Absturz am Aktienmarkt – überfällige Korrektur oder Zeitenwende?

Die Aktienbörsen zeigten sich mit Beginn der Woche mehr als angeschlagen. Die großen Leitindizes lagen weltweit mit teilweise mehr als 4% Minus am Boden. Ist das der Anfang vom Ende? Sind die Börsen angezählt, oder war das bereits der Knock-out? Wir sagen: kein Grund zur Panik.

Der Kursverfall vom Montag 05.02.2018 war einer der größten in der Geschichte des Dow Jones und löste massive Verluste rund um die Welt aus. Die Kursgewinne des Jänners sind damit praktisch weg. Aus Sicht von EUR-Investoren war die Entwicklung allerdings noch schmerzvoller als für USD-basierte Anleger. Wie am Beispiel des breit gestreuten US-Index S&P 500 im Chart zu sehen ist, mussten wir in Europa nämlich noch zusätzlich die Abwertung des USD verkraften (der für USD-Investoren zumindest in Europa die Kurseffekte abfedern konnte). Hinzu kommt, dass zum Beispiel der deutsche Leitindex DAX im Jänner nicht wirklich gut performt hat. Im Vergleich dazu hat er aber auch in den letzten Tagen ungewöhnlich stark verloren.

Kursrutsch nur bei Aktien

Damit sind wir bei einem spannenden Phänomen: denn obwohl die Aktien abstürzten, gab es keine nennenswerte Gegenbewegung in anderen Anlageklassen. Während Anleihen seit November massive Verluste einfuhren (alleine im Jänner 2%), gab es kaum eine Gegenbewegung Richtung „sicherer Hafen“. Doch das wäre normalerweise bei Kurseinbrüchen zu erwarten gewesen. Gold, beispielsweise, zog nur minimal an. Auch Rohstoffe (wie Öl) erwiesen sich bislang als stabil. Ähnlich sieht es in den Schwellenländern aus, die bei großen Trendbrüchen üblicherweise am stärksten ausschlagen. Auch sie konnten bislang ihre Verluste im Rahmen der großen Leitmärkte halten.

Wir schließen daraus, dass wir es beim Einbruch der Aktienmärkte mit einer Korrektur zu tun haben, die im Verlauf der Woche durchaus die 10%-Marke erreichen kann. Diese Korrektur ist im Falle des US-Marktes unserer Ansicht nach mehr als überfällig. Europa enttäuschte einmal mehr: Trotz wesentlich moderaterer Bewertungen und hervorragenden Wirtschaftsdaten fielen die Märkte im Gleichklang mit den USA. Und das, obwohl Europa vorher wesentlich niedrigere Kursgewinne verzeichnet hatte.

Kein Grund zur Panik

Eine Zeitenwende sehen wir jedenfalls nicht. Das wäre erst dann der Fall, wenn es einen Einbruch in der Realwirtschaft gibt. Auch massive Inflationsängste, die zu einem abrupten Zinsanstieg (jenseits der 3,25% Marke für 10-Jahres US-Anleihezinsen, jenseits 1,5% für Bundesanleihen) führen würden, könnten eine Trendumkehr bedeuten.

Ein moderater, kontinuierlicher Anstieg der Zinsen hingegen (der zu erwarten ist), kann von den Unternehmen problemlos verkraftet werden. So bewirkt ein starkes Wirtschaftswachstum zwar auch einen Zinsanstieg, ist aber am Ende vom Tage der beste Motor für einen attraktiven Aktienmarkt.

Savity-Portfolien hielten stand

Trotz der zwischenzeitlichen Wertverluste sind die Value-at-Risk-Limits der Savity-Portfolien nicht ausgelöst worden. Die Portfoliozusammensetzung hat sich also als stabil erwiesen. Der höchste maximale Wertverlust seit Jahresbeginn fand in der Periode von 08.01.2018 bis 05.02.2018 statt und bewegte sich je nach Strategie zwischen -1,10% (sicherheitsbewusst) und -4,19% (aggressiv). Deshalb behalten wir die gegenwärtige Allokation bei. Es wurde nur die Zusammensetzung der Anleihen in den Portfolien verändert, um dem erwarteten Anstieg der Zinsen entgegenzuwirken.

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Karin Kisling ist Porfoliomanagerin für Savity und verantwortlich für die Zusammenstellung und Optimierung der Wertpapierportfolien. Die studierte Betriebswirtin bringt mehr als 30 Jahre Erfahrung im institutionellen Asset Management mit. Sie war unter anderem bei Vontobel Asset Management, Rabobank International und Benchmark GmbH im In- und Ausland tätig.

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