Wir streiten uns gerne. (Und da red ich jetzt nicht über Moslems und Schicklichkeiten.) Wer mehr wert ist. Männer oder Frauen?

Was natürlich mehr rhetorisch ist. Natürlich, irgendwie und sowieso sind wir alle gleich viel wert. Und die Frauen kämpfen dafür, dass Mann das auch erkennt.

Aber ...

Was ist, wenn sich Mann gegen diese Erkenntnis wehrt? Wenn er sagt: In dieser ganzen Mühle der Geschlechterbewertung gehe ich verloren. Ich arbeite mehr und (lebens)gefährlicher. Meine Suizid-Rate ist höher. Mein Mitspracherecht (bei den Kindern) ist kleiner. Ich erfahre nur geringfügig weniger Gewalt von Intimpartnern als Frauen und ich haben keinen Anspruch auf einen Schutzraum, denn hätte je irgendwer von Männerhäusern gehört?

Ich selbst, geboren und sozialisiert im Osten, dachte sehr, sehr lange Zeit über Emanzipation (von Frauen, natürlich!) nicht nach. Ich hatte sie. Irgendwie war das doch klar. Ich konnte alles machen, was SIE konnten, und die Kinder waren nichts, was mich in meiner Entwicklung behindert hätte. Ich lernte einen Beruf. Und ich studierte. Als ich den zweiten Beruf lernte, war es schon nicht mehr der Osten. Aber so oder so war ich finanziell unabhängig, was mich über Scheidung eins und zwei, trotz Kind eins und zwei, vergleichsweise schadlos hinweg brachte.

Natürlich genoss ich die Vorteile der Scheidung 2 (West), aber ich genoss sie nur solange wie nötig, nachdem ich kurze Zeit in großer Sorge gewesen war, wie ich über die Runden käme, wenn er, der mir lebenslange Versorgung zugesagt hatte, sich von mir abwandte.

Meine Tochter, nach langer Trennungszeit inzwischen geschieden, sagte mir gleich zu Anfang, dass sie froh sei, von mir finanzielle/ berufliche Unabhängigkeit gelernt zu haben. Sie ließen sich erst scheiden, als nach langer Erprobung das Modell der Doppelresidenz sich bewährt hatte. Mein Enkel leidet keinen Mangel. Worüber ich froh bin. Keiner zahlt keinem Unterhalt, weil das Kind von beiden zu gleichen Teilen betreut wird. In wichtigen Dingen verständigt man sich. Tatsächlich einvernehmlich. (Ich bin auf die beiden stolz.)

Und doch sehe ich Manki, wenn es um die Gleichheit der Geschlechter geht. Keineswegs nur bei den Frauen, die zwar nicht so stark sind wie Männer, aber über die Zeit ihre Mittel und Methoden gefunden haben.

Wenn klar ist, dass das eine Geschlecht in mehr als nur einer Hinsicht schwächer ist, bietet sich die Opferrolle dann nicht an?

Ich bin noch am Grübeln, aber lernfähig.

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KlausBärbel

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