alte weiße männer, die über alte weiße männer schreiben II

anstelle eines kommentars

da ich nicht zu jenen gehöre, die die zeit haben, jeden kommentar einzeln zu beantworten, da ich es überdies nicht gewöhnt bin, so viele (z.t. themen- und sinnfremde) kommentare zu erhalten, hier ein paar anmerkungen.

da die sich als alte weiße männer fühlenden kommentatoren mit solcher häufigkeit ihre logik und ihren intellekt in die waagschale warfen, muss ich bedauernd konstatieren, dass die meisten von ihnen nicht nur meinen text (bewusst?) missverstanden haben (ich bot nur jenen den schuh, denen er passt), sondern etliche ihn (schuh und text) sich mit macht überstreifen wollten, obschon das keiner von ihnen verlangt hat, was für mich gleichwohl beweis dafür ist, dass einige der beschreibungen sehr wohl auf männer zutreffen, denen ich das nicht unbedingt zugeschrieben hätte.

und keiner von diesen - achso! gescheiten und logisch denkenden - begriff den zusammenhang zu einem kurz vor dem meinen erschienenen blog, der im mimimi-tenor einen fremden text in den genehmen teilen als blog herausgebracht hatte. da hilft dann auch der link nichts. ein fremder text ohne eigenes dazu ist irgendwie kein blog.

wenigstens ich, die ich so im alltag kaum (noch) probleme mit alten weißen männern habe (nicht nur, weil ich selbst inzwischen älter bin als die meisten, sondern weil die zeiten sich zu ändern beginnen, wenn auch nicht im gewünschten tempo - ich komme da noch einmal drauf zurück), wollte ein paar sinnträchtige gedanken beisteuern.

herausgekommen ist, wir alle haben es erlebt, genau das, was drüber steht. @KlausBärbel hat es konstatiert:

"Schade nur, das hier, wie einige "Messermigranten" halt auch, einige alte Weisse Männer das Klischee bestätigen..."

da ist kein grund zur klage. wer sich nicht angesprochen fühlt (und schließlich WAREN nicht alle angesprochen), muss da nicht reagieren. wer aber reagiert und das auch noch in der bekannten weise, bestätigt, dass dieses (erst einmal nur auf die vergangenheit bezogene; ich hielt heutige männer wirklich für klüger) konstrukt der alten weißen männer auch heute beileibe kein fiktives ist. (ich habe in meinem umfeld jede menge männer der verschiedensten arten, die sich weder angesprochen, noch sich berufen fühlten, den terminus als diskriminierend oder gar rassistisch zu bezeichnen; die WISSEN, dass es sowas gab, heute noch gibt, aber auch die kennen niemanden, der den "alten weißen mann" lebt.)

wenn da aber einer schreibt: "Diese jetzt alten weißen Männer tun mir ein bisschen leid, weil ich - dank Feminismus - nie jemanden zu versorgen hatte und mit Damen nie viel zu tun hatte.", kommt da ein gewisser missmut durch. hätte mann, so unter alten bedingungen, auch noch eine abgekriegt, haben können, haben wollen? weil abhängige frauen eben sexier sind (und sein müssen, um sich die wohlgefälligkeit ihres ernährers sicher zu stellen)? das sind gedanken, die ich lieber nicht zu ende denken möchte. gedanken, die eines alten weißen mannes würdig sind. der sich als retter in der not präsentiert, wenn der drucker kaputt ist und eine riesenspinne zu entsorgen. schade, dass die neuzeitlichen frauen mit solchen problemen allein fertig werden.

dass @Frank und frei dem alten weißen mann zubilligt, er sei einstmals "im Glauben an Gleichberechtigung zwischen Männlein und Weiblein aufgewachsen", ehrt ihn sehr. wie auch die Feststellung: "Der kritisierte AWM ist teilweise das Ergebnis des eigenen Handelns.". denn sowas kommt von sowas. und beileibe stimmt es nicht, dass quoten heute richten, was die männer-bünde versauen.

https://www.daserste.de/information/politik-weltgeschehen/morgenmagazin/videos/Wirtschaft-110.html

insoweit: "wenn alles weg wäre, was alte weiße Männer erfunden haben, dürfte die Autorin auf einer Tontafel rumhämmern müssen."

ehrlich? wie viele frauen haben ihren in wissenschaft und politik erfolgreichen männern nicht nur den rücken freigehalten, sondern ihnen geradezu souffliert? wären ihre männer nicht gewesen ... und eine gesellschaft, die frauen bis mitte des letzten jahrhunderts nieder gehalten hätte, wären sie immernoch da gewesen. und hätten was getan? ihre halbwaisen an der brust zusammen mit dem erlenmeyerkolben geschaukelt?

am ende (nebenher sehe ich immernoch die kommentare eintrudeln, die aber irgendwie nichts neues bringen) fällt mir noch ein, was ich heute während der fahrt las:

"VOR REHEN WIRD GEWARNT! Jawohl, das stand auf der Tafel. Da waren diese anmutigen, scheuen Tiere mit den langen, sanften Walt-Disney-Wimpern; und da war diese Tafel, die es mannshoch in die Gegend schrie: Vor Rehen wird gewarnt!" (Vicki Baum)

was ich damit sagen will? es ist eine eigenart der frauen alten schlages, sich hilflos und schwach zu zeigen, um die nötige zuwendung zu kriegen. ihre zur schau gestellte schwäche ist in wahrheit ihre stärke. und schließlich ist es egal, ob ich einen mann mit meiner vermeintlichen schwäche oder aber mit harten diskussionen dazu bringe zu tun, was ich will. stelle ich mich aber schwach dar, kann er sich gut fühlen.

die frage ist halt: will frau das?

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G. Szekatsch

G. Szekatsch bewertete diesen Eintrag 23.08.2019 10:15:28

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