„Artwashing Apartheid“ hat mit Madonna nicht ganz geklappt für die Organisatoren des Eurovision Song Contest 2019 in Tel Aviv, Israel.

Lange war garnicht klar, ob die Sängerin überhaupt auftreten würde. Eigentlich hätte der Superstar zur Krönung des Events werden sollen, aber dann lief vieles anders, als geplant.

Tänzerinnen traten mit Gasmasken wie in einem Nuklearkrieg-Szenario auf. Im Hintergrund wurden Bilder von zerstörten Städten gezeigt. Am Ende der Performance sah man auf den Rücken zweier Tänzer die Israel- und Palästina-Flagge. Sämtliche politische Botschaften waren nicht Bestandteil des vereinbarten Programms, sodass nun davon gesprochen wird, Madonna habe die Veranstalter hintergangen.

https://www.tz.de/tv/madonna-desaster-beim-esc-2019-weitere-hintergruende-bekannt-recht-tragisch-zr-12294283.html

Die Medien tönen seit dem Auftritt alle in ein Rohr. Madonnas Darbietung sei miserabel gewesen, die Sängerin wirke alt und gesanglich schlecht. Nun ja, das sind ja keine Neuigkeiten.

Um der Wahrheit die Ehre zu geben, wäre es doch ganz egal gewesen, wie schlecht Madonnas Show gewesen wäre, wenn sie nur ihr Programm präsentiert hätte, ohne unerwünschte politische Botschaften einzustreuen.

Wahrhaftig „Bad Ass“ von „Rebel“ - Madonna, deren Erscheinen vom israelischen Geschäftsmann Sylvan Adams gesponsert wurde, wäre es jedoch gewesen, wenn sie garnicht erst aufgetreten wäre, so wie ihr der Musikerkollege Roger Waters von Pink Floyd riet:

"Wenn du an die Menschenrechte glaubst, Madonna, dann trete nicht auf."

https://www.theguardian.com/commentisfree/2019/apr/17/madonna-human-rights-tel-aviv-israel-palestine

Die Antwort der BDS Kampagne "Artwashing Apartheid" auf Madonnas Entscheidung, doch aufzutreten:

"Artwashing Israel´s brutal oppression of Palestinians for a million dollars must be among the most immoral political agendas."

https://twitter.com/PACBI/status/1128216262239297536/photo/1?ref_src=twsrc%5Etfw%7Ctwcamp%5Etweetembed%7Ctwterm%5E1128216262239297536&ref_url=https%3A%2F%2Fwww.rollingstone.de%2Fzwischen-wollen-und-koennen-madonna-und-ihr-vielleicht-auftritt-beim-esc-2019-1705405%2F

So erscheint es eigentlich eher, als hätte Madonna über „Artwashing Apartheid“ für 1 Million Euro hinweg gesehen, um im Nachhinein die Provokation zu ihrem eigenen Vorteil zu nutzen und dabei am Ende doch noch ein wenig glaubwürdig politisch zu wirken.

Die Veranstaltung hat sie jedoch am Ende damit nicht blamiert. Höchstens sich selbst. Das Geld von Sylvan Adams hat sie trotzdem in der Tasche.

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sisterect

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