Plätschern. Ist das Regen?

Wenn der Sommer uns zeitweilig im Stich lässt, verlischt der Frohsinn nur bedingt. Schlussletztlich sind wir alle anders und der eine findet es wärmer gut und der andere nicht. Immerhin sind die Tage so oder so lang. Es gibt Licht, selbst unter den Wolken.

Und jedenfalls hat es seinen guten Grund, dass das Wetter (im Gegensatz zu Religion und Politik) als Gesprächseröffner immer gut ist.

Seltsamerweise kann man sich da, wenn auch gegensätzlicher Meinung, nie großartig in Streit verfangen. Hier akzeptieren wir, was anderswo aus unerklärlichen Gründen nicht akzeptabel ist: Beim Wetter ist man sich einig, wenn man sich uneinig ist. Ohne großes Aufhebens drum, weil ... irgendwie ist das ja Geschmackssache oder Veranlagung oder sonst irgend etwas, für das niemand kann.

Keiner sagt, wenn der Andere bezüglich des Wetters anderer Meinung ist, der Andere sei blöd, nicht auf dem letzten Wissenstand oder polemisch oder wasauchimmer. Man nimmt hin. Vielleicht, im ärgsten Falle, dass man noch einmal betont, das man selbst, aus wirklich guten und wichtigen Gründen das Eine besser findet als das Andere. Aber, ja, man NIMMT HIN.

Ich, das sei nur nebenher gesagt, fand es letzthin, als es so warm war, gerade richtig, weil ich da gerade nicht arbeiten musste und auf easy going machen konnte. Hätte ich arbeiten müssen, wärs anders gewesen. Und ich fand diese Woche (Scheiße, war das morgens kalt!) gut, weil ich wirklich furchtbar viel arbeiten musste und froh drum war, dass es da, auf Arbeit, nicht allzu heiß und draußen nicht allzu freizeit-verlockend war.

So setzt jeder seine Prioritäten aus der Situation heraus. Die nicht immer gleich und sehr gegebenheitsbezogen sind.

Vielleicht es das, was uns das Wetter so sehr unterschiedlich empfinden lässt. Und vielleicht bedeutet die Akpzeptanz diesbezüglich anderer Meinungen auch das Einsehen, dass der Andere und ich gerade in einer vollkommen anderen Situation sind.

Vielleicht, Wetter oder irgendwas anderes, wäre es einfacher, wenn wir grundsätzlich einsehen würden, dass andere Menschen mit anderen Meinungen irgendwo anders stehen. Ob sie besser oder schlechter, dümmer oder klüger oder wie auch immer sind, würde dann keine Rolle spielen. Sie WÄREN EINFACH SO. Und dass wir das nicht verstehen, sollte uns weder verwundern, noch erschüttern oder gar verärgern.

Weil ... beim Wetter akzeptieren wir es doch auch.

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Leela Bird

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