Die Kirchen, die AfD und der Nationalsozialismus

Die Ähnlichkeiten zwischen der Propaganda der AfD und dem Nationalsozialismus sind offensichtlich: Hetze gegen Minderheiten, sozial Schwache und der Hass auf die Sozialdemokratie, sowie gegenüber allem Linken.

Um diese Analogien zu verwischen, werden Tatsachen verdreht und immer wieder wird der Islam dafür benutzt.

Dr. Alice Weidel hat sich jüngst wieder in Wortakrobatik geübt, um die heutige Rolle der Kirchen mit deren Duldung des Antisemitismus bzw. Holocaust im Nationalsozialismus zu vergleichen.

Nun könnte man die Kirchen tatsächlich kritisieren, wenn es um deren Passivität und Mitwissertum handelt, was kriegerische Hetze, Interventionen und Aufrüstung anbelangt. Man muss sich eben auch heute wieder fragen, inwiefern sich die Kirchen zu christlicher Nächstenliebe und deren Grundsatz "Du sollst nicht töten" verpflichtet fühlen. Aber dazu kein Wort von Weidel.

Tatsächlich geht die Spitzenkandidatin der AfD so weit, die heutigen Kirchen mit deren Position im Naziregime zu vergleichen, weil sie sich nicht gegen den (unter Generalverdacht stehenden) Islam verbünden.

Weidel schreibt: "Dort arrangierten sie (die Kirchen) sich mit dem NS-Regime, was zu einer fast vollständigen Gleichschaltung führte, Widerstand war nur noch vereinzelt feststellbar."

Kritik von einzelnen Kirchenvertretern, wie des evangelischen Bischofs Markus Dröge ("Ich kann mich als Christ nicht in einer Partei engagieren, die Ängste dramatisiert, Misstrauen sät und Ausgrenzung predigt." ) wird also in Schuld umgekehrt und stigmatisiert. In Wirklichkeit ist dieser Widerstand zu vergleichen mit dem Widerstand Einzelner, die sich im Nationalsozialismus nicht durchsetzen konnten. Frau Weidel macht daraus Schuld für jeden, der sich gegen ihre Hetze gegenüber einer Minderheit wendet.

Weiter behauptet Weidel: "Aufgabe Dröges wäre es als Kirchenmann, die tatsächlich vorhandene gesellschaftliche Spaltung zum Anlass zu nehmen, eine diplomatische Rolle einzunehmen..." - Eine Spaltung, Frau Weidel, die ihre Partei befördert!

"...und sich seiner Verantwortung gegenüber unserer christlich-abendländlischen Kultur bewusst zu werden" - Immer wieder wird hier der christlich-abendländische Kulturbegriff missbraucht, um Menschen gegeneinander in Stellung zu bringen.

Mit uns nicht, Frau Weidel!

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