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Von Willy Wimmer

Es wurde auf diesem Parteitag nicht ausgesprochen. Aber die SPD vermag es nicht zu überwinden, daß ihr als Partei die soziale Komponente als Markenkern unter Gerhard Schröder gleichsam herausoperiert worden ist. Vielleicht konnte Gerhard Schröder vor dem Hintergrund der auf ihn zurollenden Welle des "shareholder value" gegen die deutsche "soziale Marktwirtschaft" gar nicht anders. Das wird am Schicksal von Oskar Lafontaine besonders deutlich, der der letzte Leuchtturm der "sozialen Marktwirtschaft" in der Abwehr des angelsächsischen Kapitalismus gesehen werden muß. Wer seinerzeit die angelsächsische Kampagnenpresse verfolgte, dem wurde ein Bild von Oskar Lafontaine aufgenötigt, das mit der deutschen Wirklichkeit nichts, aber auch gar nicht zu tun hatte. Aber es galt, ihn als Gralshüter der deutschen und europäischen Sozialsysteme zu beseitigen, denn Plünderung war das Motto der Stunde. Seither laboriert die SPD daran herum, die Folgen damaligen Tuns zu mildern. Das könnte allen Deutschen, die nicht Mitglied der SPD sind, herzlich gleichgültig sein. Kann es nicht, denn aus der politischen Tradition unseres Landes seit zwei Jahrhunderten ist das soziale Rückgrat der Nation nicht wegzudenken, ohne daß die Nation als solche Schaden leiden würde. Es ist wie mit dem demokratischen Erbe der Nation, auf das man nicht verzichten kann, ohne dem Land einen irreparablen Schaden zuzufügen. Allerdings unterliegt jeder in der SPD, auch Herr Künert, einem tödlichen Trugschluß. Man kann nicht eine Generalüberholung der Partei durchziehen, wenn man gleichzeitig an der Regierung ist. Das zerreißt jeden, auch Frau Nahles, Herrn Schulz und Herrn Kühnert.

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Desperado

Desperado bewertete diesen Eintrag 16.02.2018 10:56:43

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