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Eigenheimbesitzer haben es gut. Es ist ihr Grundstück, ihr Haus und sie können machen, was immer sie wollen. Oder etwa nicht? Wir widmen uns heute der Frage, inwiefern Hausbesitzer eigentlich auf ihre Umgebung achten müssen, wenn es darum geht, die Hausfassade zu streichen oder das Haus anderweitig zu “dekorieren”. Was ist erlaubt und was nicht?

Erlaubt ist alles, was nicht verboten ist

Mit diesem Leitsatz starten wir, denn genau so lässt es sich grundlegend handhaben. Erlaubt ist im Grunde genommen tatsächlich alles, wenn es nicht in irgendeiner Form verboten ist.

Das Haus muss sich daher optisch nicht an die Umgebung oder gar an eine andere Doppelhaushälfte anpassen. Doch Achtung: Das bedeutet meistens dennoch keinen Freifahrtschein.

Gestaltung abhängig der Gemeinde

In allen Gemeinden liegt in der Regel ein Bebauungsplan vor, der besagt, wie die Grundstücke im Ort bebaut werden dürfen. Dabei wird in diesem Plan auch geregelt, inwiefern Flächen freigelassen werden müssen. Teilweise sind die Vorgaben so umfangreich gestaltet, dass sogar eine eigene Gestaltungssatzung vorliegen kann.

Wichtig für Eigenheimbesitzer: Vor Änderungen immer nach dem Bauplan und der Gestaltungssatzung fragen, um sicherzugehen, dass die Gestaltungswünsche gestattet sind.

Wissenswert: Viele historische Gemeinden oder Orte, in denen stark auf Nachhaltigkeit geachtet wird, haben häufig die besagte Gestaltungssatzung. Damit soll das “allgemeine Bild der Gemeinde” nicht durch bestimmte Bauten oder Änderungen zerstört werden.

Muss ich auch die Nachbarn fragen?

Um die Beachtung der Regeln kommt niemand herum. Doch wie sieht es mit den Nachbarn aus? Muss ich diese ebenfalls um Erlaubnis bitten, wenn ich mein Haus beispielsweise mit Fassadenfarbe in Sonnengelb streichen lassen möchte?

Die Antwort ist theoretisch nein. Praktisch gesehen dürfte jedem Bewohner aber schon etwas am nachbarschaftlichen Verhältnis liegen. Aus diesem Grund ist es empfehlenswert, wenigstens einmal klopfen zu gehen und das Gespräch zu suchen.

Welche Farben sind erlaubt?

Viele Hausfassaden von kleinen Häusern, großen Häusern, Mehrfamilien- oder Doppelhäusern ließen sich durch knallige Farben ein wenig aufpeppen. Doch wie kommt es, dass trotzdem nur selten blaue, pinke oder gelbe Häuser zu sehen sind? Dürfte ich jederzeit mein Haus in Schweinchenrosa streichen, wenn es mir gefällt?

Auch hier gilt: Die gesetzlichen bzw. städtischen Regelungen geben den Ton (und demnach auch die Farbe) an. Häufig wird in einer Gestaltungssatzung sogar schon eine bestimmte Farbpalette für die Fassadenfarbe vorgegeben, aus der sich die Immobilienbesitzer bedienen dürfen.

Verschandelung ist nicht erlaubt

Sowohl das allgemeine Ortsbild als auch die Straße an sich darf durch die Neuerungen am eigenen Haus nicht verschandelt werden. Das geht aus den Muster-Bauordnungen und den Landes-Bauordnungen. Es gibt zwar viele verschiedene dieser Verordnungen, aber, dass Ort und Straße nicht verschandelt werden dürfen - hier sind sich alle Verordnungen einig.

Doch was ist eine Verschandelung, wenn es um die eigene Hausfassade geht? Das kommt ganz auf die Region an. Eine skandinavische Hütte in Rot würde in einer Region, in der sonst nur heller Rauputz verwendet wird, sehr deplatziert wirken. Das wiederum könnte eine Verschandelung sein, wobei das jeweils der Einzelfall bestimmt.

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Der hat doch einen an der Klatsche!

Der hat doch einen an der Klatsche! bewertete diesen Eintrag 30.09.2019 14:14:43

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