Plastiksackerlverbot ist leider auch nicht der Weisheit letzter Schluss.

In Kalifornien erhält man seit 2014 keine Plastiksackerl mehr für den täglichen Einkauf in den Supermärkten und Drogeriemärkten. Dies ergibt 18 Millionen Tonnen weniger Plastik pro Jahr. Das entspricht aber nicht 100 % an eingesparten Einwegsackerln, sondern nur 70 %, denn 30 % wurden offensichtlich als Müllbeutel weiterverwendet, die nun extra gekauft werden müssen. Zudem weichen die Konsumenten bei ihren Einkäufen auf Papier- und Baumwollsackerl aus um die Waren nach Hause zu tansportieren. Dies ergibt 652 Millionen mehr Papiersackerl pro Jahr!

Leider relativiert das die positive Bilanz des Plastiksackerlverbotes.

Wie  sieht es mit der Ökobilanz der Einkaufssackerl aus?

Was die CO2-Bilanz betrifft, schneiden Plastiksackerl und Papiersackerl gleich gut bzw. gleich schlecht ab. Besonders schlecht sind Baumwollsackerl. Denn ein Baumwollsackerl muss man 150-mal verwenden, damit es mit Einweg-Plastiksackerl oder Einweg-Papiersackerl gleichzieht. Erst ab 150-maliger Verwendung ist es besser, allerdings nur, was CO2 betrifft. 

Noch krasser ist der Vergleich beim Wasser-Fußabdruck. Hier schneiden Baumwollsackerl extrem schlecht ab! Denn wie inzwischen jeder wissen sollte, benötigt Baumwolle bei ihrem Anbau besonders viel Wasser. Man müsste die Baumwolltasche gar 7000-mal verwenden und erst dann wird die Bilanz positiv im Vergleich zum Einweg-Plastiksackerl.

Luftverschmutzung, Wasser- und Energieverbrauch werden in der Ökobilanz berücksichtigt, nicht jedoch, was passiert, wenn die Sackerl in Flüsse und Böden gelangen. Doch auch das müsste man berücksichtigen. Papier und Baumwolle zersetzen sich beispielsweise, nicht jedoch Plastik. 

Fazit: Man kann nicht generell sagen, dass das Eine besser wäre als das Andere. Es kommt darauf an, wie oft ein Sackerl verwendet wird und wie es letzten Endes entsorgt wird.

Wie auch immer. In Österreich hat der NR ein Verbot von Einwegplastik bereits beschlossen. In der EU sind ab dem Jahr 2021 Strohhalme, Plastikbesteck und Wattestäbchen verboten und auch Einweg-Plastiksackerl sollen aus den Supermärkten verschwinden.

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Quelle:

"Plastiksackerl-Verbot hat auch Nachteile", Ö1 Mittagsjournal vom 09.08.2019 https://oe1.orf.at/player/20190809/560829 (12:26)

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