......> Der Mehrwert ist die allgemeine Quelle der Einkommen der verschiedenen Gruppen der Kapitalisten (industrielle Kapitalisten, Handelskapitalisten, Agrarkapitalisten usw.). Er tritt in den verschiedenen Formen z.B. als PROFIT, ZINS, GRUNDRENTE, usw., in Erscheinung. Das Streben der Kapitalisten nach M. hat objektiven Charakter. Das Mehrwertgesetz, das diesen Vorgang widerspiegelt, ist das ökonomische Grundgesetz des Kapitalismus. Sein Wirken bestimmt alle ökonomischen Grundprozesse der kapitalistischen Produktionsweise. Die vom Kapitalisten ständig angestrebte Erhöhung des M. ist grundsätzlich auf zwei Wegen möglich. Gelingt es dem Kapitalisten, den Arbeitstag absolut zu verlängern - bei unveränderter Länge der notwendigen Arbeitszeit -, so wachsen die Mehrarbeitszeit und damit der M. Dadurch entsteht absoluter M. Das gleiche Resultat wird bei unveränderter Gesamtlänge des Arbeitstages, aber erhöhter Intensität der Arbeit erzielt. Bei unveränderter Länge des Arbeitstages und Verkürzung der notwendigen Arbeitszeit infolge der Erhöhung der Arbeitsproduktivität und der damit verbundenen Senkung des Wertes der Arbeitskraft vergrößert sich ebenfalls die Mehrarbeitszeit und damit der M. Die auf diese Weise erreichte Veränderung der Relation von notwendiger und Mehrarbeitszeit führt zu einem Zuwachs an M., der als relativer M. bezeichnet wird. Im Frühkapitalismus preßten die Unternehmer dadurch einen größeren absoluten M. aus den Arbeitern heraus, dass sie durch Staatsgesetze und durch Ausnutzung der Unorganisiertheit der Arbeiter den Arbeitstag unbegrenzt verlängerten und die Frauen und Kinder der Arbeiter dem Ausbeutungsprozeß unterwarfen. Der über ein Jahrhundert von der organisierten Arbeiterklasse geführte Kampf um die Verkürzung der Arbeitszeit zwang die Kapitalisten, verstärkt solche Methoden anzuwenden, die den relativen M. schaffen. Aber auch die Methode der Gewinnung von absolutem M. wurde weiter praktiziert, indem die Unternehmer die Arbeiter durch niedrige Löhne und geringfügige Zuschläge zu Überstunden veranlaßten und vor allem die Intensität der Arbeit erhöhten. Auch heute, unter den Bedingungen des staatsmonopolistischen Kapitalismus und der wissenschaftlich-technischen Revolution, werden beide Methoden der Mehrwertproduktion zugleich angewandt. Die Produktion und Aneignung von M. ist die entscheidende materielle Grundlage des antagonistischen Klassengegensatzes von Arbeiterklasse und Kapitalistenklasse, wobei beide Formen des M. Anlaß zu ständigen Klassenauseinandersetzungen zwischen Arbeitern und Kapitalisten sind (Klassenkampf). Eine spezielle Art des M. ist der Extra-M. Er wird dadurch erzielt, dass einige Unternehmen eines Produktionszweiges durch Verbesserung der Produktion eine höhere Arbeitsproduktivität als andere erreichen. Dadurch ist der individuelle Wert der Waren dieser Unternehmen niedriger als der gesellschaftliche Wert oder Marktwert. Sie gewinnen auf diese Weise einen größeren relativen M. Durch den Konkurrenzkampf um den Absatz und die Modernisierung der Produktion der anderen Betriebe existiert der Extra-M. nur zeitweilig. Mit dem Aufkommen der Monopole verwandelt sich der Extra-M. in den Monopolprofit. Der gesamte Mechanismus der Produktion von M. und die sich hinter dem Kauf der Arbeitskraft verbergende Ausbeutung der Arbeiter durch die Kapitalisten wurde von K. Marx in seiner Mehrwerttheorie aufgedeckt. W.I. Lenin bezeicnete die Mehrwerttheorie als den Grundpfeiler der ökonomischen Theorie von Marx. Mit ihr wird die Unhaltbarkeit der Thesen der bürgerlichen Ökonomie über die Harmonie der Klasseninteressen von Arbeiterklasse und Bourgeoisie nachgewiesen und der Arbeiterklasse die geistige Waffe für ihren Kampf zum Sturz der kapitalistischen Ausbeuterordnung und um den Sozialismus gegeben. (Seite 535)

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