Was von der „Licht und Liebe“ – Fraktion kommt, geht mir teilweise echt auf die Nerven, wobei mittlerweile schon ein Umdenken stattzufinden scheint.

Ich stimme zu, dass wir in einer sehr bedeutenden Zeit leben, die irgendeine Form der Umwälzung mit sich bringen wird.

Auch ist klar, dass solche gravierenden Veränderungen unangenehme Gefühle für den einzelnen bescheren und dass sich das immer als besonderes Problem für jene herausstellt, die keinen guten Umgang mit ihren Emotionen haben.

Es ist insofern natürlich richtig, irgendeine Art und Weise zu finden, mit alldem umzugehen und die Spiritualität kann uns da wertvolle Dienste leisten.

Die Frage ist, wie man die Spiritualität benutzt. Dient sie auch wieder bloß dem Ego, der eigenen Eitelkeit, der eigenen Unfähigkeit, sich mit unangenehmen Dingen auseinanderzusetzen? Wird sie gar dazu benutzt, um sich im System gut einzufügen, indem man immer nur Liebe predigt und behauptet, man könne immer mit allem im Einklang sein? Ist es in Wirklichkeit die Unfähigkeit, Widerstand zu leisten? Mache ich mir Harmonie bloß vor, weil ich zu meiner Wahrheit nicht stehen kann?

Von jenen, die offenbar mit Umwälzung und Empörung ein Problem haben, wird gerne unterstellt, dass die Empörenden sich behandeln lassen müssen, dass sie in Wirklichkeit einfach nur ein Problem mit sich hätten, dass sie ihre Wut auf etwas Äußeres projizieren. Schlimm genug, dass sich hier welche vom System auch noch instrumentalisieren lassen und bereit sind, den Herrschenden in die Hände zu spielen. Überdies frage ich mich, wer hier tatsächlich mit Emotionen nicht umgehen kann.

Wenn es in der Menschheitsgeschichte keine Empörung gegeben hätte, keine Wut, keine Revolte, dann wäre nie was vorwärts gegangen.

Wäre die französische Revolution, auf deren erkämpften Werte heute ganz Europa steht, ohne Wut, ohne Empörung möglich gewesen?

Hätten die Bauern damals den Adligen mit Liebe begegnen sollen? Wie wäre die Geschichte ausgegangen?

Ich weise die Behauptung zurück, wir würden mit den Herrschenden alle in einem Boot sitzen und könnten sie daher nicht zur Verantwortung ziehen. Liebe Spirituellen - Fraktion, das ist Unsinn und Verblendung! Es mag ja sein, dass wir in spiritueller Hinsicht niemals machtlos sind und es uns in die Handlungsfähigkeit bringen kann, dies zu erkennen. Wir können aber nicht leugnen, dass es politische Machtverhältnisse gibt und von einer Gleichheit oder Einigkeit überhaupt keine Rede sein kann. Seit ein paar Jahrhunderten geht es in diesem System um Interessenskonflikte, die sich auch nicht mit Liebe und Verständnis auflösen lassen! Tatsächlich ist es so, dass in der Regel blutige Auseinandersetzungen den Fortschritt brachten! Besteht Furcht davor, dies einzugestehen?

Wenn ich regieren möchte, stehe ich in großer Verantwortung für die Gesellschaft und sollte meinen Dienst in die Gemeinschaft stellen. Regierende haben sich insofern natürlich der Verantwortung zu stellen. Wenn sie das nicht aushalten, sollen sie es nicht werden!

Ich appelliere an einen reiferen Umgang mit Emotionen, der nicht darin bestehen kann, sich Harmonie vorzugaukeln, wo harte Interessen aufeinanderprallen. Stellt euch der Realität und hört auf, eure Wahrheit zu verleugnen!

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