Die öffentliche Klimadiskussion der letzten Jahre reduziert sich immer mehr auf Aussagen wie "Der Mensch erhöht den CO2-Anteil in der Atmosphäre und heizt damit das Klima so weit an, daß wir an der Schwelle zu einer globalen Hitzekatastrophe stehen." Fragt man nach den Grundlagen solcher Thesen, dann landet man früher oder später bei Berichten des Weltklimarats IPCC.

In der Gedankenwelt der meisten Klima-Besorgten scheint CO2 der alleinige Klimakiller zu sein, obwohl die Erdgeschichte CO2- und Temperaturverläufe zeigt, in denen man keine wirkliche Kausalität zwischen Klima und CO2 erkennen kann:

https://vademecum.brandenberger.eu/grafiken/klima/vor600miojahren.gif

Diese Grafik zeigt auch, daß die globale Temperatur offenbar bei ca. 22-23°C "gedeckelt" wird.

OK, in den letzten 600 Millionen Jahren gab es global-katastrophale Vulkanausbrüche, Meteoriteneinschläge die u.a. zum Aussterben der Dinosaurier führten, etliche Eiszeiten usw., die die suggerierte Temperaturherrschaft des CO2 womöglich so weit überlagert haben könnten, dass kein klarer Zusammenhang erkennbar ist.

Schauen wir daher in eine erdgeschichtlich ruhige Ära, nämlich die ca. 10.000 Jahre zwischen der letzten Eiszeit und dem Beginn des technologischen CO2-Ausstoßes um 1850 n.Chr:

Laut der oberen Grafik bewegte sich das CO2 damals zwischen ca. 260 und 280 ppm. Welchen Einfluß könnte diese Schwankungsbreite auf die globale Temperatur haben?

Eine wissenschaftliche Antwort wird gewöhnlich die Klimasensitivität des CO2 (= globaler Erwärmungsbetrag als Folge eines bestimmten CO2-Anstieges) heranziehen. Der IPCC nimmt seit seinem 1990er Bericht einen Bereich von 1,5 bis 4,5°C pro CO2-Verdoppelung an. Der Mittelwert von 3°C führt in dem obigen Bild zu den Folgerungen:

1. Eine CO2-Zunahme von 260 auf 280 ppm ließe die Temperatur nur um ca. 0,32°C ansteigen.

2. Um den Temperaturverlauf zwischen ca. 14 und 16°C in der unteren Grafik zu erklären, müßte das CO2 nicht nur ungefähr synchron schwanken, sondern um 4500 v.Chr. auch ca. 150 ppm höher liegen als um 300 v.Chr - aber davon ist nicht mal ansatzweise etwas zu sehen.

Das heißt: Auch in dieser Betrachtung der letzten 10.000 Jahre ist keinerlei CO2-bedingter Einfluß auf das "katastrophal schwankende Klima" erkennbar, sondern letzteres muß andere Ursachen haben als das CO2!

Damit nicht genug, wird der IPCC von der tatsächlichen Temperaturentwicklung immer wieder Lügen gestraft:

https://bi-plgw.de/joomla/images/Newsletter_Klarsicht/030417_KLARSICHT-Ausgabe-3-Kohlenstoffdioxod.pdf

Solche Prognosen werden weltweit mit großem Tamtam bekanntgemacht, aber wenn sie sich im Laufe der Zeit als Fehlschüsse herausstellen, werden sie klammheimlich begraben, wie z.B. im Glacier-Nationalpark des US-Bundesstaats Montana:

https://www.mmnews.de/vermischtes/126120-us-nationalpark-entfernt-hinweis-auf-abschmelzen-der-gletscher-2020

Falsche Klimaprognosen können entstehen, wenn man Laborversuche und einfache Berechnungen zur Treibhauswirkung des CO2 auf die unendlich komplexeren Prozesse in der realen Erdatmosphäre mit diversen Störfaktoren (allen voran die schwankende Sonnenstrahlung) übertragen will. Dabei werden vom IPCC auch Verstärkungseffekte der rein CO2-bedingten Erwärmung mit eingerechnet, speziell die Rückkopplung der sogenannten Wasserdampfverstärkung. In Kurzform: Mehr CO2 erhöht die Temperatur, daher verdunstet mehr Wasser, und Wasserdampf in der Atmosphäre ist ein noch viel wirksameres Treibhausgas als CO2.

Zur Klimasensitivität des CO2 ohne jegliche Sekundäreffekte schrieb der IPCC schon im 2007er Bericht, Chapt. 8.6.2.3: "In der idealisierten Situation, daß die Klima-Reaktion auf eine Verdopplung des atmosphärischen CO2 nur aus einer gleichmäßigen Temperaturzunahme besteht, ohne Rückkopplungen … würde die globale Erwärmung nach den Modellen [GCMs] etwa 1,2°C betragen".

Obwohl ich die Folgerungen aus den beiden Eingangsgrafiken nicht ignorieren kann, untersuche ich im Folgenden anhand einfacher Daten die Behauptung des IPCC, daß der atmosphärische CO2-Gehalt die Globaltemperatur nennenswert beeinflußt. Inzwischen haben wir also 3 Vermutungen des IPCC zur Klimasensitivität des CO2: 1,2°C, 1,5°C und 4,5°C pro CO2-Verdoppelung.

Schauen wir uns erst einmal an, was es mit der "pro CO2-Verdoppelung" auf sich hat, wenn der CO2-Gehalt weiter ansteigt. Die folgende Grafik zeigt berechnete Daten mit den genannten 3 Vermutungen des IPCC bis zum erdgeschichtlichen CO2-Maximum von 7000ppm aus dem 1.Bild, ausgehend von der globalen Mitteltemperatur vor Beginn des technologischen CO2-Ausstoßes (13,7°C, um 1850). Zusätzlich ist der Verlauf für 3,0°C / CO2-Verdoppelung enthalten, weil dieser Mittelwert des IPCC-Unsicherheitbereichs (1,5 - 4,5°C/2xCO2) vermutlich oft für Berechnungen hergenommen wird:

Man sieht, daß der Temperaturanstieg mit steigendem CO2-Gehalt immer flacher wird. Weiter zeigt sich, daß die Berechnungen für 3°C/2xCO2 und 4,5°C/2xCO2 deutlich über das erdgeschichtliche Temperaturmaximum aus dem 1.Bild steigen, weshalb diese beiden Vermutungen mindestens etwas unglaubhaft erscheinen.

Diese IPCC-Vermutung mit 1,2°C/2xCO2 wurde übrigens durch eine 2015 veröffentlichte Feldstudie von Feldman und Berkeley widerlegt, aus dem man eine Klimasensitivität des CO2 von grade mal 0,45°C / 2xCO2 ableiten kann, näheres dazu hier unter "wissenschaftliche Messung zum klimatologischen Fundament".

Betrachten wir nun die Zeit seit Beginn des technologischen CO2-Ausstoßes um 1850. Auch hier lassen sich Temperaturverläufe berechnen, wenn man als Eingangsgröße die Verlaufsdaten des CO2-Anteils in der Atmosphäre nimmt. Der gemessene Verlauf der globalen Mitteltemperatur liefert die Referenz zur Überprüfung (neudeutsch: Faktencheck), welche Klimasensitivitäts-Annahme der Realität am nächsten kommt.

Hier erstmal eine Grafik nur mit Jahrestemperaturen, geglätteten Temperaturkurven und dem CO2-Verlauf:

Eigene Darstellung

Man sieht, wie die Temperaturkurven umso glatter werden und an den Enden immer mehr fehlt, je mehr Jahre in den Mittelwert einberechnet werden.

Nun schauen wir uns die gleichen Temperaturdaten im Vergleich mit Berechnungen aus verschiedenen CO2-abhängigen Klimasensitivitäten an.

Eigene Darstellung

Um das Bild nicht zu überfrachten, fehlen hier das 4-Jahres-Mittel und der CO2-Verlauf.

Man erkennt, daß die aus der Feldman-Berkeley-Studie abgeleitete Klimasensitivität von 0,45°C / 2xCO2 ohne Rückkopplungen im Vergleich zu den Realtemperatur-Kurven insgesamt viel zu niedrige Ergebnisse liefert. Demnach muß es neben dem CO2 tatsächlich noch weitere starke Einflüsse geben, die die Globaltemperatur hochtreiben.

Die Berechnung mit der maximalen IPCC-Vermutung von 4,5°C / 2xCO2 liefert gegenüber dem Realtemperaturverlauf absurd hohe Ergebnisse.

Auch die von J.S.Sawyer in 1972 zitierte Vermutung von 2,4°C / 2xCO2 (Nature Vol. 239, Seite 25) liefert gegenüber den Realtemperaturen zu hohe Werte, liegt aber wesentlich besser als das Maximum des IPCC.

Die minimale IPCC-Vermutung mit Rückkopplungen (1,5°C / 2xCO2) zeigt den insgesamt besten Gleichlauf zur 30-Jahres-Klimakurve.

Ohnehin ist selbst die "beste" Parallelität zwischen Klimaverlauf und der Berechnung mit 1,5°C / 2xCO2 während ~ 170 Jahren kein Beweis dafür, daß das CO2 die Globaltemperatur wirklich beeinflußt.

Denn die ca. 10.000 Jahre davor zeugen vom Gegenteil - siehe oben.

Würde man z.B. Wetteraufzeichnungen mit dem Verkauf von Speiseeis vergleichen, dann ergäben sich im Sommer ebenfalls markante Parallelen. Aber wie dumm müßte man sein um einem "Wissenschaftler" zu glauben, der behauptet, daß der Eiskonsum die Ursache für heißes Wetter ist?

Zurück zum Diagramm: Die Berechnung mit 4,5°C / 2xCO2 endet in 2018 bei 16,0°C bzw. einem Fehler von 1,4°C gegenüber dem Verlauf der Realtemperatur: Das ist eine Übertreibung mit dem ca. 2,5-fachen des tatsächlichen Temperaturanstiegs! Damit fällt die Vermutung von 4,5°C/2xCO2 wie schon in der vorletzten Grafik mit Pauken und Trompeten durch. Kein Wunder also, wenn solche CO2-dominierten Modelle immer wieder Katastrophenszenarien ausspucken, die sich niemals bewahrheiten (siehe nochmal die 3.Grafik oben).

Warum verbreitet das IPPC solche offenbar überzogenen Modellrechnungen?

Das heimliche Motto des IPCC scheint zu lauten "Solange wir keine Katastrophen ankündigen, wird niemand zuhören." (Zitat von John Houghton, Vize-Präsident des IPCC in 1994), oder auch "Um Aufmerksamkeit zu erregen, brauchen wir dramatische Statements und keine Zweifel am Gesagten. Jeder von uns Forschern muss entscheiden, wie weit er eher ehrlich oder eher effektiv sein will." (Zitat von Prof. Dr. H. Stephen Schneider, Leit-Autor der Arbeitsgruppe II des IPCC, a.a.O.).

Aus dieser Erkenntnis heraus schreckt man offenbar auch nicht vor Fälschungen wichtiger Berichte zurück: Ein gewisser Lord Monckton warf dem Klimaforscher und Leit-Autor des IPPC Dr. Ben Santer in einer Talkshow vor, dass er im IPCC SAR Bericht von 1995 Stellungnahmen geändert habe, die sich gegen die These des antropogenen Klimawandels gewandt hätten: "Nachdem Wissenschaftler ihren fertiggestellten Entwurf eingeschickt hatten, kam Santer daher und schrieb Teile um – gerade dort, wo an fünf verschiedenen Stellen explizit gesagt wurde, es gibt keine nachweisbar menschliche Wirkung auf die globale Temperatur. Ich habe eine Kopie gesehen - Santer ging den Entwurf durch, strich die entsprechenden Stellen, schrieb eine ganz neue Zusammenfassung und diese ist die offizielle Schlußfolgerung geblieben." Auf diesen Vorwurf antwortete Dr. Santer, daß es tasächlich Kürzungen gab, weil der Bericht eine eindeutige Botschaft vermitteln sollte. Dieser gefälschte SAR Bericht wurde in 1996 veröffentlicht und ist eine der wichtigsten Grundlagen des 1997er Kyoto-Protokolls!

Aufgrund der o.g. Daten und Zitate kann man sich der Vermutung kaum entziehen, daß der IPCC nicht (immer) seriös arbeitet, sondern absichtlich Panik verbreitet. Der Grund dafür dürfte auch hier wieder Geld sein - siehe nochmal den letzten Link.

Fazit

Wer rund 10.000 Jahre Klimageschichte vor 1850 ohne erkennbaren Einfluß des C02 ignoriert (hier nochmal die Grafik dazu) . . .

. . . um sich wegen 170 Jahren ungefährem Gleichlauf von CO2 und Klima in die vom IPCC geschürte Mainstream-Panik hineinziehen zu lassen, der sollte wie oben gezeigt eine Klimasensitivität von 1,5°C / 2xCO2 annehmen. Dann kann er die vom IPCC entworfenen temperaturabhängigen Katastrophenszenarien in Gedanken halbieren und so ungefähr abschätzen, was in seiner Glaubenswelt passieren könnte.

Die wahrscheinlichste Klimasensitivität von 1,5°C / 2xCO2 ermöglicht übrigens auch eine Neubewertung der letzten Grafik:

1. Die CO2-Zunahme innerhalb von 10.000 Jahren von ca. 260 auf 280 ppm vor 1850 ließe die Temperatur nur um ca. 0,16°C ansteigen.

2. Um den Temperaturverlauf zwischen ca. 14 und 16°C in der unteren Grafik zu erklären, müßte das CO2 nicht nur ungefähr synchron schwanken, sondern um 4500 v.Chr. auch ca. 400 ppm höher liegen als um 300 v.Chr. Das wären als Maximum ca. 660 ppm, von denen wir selbst heute noch weit entfernt sind.

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