Die Bigotterie unserer Medienlandschaft am Beispiel Mehmet Scholl

Mehmet Scholl und das ARD haben sich getrennt. Ausschlag war die Weigerung des ehemaligen Nationalspielers und langjährigen Sportmoderators, über Doping im russischen Fußball bei dem diesjährigen Confed Cup zu sprechen. Über seine näheren Beweggründe weiß man nichts, aber in der alternativen Presse wird bereits sein ziviler Ungehorsam gefeiert. Mehmet sagte lediglich, es hätte „keine Relevanz“ gehabt und “die fünf Jahre alte Doping Story sollte für diesen schönen Tag draußen bleiben“. Die Kündigung sagt dabei weniger etwas über Mehmet Scholls „Ecken und Kanten“ aus, als über die Bigotterie der deutschen Medienlandschaft. Mit Pluralismus und kritischer Meinungsbildung hat das schon lange nichts mehr zu tun. Spielt ein Akteur das Schmierentheater nicht mit, folgt der Ausschluss, der Schmäh und die öffentliche Diskreditierung. Den Medienkonsumenten sollte es zu denken geben, wie eng das Meinungskorsett geschnürt wird und wie weit wir uns damit zunehmend von der Demokratie entfernen.

Beim Sport ging es noch nie allein um den spielerischen Wettkampf zwischen Nationen. Er wurde schon immer auch als Politereignis zur Manipulation der öffentlichen Meinung benutzt. Noch garnicht lange zurück liegt beispielsweise die Fußball - Europameisterschaft letztes Jahr im Sommer, die von Negativschlagzeilen über Russland regelrecht überschattet wurde. Die einseitige Stimmungsmache gegen dieses Land konnte einem als Fan den Genuss des sportlichen Events regelrecht zunichtemachen. In meinem Fall führte sie gar zum politischen Erwachen. So sehr man Kritik an einer bestimmten Politik üben mag: Als man mit dem Ausschluss Russlands zur Olympiade wegen Dopingvorwürfen drohte, nahm die Medienhetzjagd derart Gestalt an, dass ich mir als Zuschauer nicht mehr aufgeklärt, sondern nur noch manipuliert vorkam. Der Journalist Jens Berger schrieb: „Der Kalte Krieg ist wieder da und der Sport ist eines seiner ersten Opfer.“ Man sollte den öffentlich – rechtlichen Rundfunkanstalten und Medienorganen vielleicht ab und zu mal zurückmelden, dass sie mit ihrer bewussten Feindbilderzeugung nur schlafende Hunde wecken, die sie in ihrem Interesse wohl lieber schlafen gelassen hätten. Wer andern eine Grube gräbt…

Mehmet Scholl - Ein "Deserteur" mit Haltung

Die Wahrheit liegt auf dem Platz

Wird der Sport zum Opfer des Neuen Kalten Krieges?

Mein lieber Scholli – schön, dass so langsam immer mehr Menschen „Nein“ zur Anti-Russland-Kampagne sagen

Mehmet Scholl und die freie Meinung

Ralf Roletschek - Eigenes Werk

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Margaretha G

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benjamin2017

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