1. Quartal 2018: Champagnerknallen gefolgt von Katerstimmung

Auf die Party folgt der Kater. Das ist auch an der Börse nicht anders. Ein Rückblick auf einen turbulenten Jahresbeginn.

Das erste Quartal folgte der Vorgabe des Kalenders: euphorische Feierlaune eröffnete das Jahr – gefolgt von einem ausgewachsenen Kater. Und davon haben wir uns bis heute noch nicht erholt. Die Euphorie war durchaus erklärbar: weltweit war der Ausblick für das Wirtschaftswachstum hervorragend. Die prozyklischen Maßnahmen der Trump-Administration wurden zwar mit Befremden, von Industrie und Wall Street jedoch mit großer Freude akzeptiert. Europa überraschte mit einer wesentlich breiteren Erholung als erwartet. Und auch in China untermauerte Präsident Xi Jinping seine Vormachtstellung mit einem wachstumsfreundlichen Wirtschaftsprogramm.

Anleihen von Anfang an unter Druck

Für Anleiheinvestoren verstärkte die positive Wirtschaftsentwicklung das Risiko von Zinserhöhungen. Grund dafür ist zum einen das wachsende Inflationsrisiko. Zum anderen werden auch die Zentralbanken zunehmend zuversichtlicher und wollen zu einer Normalisierung der Geldpolitik, also höheren Zinsen, zurückkehren. Nach anfänglichen Verlusten konnten jedoch vor allem Euro-Anleihen im März von der zunehmenden Nervosität der Aktienmärkte profitieren.

Verluste an den Aktienmärkten seit Februar

Die Euphorie zu Jahresbeginn wich schnell einem Realitäts-Check, ob die hohen Bewertungen gerechtfertigt sind. Gerade in den USA stiegen die langfristigen Kurs-Gewinnverhältnisse auf historische Höchstniveaus. In Europa mehrten sich die Bedenken, dass der starke Euro zunehmend Wettbewerbsnachteile für die exportorientierte Industrie bringt.

Der Auslöser für die globale scharfe Korrektur Anfang Februar war letztendlich das Wiederaufflammen der Handelskriegsrethorik von Präsident Trump, der schnell erste Sanktionen folgten. Graduell setzte sich die Meinung durch, dass primär China im Fokus der Trump-Attacken stehen dürfte, aber die Verwundbarkeit Europas bleibt der Elefant im Raum. Durch den Datenmissbrauch bei Facebook kam Ende März dann auch der Technologie-Sektor, der sich bis dahin gut gehalten hatte, ordentlich unter die Räder.

Rohstoffe: Nowhere to hide

Rohstoffe sollten von der boomenden Weltwirtschaft profitieren und gelten traditionell auch als gute Absicherung gegen das Inflationsrisiko. 2018 versagten beide Theorien unter der Last der politischen Konfrontation zwischen China und den USA, aber auch regionalen Spielern wie Russland oder Saudi-Arabien. Nicht einmal Gold, das in Krisenzeiten oft als sicherer Hafen dient, konnte Investoren Schutz gewähren.

Währungen

Der US-Dollar verlor zu Beginn des Jahres weiterhin gegen den Euro an Boden. Auch der janpanische Yen wertete deutlich ab. Beide Entwicklungen erweisen sich nicht nur für europäische Exporteure als Herausforderung, sondern auch für Euro-basierte Investoren. Denn Investitionen in Fremdwährungen verloren – unabhängig von der Kursentwicklung der Wertpapiere – schon alleine aufgrund ihrer Denominierung an Wert. Für Euro-basierte Investoren waren damit neben allen anderen Problemen auch noch auf der Währungsseite Verluste zu verkraften.

Savity Portfolien im 1. Quartal 2018

Savity verwaltet seit September 2017 Kundengelder. Ein wesentlicher Eckpfeiler unserer Anlagephilosophie ist breite, globale Risikostreuung in allen Portfolien. Währungsrisken sichern wir – wo möglich – ab. In der Periode von September 2017 bis Anfang Februar 2018 verlor der US-Dollar gegenüber dem Euro knapp 10% an Wert, seither stabiliserte sich der Wechselkurs auf hohem Niveau. Der starke Euro beeinflusste Savity Portfolien zwar negativ (vor allem Aktienallokationen), konnte jedoch durch die Absicherungsstrategie stark abfedert werden.

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Savity-Anlagestrategien, die risikoreicher ausgerichtet sind, waren direkt mit dem weltweiten Einbruch der Aktienmärkte konfrontiert, konnten in der schwierigen Marktphase seit Jänner jedoch einiges an Terrain gegen ihre Benchmarks wettmachen: rechtzeitige Umschichtungen aus US-Aktien in europäische Werte trugen positiv zur Wertentwicklung bei.

Savity-Anlagestrategien, die risikoavers ausgerichtet sind, litten seit Dezember unter dem Verfall von Anleihekursen, der durch die Beimischung anderer Anlageklassen (wie niedrige Aktienallokationen oder Immobilienbeimischung) nicht aufgewogen werden konnte. Lediglich eine reine Geldmarkt-Position, wie sie in unserer Benchmark enthalten ist, hätte Verluste in diesem Marktumfeld vermeiden können.

Savity setzt für die Portfoliooptimierung Prognose-Modelle ein, die unter anderem auch die gegenwärtige Bewertung aller Anlagealternativen berücksichtigen. Deshalb waren unsere Portfolien in den USA stark untergewichtet, und konnten an der Rally, die im November 2017 in Reaktion auf die US-Steuerreform einsetzte, nicht zur Gänze partizipieren, profitierten aber seit Einsetzen der Korrektur überproportional von der breiten Streuung. Auch die Währungsabsicherung trug zur Minimierung der Verluste bei.

Auf der Aktienseite lassen die fundamental wesentlich niedriger bewerteten europäischen Werte und die politischen Rahmenbedingungen eine Bodenbildung dieser Region vor den USA erwarten. Die Savity Portfolien sind entsprechend positioniert.

Auf der Anleiheseite gehen wir von weiterem Druck auf die US-Zinsen aus, was sich mittelfristig auch auf das Zinsniveau der Euro-Anleihen auswirken sollte (das impliziert eine negative Kursentwicklung). Wir bleiben daher bei unserer vorsichtigen Positionierung.

Die Nervosität der Märkte drückte sich seit Februar in wesentlich höheren Kursschwankungen als in der Vergangenheit aus: für das Risikomanagement von Savity bedeutet das eine laufende Überprüfung der Portfolien, die zu Umschichtungen in Anlagen mit leicht niedrigerem Risiko geführt hat.

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Karin Kisling ist Porfoliomanagerin für Savity und verantwortlich für die Zusammenstellung und Optimierung der Wertpapierportfolien. Die studierte Betriebswirtin bringt mehr als 30 Jahre Erfahrung im institutionellen Asset Management mit. Sie war unter anderem bei Vontobel Asset Management, Rabobank International und Benchmark GmbH im In- und Ausland tätig.

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