die beiden Entwicklungsphasen oder qualitativen Entwicklungsstufen der einheitlichen kommunistischen Gesellschaftsformation, welche die kapitalistische Gesellschaftsformation gesetzmäßig ablöst. Die revolutionäre Ablösung des Kapitalismus und der Aufbau des Sozialismus ist die historische Mission der Arbeiterklasse, die diese unter Führung der marxistisch-leninistischen Partei im Bündnis mit den werktätigen Bauern und allen anderen werktätigen Schichten erfüllen muss. Wissenschaftlich nachgewiesen und begründet wurde der Sozialismus im Marxismus-Leninismus, der zugleich als Weltanschauung der Arbeiterklasse das theoretische Fundament zur Erfüllung ihrer historischen Mission darstellt. Sozialismus und Kommunismus sind durch gemeinsame Wesenszüge verbunden: das gesellschaftliche Eigentum an Produktionsmitteln, die Beseitigung der Ausbeutung des Menschen durch den Menschen, die Entwicklung der Produktion zum Zweck der immer besseren Befriedigung der materiellen und kulturellen Bedürfnisse der Werktätigen, die allseitige Entwicklung der Fähigkeiten und Talente des Menschen und die Herausbildung eines neuen Typs der Persönlichkeit, die Veränderung des Charakters der Arbeit, die aus einem Mittel des Lebensunterhalts immer mehr zum ersten Lebensbedürfnis der Menschen wird, die bewusste und planmäßige Leitung der gesellschaftlichen Prozesse und der Gesamtentwicklung der Gesellschaft auf der Grundlage der erkannten Gesetzmäßigkeiten. Da der Sozialismus erst die erste Phase der neuen Gesellschaftsformation ist, ist er in ökonomischer, sozialer, geistiger und moralischer Hinsicht noch mit den "Muttermalen" der alten Gesellschaft behaftet und unterscheidet sich vom Kommunismus. Im Sozialismus ist die soziale Gleichheit noch nicht völlig verwirklicht; es bestehen noch Klassen; es fehlt noch ein solcher Überfluß an materiellen Gütern, dass alle Bedürfnisse restlos befriedigt werden können; die wesentlichen Unterschiede zwischen Stadt und Land sowie zwischen körperlicher und geistiger Arbeit sind noch nicht überwunden. "Womit wir es zu tun haben, ist eine kommunistische Gesellschaft, nicht wie sie sich auf ihrer eigenen Grundlage entwickelt hat, sondern umgekehrt, wie sie eben aus der kapitalistischen Gesellschaft hervorgeht, also in jeder Beziehung, ökonomisch, sittlich, geistig, noch behaftet ist mit den Muttermalen der alten Gesellschaft, aus deren Schoß sie herkommt." (Marx) Dennoch ist der Sozialismus eine neue Qualität der Gesellschaftsentwicklung und ist eine große Errungenschaft der Arbeiterklasse und aller Werktätigen. Im Sozialismus überwinden die Werktätigen unter Führung der Arbeiterklasse und ihrer Partei die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen für immer, sie beseitigen Klassenunterdrückung und Klassenantagonismus, sie schaffen für alle soziale Sicherheit und einen wachsenden materiellen und kulturellen Lebensstandard. Mit dem Sozialismus endet die Vorgeschichte der Menschheit und beginnt die eigentliche Geschichte, weil die Menschen nun ihren eigenen gesellschaftlichen Lebensprozeß bewusst gestalten und beherrschen lernen, statt von seinen spontan wirkenden Gesetzmäßigkeiten beherrscht zu werden. Die objektiven Gestzmäßigkeiten der gesellschaftlichen Entwicklung wirken im Sozialismus nicht mehr bewusstlos hinter dem Rücken der Menschen wie blinde Naturgesetze, sondern werden in zunehmendem Maße mit Wissen und Bewusstsein planmäßig angewandt, um die gesellschaftliche Entwicklung zu leiten. Damit verlieren diese den Charakter eines Naturprozesses, und die Menschheit hebt sich völlig und endgültig aus dem Naturreich heraus. Die Arbeiterklasse und die mit ihr verbündeten Werktätigen entwickeln sich immer umfassender zum bewussten Subjekt der Geschichte, welches seinen gesamten Lebensprozeß planmäßig mit dem Ziel gestaltet, immer bessere Bedingungen für die allseitige Entwicklung der Menschen zu schaffen und die welthistorische Aufgabe der Arbeiterklasse zu verwirklichen: die klassenlose kommunistische Gesellschaft zu errichten. In diesem Sinne ist der Sozialismus der entscheidende qualitative Einschnitt in der Geschichte der Menschheit, weshalb F. Engels den Übergang zum Sozialismus als den "Sprung aus dem Reich der Notwendigkeit in das reich der Freiheit" bezeichnete. Der Sozialismus wird im Ergebnis der sozialistischen Revolution und der Übergangsperiode vom Kapitalismus zum Sozialismus und Kommunismus von der Arbeiterklasse im Bündnis mit allen anderen werktätigen Klassen und Schichten unter der Führung der marxistisch-leninistischen Partei geschaffen. Der Aufbau und die Entwicklung der sozialistischen Gesellschaft erfolgt auf der Grundlage allgemeingültiger Gesetzmäßigkeiten: Durchführung der proletarischen Revolution und Errichtung der Diktatur des Proletariats in der einen oder anderen Form; Führung der werktätigen Massen durch die Arbeiterklasse und deren Vortrupp, die marxistisch-leninistische Partei; Bündnis der Arbeiterklasse mit der Bauernschaft und den anderen werktätigen Schichten; Beseitigung der nationalen Unterdrückung und Herstellung von Gleichberechtigung und brüderlicher Freundschaft zwischen den Völkern; Annäherung der Länder der sozialistischen Staatengemeinschaft (sozialistische ökonomische Integration); Verteidigung der Errungenschaften des Sozialismus gegen die Anschläge äußerer und innerer Feinde; Solidarität der Arbeiterklasse des gegebenen Landes mit der Arbeiterklasse der anderen Länder - der proletarische Internationalismus; Beseitigung des kapitalistischen Eigentums und Herstellung des gesellschaftlichen Eigentums an den Produktionsmitteln; schrittweise sozialistische Umgestaltung der Landwirtschaft; planmäßige Entwicklung der Volkswirtschaft, gerichtet auf den Aufbau des Sozialismus und Kommunismus, auf die Befriedigung der Bedürfnisse und die ständige Hebung des Lebensniveaus der Werktätigen; Revolution auf dem Gebiet der Ideologie und Kultur sowie die Herausbildung einer sozialistischen Intelligenz aus der Arbeiterklasse und der werktätigen Bauernschaft. Diese objektiven Gesetzmäßigkeiten müssen von den einzelnen marxistisch-leninistischen Parteien entsprechend den jeweiligen konkret-historischen Bedingungen, einschließlich der nationalen Besonderheiten, schöpferisch angewandt werden. Die besonderen Formen des Aufbaus und der Organisation der sozialistischen Gesellschaft sind konkrete Erscheinungsformen der allgemeingültigen Gestzmäßigkeiten des Sozialismus, denn das Allgemeine existiert vermittels des Besonderen und Einzelnen. "Stützt man sich nicht auf die allgemeinen Gesetzmäßigkeiten und berücksichtigt nicht die konkrete historische Spezifik eines jeden Landes, so ist es unmöglich, den Sozialismus zu errichten. Ohne Berücksichtigung dieser beiden Faktoren ist es auch unmöglich, die Beziehungen zwischen den sozialistischen Staaten richtig zu entwickeln." (Breshnew)

Der moderne rechte Revisionismus bestreitet die Existenz allgemeingültiger Gesetzmäßigkeiten des Sozialismus und propagiert verschiedene "nationale Modelle" des Sozialismus, wodurch er die internationale Bedeutung der Erfahrungen der Sowjetunion und der anderen sozialistischen Länder ignoriert. Die Mißachtung der besonderen nationalen Bedingungen und die Verabsolutierung der allgemeinengültigen Gesetzmäßigkeiten führt theoretisch zu einem unfruchtbaren Dogmatismus und praktisch zur mechanischen Übertragung der Erfahrungen und konkreten Wege anderer Länder ohne Rücksicht auf die unterschiedlichen Bedingungen. Wie die historischen Erfahrungen der Sowjetunion u.a. sozialistischer Länder lehren, ist der Sozialismus keine kurze Übergangsphase, sondern eine längere Entwicklungsstufe der kommunistischen Gesellschaftsformation, die ihrerseits verschiedene Etappen durchläuft. Der Aufbau der sozialistischen Gesellschaft ist in allen Etappen primär eine politische Aufgabe, die nur mittels der politischen Macht der Arbeiterklasse in Gestalt der Diktatur des Proletariats und unter Führung der Arbeiterklasse und der marxistisch-leninistischen Partei gelöst werden kann. Der sozialistische Staat ist daher das entscheidende Machtinstrument der Arbeiterklasse, um das ganze System der gesellschaftlichen Verhältnisse grundlegend umzugestalten und den Sozialismus zu errichten. Die wichtigste Aufgabe der Arbeiterklasse nach der Eroberung der politischen Macht besteht darin, mittels des sozialistischen Staates die sozialistische Produktionsweise zu schaffen, welche die ökonomische Grundlage des Sozialismus bildet. Das bedeutet: Durch die Politik der sozialistischen Vergesellschaftung wird das kapitalistische Eigentum an den Produktionsmitteln in gesellschaftliches (staatliches) Eigentum übergeführt; durch den freiwilligen Zusammenschluß in Produktionsgenossenschaften (Kollektivierung) wird das Privateigentum an den Produktionsmitteln der Bauern, Handwerker u.a. Kleinproduzenten in genossenschaftliches sozialistisches Eigentum verwandelt. Durch die Politik der sozialistischen Industrialisierung, durch die Entwicklung der Produktivkräfte in Industrie und Landwirtschaft wird die materiell-technische Basis des Sozialismus geschaffen, welche den Sieg der neuen Gesellschaft und die ständige Hebung des Wohlstandes der Werktätigen gewährleistet. Mit der Umgestaltung der Eigentumsverhältnisse wird die Klassenstruktur der alten Gesellschaft, die auf der Herrschaft des Privateigentums an den Produktionsmitteln und der Ausbeutung beruhte, zerstört und eine völlig neue Klassenstruktur geschaffen, die nicht mehr auf Ausbeutung und Klassenunterdrückung beruht, sondern auf dem Bündnis der Arbeiterklasse mit den anderen werktätigen Schichten. Diese radikale Umgestaltung der sozialen Verhältnisse erfolgt in einem erbitterten Klassenkampf, in dem schließlich die Frage "Wer - wen?" zugunsten des Sozialismus entschieden wird. Nachdem die Grundlagen des Sozialismus errichtet wurden und die sozialistischen Produktionsverhältnisse in allen Bereichen gesiegt haben, besitzt die sozialistische Gesellschaft folgende Klassenstruktur: die Arbeiterklasse als führende und bestimmende soziale Kraft der neuen Gesellschaft, die Klasse der Genossenschaftsbauern als eine weitere Hauptklasse, die Schicht der sozialistischen Intelligenz u.a. werktätige Schichten (z.B. Handwerker). Die Angehörigen der Arbeiterklasse, der Bauernschaft und der Intelligenz erwerben ihren Anteil am gesellschaftlichen Reichtum durch die Arbeit zum Nutzen der Gesellschaft. Im Sozialismus wirkt das Verteilungsprinzip "Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seiner Leistung". Dieses Prinzip entspricht dem ökonomischen Reifegrad der ersten Entwicklungsstufe der kommunistischen Gesellschaftsformation und wirkt zugleich als Hebel zur raschen Entwicklung der Produktivkräfte. Der Sozialismus beseitigt die Klassenantagonismen, aber die völlige Aufhebung der Klassen ist ein komplizierter und langwieriger Prozeß, der noch weitergehende ökonomische, soziale und geistige Umgestaltung erfordert, die ihrerseits einen bedeutend höheren Entwicklungsstand der Produktivkräfte voraussetzt. Auf der Grundlage der gemeinsamen gesellschaftlichen Interessen und des Bündnisses der Arbeiterklasse, der Klasse der Genossenschaftsbauern und der Intelligenz bildet sich die politisch-moralische Einheit der sozialistischen Gesellschaft heraus und festigt sich mit dem weiteren Fortschritt des Sozialismus in dem Maße, wie sich die Klassen und Schichten einander annähern. Die weitere Annäherung der Klassen und Schichten erfolgt auf der Basis der Grundinteressen, der Weltanschauung und der Ideale der Arbeiterklasse mit dem Ziel der Vervollkommnung des Sozialismus und des Übergangs zum Kommunismus. Der Sozialismus beseitigt auch den für alle antagonistischen Klassengesellschaften, insbesondere für den Kapitalismus, charakteristischen Gegensatz zwischen Stadt und Land, der sich in der politischen Beherrschung und der ökonomischen Ausbeutung des Landes durch die Städte sowie in der technischen, kulturellen und geistigen Rückständigkeit des Landes äußert. Nach der Eroberung der politischen Macht leistet die Arbeiterklasse der werktätigen Bauernschaft eine allseitige, lang währende politische, ökonomische und ideologische Hilfe, um die Rückständigkeit des landes zu überwinden. Sie unterstützt die bauern bei der sozialistischen Umgestaltung der Landwirtschaft, stattet die sozialistische Landwirtschaft mit moderner Technik und Wissenschaft aus, welche die Entwicklung industriemäßiger Produktionsmethoden zulassen. Mit Hilfe des sozialistischen Staates überwindet die sozialistische Gesellschaft die allgemeine kulturelle Rückständigkeit des Dorfes und nähert die Lebensbedingungen des Landes denen der Stadt an. Im Sozialismus ist es jedoch objektiv noch nicht möglich, alle wesentlichen Unterschiede zwischen Stadt und Land zu überwinden. Dies wird erst im Kommunismus möglich werden, wenn der Entwicklungsstand der Produktivkräfte und der Produktionsverhältnisse es ermöglichen wird, die Agrarproduktion als Zweig der industriellen Arbeit zu entwickeln. Eine wichtige Errungenschaft des Sozialismus ist die Überwindung des Gegensatzes zwischen körperlicher und geistiger Arbeit, der für alle antagonistischen Gesellschaftsformationen typisch ist. Körperliche und geistige Arbeit bilden zwei Seiten der gesellschaftlichen und individuellen Arbeit. Die Entwicklung der Produktivkräfte und die hierauf beruhende Arbeitsteilung führte zur Trennung von geistiger und körperlicher Arbeit im gesellschaftlichen Arbeitsprozeß, und diese Trennung wurde auf der Grundlage des Privateigentums an den Produktionsmitteln und der Herrschaft der besitzenden Klassen zu einem antagonistischen gesellschaftlichen Gegensatz. Indem der Sozialismus das Privateigentum an den Produktionsmitteln, die Ausbeutung und die Herrschaft der besitzenden Klassen beseitigt, überwindet er die Klassengrundlage des Gegensatzes von körperlicher und geistiger Arbeit. Im Verlaufe des Aufbaus und der Entwicklung der sozialistischen Gesellschaft werden körperliche und geistige Arbeit einander angenähert, obwohl die gesellschaftliche Arbeitsteilung zwischen ihnen im Maßstab der ganzen Gesellschaft noch nicht aufgehoben werden kann. Die Annäherung von körperlicher und geistiger Arbeit im Sozialismus vollzieht sich in folgender Weise: Die Brechung des Bildungsprivilegs der herrschenden Klassen und die Entwicklung des sozialistischen Bildungswesens eröffnet der Arbeiterklasse und allen Werktätigen den Zugang zu allen Formen und Stufen der Bildung; die grundlegende Veränderung der materiell-technischen und der kulturellen Grundlagen der Gesellschaft, insbesondere die Entwicklung der sozialistischen Arbeit, fordern und stimulieren ein mächtiges Anwachsen des kulturell-technischen Niveaus der werktätigen Massen; die aktive Teilnahme an der Leitung und Planung der betrieblichen, der gesamtgesellschaftlichen und der staatlichen Angelegenheiten verbindet sich mit der produktiven Arbeit; die sozialistische Arbeit wird in diesem Entwicklungsprozeß auch aufgrund der Entwicklung der Produktivkräfte immer stärker "intellektualisiert", d.h., die wesentlichen Unterschiede zwischn körperlicher und geistiger Arbeit werden immer mehr überwunden. Gleichzeitig bildet die sozialistische Gesellschaft aus den Reihen der Arbeiterklasse und der anderen werktätigen Klassen und Schichten eine neue, sozialistische Intelligenz heran, die mit der Arbeiterklasse eng verbunden ist und die Resultate ihrer Arbeit in den Dienst des Sozialismus stellt. Grundlegend verändert werden mit der Errichtung des Sozialismus auch die Beziehungen zwischen den Nationen. Mit dem Gegensatz der Klassen wird auch die Grundlage für die Unterdrückung von Nationen durch andere und für die Feindschaft der Nationen beseitigt. Nachdem die Grundlagen des Sozialismus errichtet wurden und die sozialistischen Produktionsverhältnisse in allen Lebensbereichen der Gesellschaft gesiegt haben, tritt die sozialistische Gesellschaft in die Etappe ihrer Vollendung ein, in der sie als entwickelte sozialistische Gesellschaft gestaltet wird. In dieser Etappe sind im allgemeinen folgende Grundaufgaben zu lösen: die Vollendung der allseitig entwickelten materiell-technischen Basis des Sozialismus und die Erhöhung des Wohlstandes des Volkes; die Herstellung optimaler Proportionen zwischen den Zweigen der Volkswirtschaft, die ausgewogene, harmonische Entwicklunng aller Seiten des gesellschaftlichen Lebens; die Vollendung der sozialistischen Umgestaltung der gesamten Wirtschaft; die Beseitigung der letzten Überreste der Ausbeutung; die weitere Entwicklung der sozialistischen Demokratie; die weitere Erhöhung des sozialistischen Bewusstseins des Volkes und die Gestaltung einer reich entwickelten sozialistischen Kultur. In dieser Etappe der sozialistischen Gesellschaft können die objektiven Gesetzmäßigkeiten des Sozialismus in vollem Umfang bewusst und planmäßig angewandt und zur Wirklichkeit gebracht werden, womit auch die allseitige Überlegenheit des Sozialismus über den Kapitalismus erreicht wird. Damit entstehen immer bessere Bedingungen für die Befriedigung der Bedürfnisse und für die allseitige Entwicklung der sozialistischen Persönlichkeit, für die Ausbildung ihrer Fähigkeiten und Talente, für die Erhöhung ihrer schöpferischen Aktivität. Die entwickelte sozialistische Gesellschaft ist eine wichtige Etappe bei der Verwirklichung der welthistorischen Mission der Arbeiterklasse. Im Verlaufe ihrer allseitigen Gestaltung entstehen wesentliche Voraussetzungen für den Übergang zum Kommunismus. In der entwickelten sozialistischen Gesellschaft wächst die Rolle des subjektiven Faktors bedeutend an, vor allem verstärkt sich die führende Rolle der Arbeiterklasse und ihrer marxistisch-leninistischen Partei. Der Übergang zum Kommunismus ist ein relativ lang andauernder, allmählicher Prozeß, in dem die Vorzüge und Triebkräfte des entwickelten Sozialismus voll ausgeschöpft und auf dieser Grundlage die sich herausbildenen Keime, Elemente und Züge des Kommunismus gestärkt werden. Die bestimmende Grundlage dieses Prozesses ist die rasche Entwicklung der Produktivkräfte. Der Kommunismus ist die höhere Entwicklungsphase der kommunistischen Gesellschaftsformation, die mit dem Sozialismus beginnt. Er ist eine klassenlose Gesellschaft, in der die Produktionsmittel einheitliches Volkseigentum und alle Mitglieder der Gesellschaft sozial völlig gleich sein werden, in der mit der allseitigen Entwicklung der Individuen die Produktivkräfte auf der Basis der ständig fortschreitenden Wissenschaft und Technik wachsen und alle Springquellen des gesellschaftlichen Reichtums voller fließen werden, so dass das Verteilungsprinzip "Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen" herrschen wird. Der Kommunismus ist die Gesellschaft der schöpferischen Arbeit und des Überflusses für alle, die Gesellschaft des kulturellen und sinnerfüllten Lebens für alle, der allseitigen Entwicklung der Persönlichkeit. Der Kommunismus ist eine hochorganisierte Gesellschaft freier und bewusster Werktätiger, in der die gesellschaftliche Selbstverwaltung bestehen wird, in der die Arbeit für das Wohl der Gesellschaft erstes Lebensbedürfnis, bewusst gewordene Notwendigkeit geworden ist und jeder seine Fähigkeiten mit dem größten Nutzen für das Volk anwendet. Der Übergang zum Kommunismus erfordert die Überwindung aller Muttermale der alten Gesellschaft, d.h. aller Züge des gesellschaftlichen Lebens, die aus der Klassengesellschaft stammen, denn er entwickelt sich auf seiner eigenen, neu geschaffenen Grundlage. Der Kommunismus hebt die Überreste der alten Formen der gesellschaftlichen Arbeitsteilung, die Unterschiede im sozialökonomischen und kulturellen Entwicklungsniveau zwischen Stadt und Land, zwischen industrieller und landwirtschaftlicher sowie zwischen körperlicher und geistiger Arbeit auf. Im Verlaufe des Aufbaus des Kommunismus verschwinden allmählich die Unterschiede zwischen den Klassen und sozialen Schichten, und es bildet sich die klassenlose Gesellschaft heraus, die keinerlei soziale Unterschiede mehr kennt. Der Aufbau des Kommunismus erfordert die Lösung dreier grundlegender Aufgaben, die eng miteinander verbunden sind: die Schaffung der materiell-technischen Basis des Kommunismus, die Umwandlung der sozialistischen gesellschaftlichen Verhältnisse in kommunistische, die vor allem mit der Überwindung aller Klassenunterschiede verbunden ist, und die Erziehung des neuen, kommunistischen Menschen. Die Schaffung der materiell-technischen Basis des Kommunismus ist dabei die entscheidende Aufgabe, weil alle weiteren Aufgaben des kommunistischen Aufbaus nur auf ihrer Grundlage lösbar sind. Die Umwandlung der sozialistischen gesellschaftlichen Verhältnisse in kommunistische und der Übergang vom sozialistischen Verteilungsprinzip zum kommunistischen kann nur auf der Grundlage einer qualitativ höheren Entwicklungsstufe der Produktivkräfte erfolgen. Die materiell-technische Basis des Kommunismus wird durch ein mächtiges Produktionspotential charakterisiert sein. Sie wird sich durch komplexe Elektrifzierung, Mechanisierung und Automatisierung der Produktion, durch eine rationelle territorale Verteilung der Produktivkräfte und die gleichmäßige Entwicklung der verschiedenen Territorien, durch die effektive Verwendung der Naturreichtümer und der gesellschaftlichen Arbeitskraft und die Sorge um ihre Reproduktion sowie durch die planmäßige wissenschaftliche Organisation der Produktion, der Arbeit und der Leitung im Maßstab der gesamten Gesellschaft auszeichnen. Im Kommunismus wird sich die Wissenschaft in eine unmittelbare Produktivkraft und die Produktion in technologische Anwendungen der Wissenschaft verwandeln. Auf dieser Grundlage wird sich der Charakter der Arbeit grundlegend wandeln und die Arbeit wird zum ersten Lebensbedürfnis der Menschen werden, zu der wichtigsten Sphäre der Entfaltung und Betätigung der Fähigkeiten, Talente und Neigungen der universell entwickelten Individuen. Der Kommunismus ist die Gesellschaft, "worin die freie Entwicklung eines jeden Bedingung für die freie Entwicklung aller ist" (Marx/Engels).

Der hohe Entwicklungsstand der Produktivkräfte und der Arbeitsproduktivität wird es gestatten, die notwendige Arbeitszeit zu verringern und die freie Zeit zu erhöhen, wodurch die Menschen mehr Möglichkeiten für wissenschaftliche, künstlerische und sportliche Betätigung gewinnen, sich zu universell gebildeten Persönlichkeiten entwickeln und ihren Neigungen entsprechend verschiedene Berufe ausüben können. Die freie, universelle Entfaltung der kommunistischen Persönlichkeit in einer Gemeinschaft, die ihren gesellschaftlichen Lebensprozeß bewusst regelt, ist das höchste Ziel des Kommunismus. Im Kommunismus wird die Annäherung der Nationen weitere Fortschritte machen, und nach seinem Sieg im Weltmaßstab werden die Nationen schließlich miteinander verschmelzen. Mit der Errichtung der klassenlosen kommunistischen Gesellschaft vollendet die Arbeiterklasse ihre welthistorische Mission. Dabei hebt sie sich mit der Überwindung aller Klassenunterschiede selbst als Klasse auf. Mit dem Fortfall der Klassenbeziehungen verliert die gesellschaftliche Entwicklung ihren politischen Charakter. Der Staat als das politische Machtinstrument der Arbeiterklasse wird daher absterben, nachdem er sich bereits im Verlaufe des Übergangs zum Kommunismus aus dem Staat der Diktatur des Proletariats in den Staat des gesamten Volkes verwandelt hat. Die Funktion der Leitung und Planung des gesamten gesellschaftlichen Lebensprozesses werden auf die kommunistische Selbstverwaltung übergehen. Solange dem Kommunismus noch ein imperialistisches Gesellschafts- und Staatssystem gegenübersteht, existieren notwendigerweise politische Beziehungen zwischen ihnen. Deshalb müssen die äußeren Funktionen des Staates erhalten bleiben, um die Sicherheit des kommunistischen Gesellschaftssystems zu gewährleisten. Erst nach dem völligen Sieg des Kommunismus im Weltmaßstab können alle Elemente und Funktionen des Staates restlos absterben. Mit dem völligen Sieg des Kommunismus gewinnt die Menschheit die Grundlagen und den Spielraum einer unbegrenzten Entwicklung aller ihrer schöpferischen Möglichkeiten. Gegnwärtig befinden wir uns in der Epoche des Übergangs vom Kapitalismus zum Sozialismus und Kommunismus, die mit der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution begann und in deren weiteren Prozeß sich das sozialistische Weltsystem entwickelte, dessen politische, ökonomische und ideologische Kraft ständig zunimmt. "Das sozialistische Weltsystem ist die etnscheidende Kraft im antiimperialistischen Kampf. Das sozialistische Weltsystem, vor allem die Sowjetunion, erweist .... getreu seiner internationalistischen Pflicht den Völkern, die für ihre Freiheit und Unabhängigkeit kämpfen, eine immer größer werdende Hilfe und festigen den Frieden und die internationale Sicherheit." (Internationale Beratung der kommunistischen und Arbeiterparteien in Moskau 1969) - (Seite 760)

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