor Ort sein kann, sieht man trotzdem, was die Familie so macht. Tolle Erfindung! Aber deswegen muss man nicht das ganze Leben mit fremden Leuten aus dem Internet teilen! Erst kürzlich wurde mir gezeigt, dass man Sendungen, die man im Fernsehen verpasst hat, später im Internet anschauen kann - oder sogar direkt zusehen, wenn zum Beispiel manche Sportereignisse übertragen werden. Auch das finde ich eine gute Sache, so bleibt man bei wichtigen Dingen wie Politik immer auf dem neuesten Stand.

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Videos von sich zu machen, ist kein Talent. Aber für ein positives Beispiel fallen einem eben mindestens zwei negative Aspekte ein. Das Mobbing im Internet hat zum Beispiel in den letzten zehn Jahren massiv zugenommen, inzwischen teilen die Jugendlichen der ganzen Welt live mit, wie sie jemanden den sie kennen, ausschließen und demütigen werden. Das macht mir doch große Sorgen. Und dann sind da noch ungesunde Freizeitbeschäftigungen, wie das live Ansehen von Videospiel-Turnieren im Internet. Man mag mich für altmodisch halten, aber dicke Zwanzigjährige, die ihre Finger beim Spielen schnell auf der Computer-Maus klicken lassen können, sind für mich keine Sportler! Dadurch entstehen ganz falsche Vorbilder für die junge Generation, die denkt, nur weil ein paar Personen auf der Welt reich werden mit Videospielen, können sie das auch schaffen - das wird dann sogar als Traumberuf angesehen. Es ist leider wirklich so: Früher hat man Fußball draußen gespielt, heute spielen sie das auf ihrer neuen Videospielkonsole, stellen gleichzeitig ein Video davon ins Internet und hoffen, damit berühmt zu werden.

Vorsicht im Umgang mit Technik. Wer sein ganzes Leben im Internet für andere zur Schau stellt, der macht sich selber keinen Gefallen. Leute mit traditionellen Werten sind nachweislich glücklicher im Leben und haben stabilere soziale Beziehungen. Und wer nicht den ganzen Tag den

Kopf vor dem Handy hat, der bekommt auch einfach mehr mit vom Leben. Meiner Meinung nach sollten wir die Jugendlichen darüber aufklären, welche Gefahren darin lauern, sich mit ihren Smartphones sozial zu isolieren und jedes Detail ihres Lebens live im Internet zu teilen.

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