Sicher und anonym im Internet surfen trotz Überwachungsstaat

Daten sind ein kostbares Gut, das leicht missbraucht werden kann. Seitdem Edward Snowden die Sammelwut des amerikanischen Geheimdienstes NSA offenbart hat, agieren viele Internetnutzer vorsichtiger.

Doch nicht nur Geheimdienste sind auf Daten aus: Viele Unternehmen suchen Möglichkeiten, an Nutzerdaten zu gelangen und diese profitabel zu verwerten. Dies zeigt die aktuelle Facebook-Affäre.

Wie kann man sich und seine Daten wirkungsvoll schützen?

So werden unsere Daten gesammelt

Wirkungsvoller Schutz heißt nicht hundertprozentige Sicherheit. In der digitalen Welt ist nichts vollkommen sicher. Trotzdem lassen sich Maßnahmen ergreifen, die die Möglichkeit eines Datenmissbrauchs minimieren.

Im Internet erhält jeder Teilnehmer eine IP-Adresse. Anhand dieser Kennnummer lassen sich das angebundene Gerät und sein Standort identifizieren. Viele Websites und Apps zeichnen die IP-Adresse auf, um Nutzern ein angepasstes Erlebnis zu bieten und eine entsprechende Sprachausgabe anzuzeigen. Weitere Angaben werden in Cookies gespeichert und bei Bedarf von Internetdiensten ausgelesen.

Sowohl IP-Adressen als auch Cookies können zu statistischen Zwecken bezüglich der geografischen Eigenschaften, Interessen oder Präferenzen von Nutzern dienen. Werden diese Daten regelmäßig gesammelt, wie es bei Diensten von Google, Facebook und ähnlichen Plattformen üblich ist, können Profile erstellt werden, die Nutzergewohnheiten offenbaren.

Verwendet ein Nutzer Google-Dienste regelmäßig in einer Gay-Bar, kann Google dies erkennen und theoretisch davon ausgehen, dass der Nutzer homosexuell ist. Werden hingegen oft Websites zum Thema Fußball besucht, weiß Google, dass dem Nutzer relevante Anzeigen zu sportlichen Aktivitäten angezeigt werden sollen. Diese und andere Informationen können aber nicht nur zur angepassten Anzeigenschaltung, sondern vielleicht auch zu anderen statistischen Zwecken genutzt werden so dies in der Facebook-Affäre der Fall war.

Sobald Webdienste unsere Gewohnheiten kennen und sogar wissen wann und wohin wir uns bewegen, können leicht umfassende Personenprofile entstehen, die Unternehmen ggf. profitabel verkaufen können. Um dies zu verhindern und dennoch die Vorteile von Google und Facebook nutzen zu können, bieten sich sogenannte VPN-Lösungen an, die sich im Übrigen auch dafür eignen, um das verhasste Geoblocking zu umgehen.

Verschlüsselung des Datenverkehrs

VPN-Software verschlüsselt den Datenverkehr und verbirgt die echte IP-Adresse des Nutzers. Die Verbindung wird über einen VPN-Server umgeleitet, sodass Dienste wie Google, Facebook und Co. nur die IP-Adresse des VPN-Servers erkennen. Der echte Standort bleibt verborgen, es sei denn, das GPS-Modul des Smartphones oder Tablets ist aktiv und wird abgefragt.

VPN-Software ist sowohl für Mobilgeräte als auch Desktop-PCs und Notebooks erhältlich. Ein deutscher Hersteller setzt mit seinem VPN-Router sogar auf eine hardwareseitige Lösung.

Zur Datensicherheit trägt eine gute Antivirensoftware bei. Viele Schadprogramme dienen dem Datendiebstahl. Antivirenprogramme sind in der Lage solche Malware zu erkennen und unschädlich zu machen.

Privater Browser-Modus

Neben einer sicheren VPN-Verbindung und einem Antivirenprogramm sind sogennante Privat- oder Inkognito-Fenster des Internetbrowsers nützlich. Moderne Webbrowser wie Firefox, Chrome, Opera oder Edge bieten so einen Modus an. Der Nutzer kann damit im Internet surfen, ohne dass im Browser Cookies und sonstige Websitedaten gespeichert werden.

Wer keinen privaten Modus nutzen möchte, sollte regelmäßig seine Browserdaten bereinigen. Dies gelingt in den Einstellungen des jeweiligen Browsers oder mithilfe einer Systemoptimierungssoftware.

Vorsicht ist das A und O

Das schwächste Glied eines Sicherheitskonzepts ist immer der Nutzer. Daher sollte jeder User zweimal überlegen, bevor er in Diensten wie Google oder Facebook Daten eingibt. Sollen diese Informationen wirklich für andere zugänglich sein? Ähnliches gilt für Apps. In vielen Programmen sind Funktionen zur Weitergabe von Nutzerdaten implementiert, die aber in den Einstellungen deaktiviert werden können.

Bewusste Nutzer können Big Brother entkommen. Wer möglichst anonym und sicher im Internet surfen will, sollte mit seinen Daten vorsichtig umgehen und auf gute Software setzen.

pixabay/teguhjatipras

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G. Szekatsch

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