Foren in denen die Leser von Zeitungen unter den jeweiligem Artikel ihre Meinung kundtun und diskutieren können, sind eine großartige Errungenschaft der Internet-Technologie. Es kann uns dem demokratischen Ideal von Meinungsfreiheit und Redefreiheit ein großes Stück näher bringen, indem damit nicht nur jeder Mensch das prinzipielle Recht, sondern auch im verstärktem Maße die Möglichkeit dazu hat.

Freie Meinungsäußerung sollte natürlich auch mit Verantwortung verbunden sein: Sie sollte nicht dazu mißbraucht werden, andere Menschen mit falschen oder auch unbewiesenen Behauptungen zu diffamieren und sollte nicht andere gutgläubige Leser mit bewussten Lügen in die Irre führen.

Auch ist es wichtig, um eine gewisse Diskussionskultur aufrecht zu halten, sachlich zu bleiben und von reinen Beleidigungen und Gehässigkeiten abzusehen.

Da es mit dem eigenen Verantwortungsbewusstsein der Diskussionsteilnehmer alleine nicht immer funktioniert, muss auch ab und zu das Forum von einer verantwortlichen Redaktion moderiert und kontrolliert werden.

Neben dem Strafgesetz, das der Redefreiheit ohnehin gewisse Grenzen setzt, kann ein Medium auch eigene Regeln aufstellen, wie die Kommunikation im eigenen Forum ablaufen darf.

Ein privates Medium ist zwar generell nicht verpflichtet bei sich selbst die gesetzlich garantierten Freiheiten der Meinungsäußerung für jeden User zuzulassen. Problematisch ist es aber wenn ein Medium von sich selbst offiziell behauptet Meinungsfreiheit zuzulassen im Rahmen eigener allgemein vorgegebene Forenregeln und sich dann aber selbst nicht daran hält.

FischundFleisch möchte ich hier ausdrücklich mein Lob aussprechen: Ihr löscht oder sperrt wirklich nur selten. Ihr lasst fast jede Meinungsäußerung aus jedem Spektrum zu, solange sie sich im gesetzlichen Rahmen befindet.

Konkret möchte ich hier ein anderes Medium kritisieren , dass deutlich größer In der österreichischen Medienlandschaft ist und vermutlich auch ein zigfaches an Medienförderung bekommt: Die Tageszeitung DerStandard.

Ich lese seit dessen erstmaliger Publikation im Jahr 1988 aus Gewohnheit immer noch regelmäßig den Standard und Poste auch regelmäßig seit 2003.

Über jeden Tread schrieb der Standard die Headline:

Jeder User hat das Recht auf freie Meinungsäußerung“

Thomas Herzig

Immer wieder machte ich aber seit jeher die Erfahrung ,dass Postings von mir gelöscht wurden, nicht weil sie gegen Forenregeln verstiessen, sondern vermutlich weil sie der Blattlinie ideologisch widersprachen. Dies vor allem bei den Themen: Zuwanderung, Asyl, Rassismus, Religion, Feminismus sowie Gender-und LGBTQ-Anliegen.

Dies wurde auch von anderen Postern immer wieder beklagt.

Ich bin also bei Weitem nicht der Einzige der sich ungerechtfertigter Zensur ausgesetzt fühlt. Es scheint eher die Mehrheit der User mehr oder weniger zu betreffen.

Neuerdings allerdings wird es immer ausufernder mit der Zensur.

Schließlich wurde ich seit 4. Dezember komplett davon gesperrt etwas zu Posten sowie auch davon andere Postings mit grünen oder roten Strichen zu bewerten.

Auf eine Emailanfrage bekam ich zunächst gar keine Antwort von der Redaktion. Eine Woche später rief ich an. Aber die Dame in der Zentrale meinte, dass in der Forenredaktion grundsätzlich keine Telefonanrufe angenommen werden. Ich könne ja eine Email schreiben.

Das tat ich dann auch ein weiteres Mal in etwas schärferer Tonart.

Da kam schließlich folgende Antwort:

„in den Community-Richtlinien weisen wir ausdrücklich darauf hin, dass UserInnen, die wiederholt versuchen, den Richtlinien widersprechende Beiträge zu veröffentlichen, ihre Registrierung entzogen wird.

Sie haben mit folgenden Postings bereits mehrmals gegen unsere  Richtlinien verstoßen, daher mussten wir Ihnen die Berechtigung, an unserer Community teilzuhaben, entziehen.

Diese Sperre gilt für Sie als Person und damit für jedes von Ihnen verwendete Account.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr DER STANDARD Team“

Als Community Regeln wurden folgende aufgezählt:

"Respektvoller Umgang: Behandeln Sie andere User, in Artikeln genannte Personen und STANDARD-Mitarbeiter mit Respekt und Rücksicht und verzichten Sie auf Feindseligkeiten. Achten Sie darauf, niemanden herabzuwürdigen oder lächerlich zu machen. Unterlassen Sie zum Beispiel die Verballhornung von Namen oder abwertende Bemerkungen über das Aussehen von Personen. Beschimpfungen, Drohungen und Beleidigungen, sowie ruf- oder geschäftsschädigende Äußerungen werden nicht akzeptiert.

Sachliche Argumentation: Untermauern Sie Ihre Meinung mit nachvollziehbaren Begründungen, geben Sie Quellen an und gehen Sie auf die Argumente anderer User auf einer sachlichen Ebene ein. Bitte unterlassen Sie nicht prüfbare Unterstellungen oder Verdächtigungen. Konstruktive Kritik ist willkommen, wenn diese respektvoll und sachlich formuliert ist und auf konkrete Argumente zurückgreift (Details).

Keine Diskriminierung und Diffamierung: Rassistische, sexistische, frauenfeindliche, homophobe, antisemitische und andere menschenfeindliche Beiträge, in denen Gruppen pauschal verurteilt oder verunglimpft werden, sind nicht gestattet. Es liegt in der Verantwortung des Verfassers, solche Interpretationen auszuschließen."

Bitte beurteilt bitte selbst ob, unter diesen angeführten Postings etwas gegen diese Community Regeln verstösst.

Thomas Herzig

Thomas Herzig

Thomas Herzig

Thomas Herzig

Thomas Herzig

Thomas Herzig

Thomas Herzig

Thomas Herzig

Thomas Herzig

Thomas Herzig

Thomas Herzig

Thomas Herzig

Thomas Herzig

Thomas Herzig

Thomas Herzig

Bezeichnend ist auch ,dass manchmal zuerst ein Posting gelöscht wurde, später dann aber ein neu Posting mit genau gleichem Inhalt zugelassen wurde.

Möglicherweise hatte da ein Schichtwechsel bei dem/der Praktikanten/in stattgefunden, der/die zensuriert.

Thomas Herzig

Thomas Herzig

Ich gewinne zunehmend den Eindruck ,dass der Standard nicht mehr primär darauf aus ist, seine Leser umfassend und objektiv zu informieren, sondern die Meinung der Leserschaft entsprechend einer bestimmten politischen Agenda auf Kurs zu bringen.

Leserkommentare, die dieser Agenda widersprechen, sind dem natürlich nicht hilfreich.Sie sind oft ein korrektiv, das den Widerspruch zwischen öffentlicher und veröffentlichter Meinung sichtbar macht. Also ist die Verlockung groß die eigene Macht über das Leserforum zu nutzen und nicht genehme Postings oder gar Poster als Gesamtes aus dem Forum zu eliminieren.

Einst verdienten Zeitungen ihr Geld von ihren Lesern, die für ein paar Schillinge das Blatt kauften. Heute werden Zeitungen gratis im Internet gelesen. Sie finanzieren sich durch Inserate, Staatliche Förderungen und über Miteigentümer, die anderwärtig das große Geld machen. Die eigentliche Dienstleistung der Zeitungen ist somit nicht mehr die wahrheitsgemäße Informationen an deren Leser, sondern die Meinung der Leser ist die Ware der Zeitungen für deren Geldgeber.

Wir alle haben bereits in der Schule gelernt, dass Medien in Diktaturen Propaganda betrieben, die Vorrang vor der Wahrheit hat. Warum sollten wir annehmen dass dies bei uns, in einer Demokratie weniger der Fall ist? Ein Diktator braucht notfalls nicht auf die Meinung des Volkes Rücksicht nehmen er fährt drüber hinweg.

In einer Demokratie ist es hingegen noch viel wichtiger für mächtige Personen und Institutionen, die Meinung der Bürger zu beeinflussen, damit diese das Gewünschte denken, kommunizieren, konsumieren und wählen.

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Aron Sperber

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