Spätestens seit sich die YPG nach Erdogans Einmarsch dem syrischen Regime ergeben hat, wird deutlich, worauf die Situation hinausläuft, die Trump mit seiner Entscheidung, US-Truppen abzuziehen, eingefädelt hat.

Der amerikanische Libertäre Ron Paul (Ron Paul´s Institute for Peace and Prosperity) spricht gar von einer Win – Win – Win – Win Situation:

https://twitter.com/RonPaul/status/1183811854432440320/video/1

Die USA als illegale Besatzer ziehen sich zurück. Die Kurden der YPG, die sich bisher als Verbündete der USA gesehen haben, sind dabei, eine Einigung mit der syrischen Regierung zu finden. Nur noch die Türkei ist illegal im Grenzgebiet und insbesondere nach der Waffenruhe sieht es nun ganz danach aus, als würde auch dafür eine Lösung gefunden werden. Die Sicherung der syrisch-türkischen Grenze könnte man mit der Türkei regeln, wobei nun, da sich die YPG ergeben hat, davon auszugehen ist, dass diese Kräfte keine westliche Unterstützung mehr erhalten, und somit die Bedrohung für die Türkei ohnehin eingedämmt ist. Erdogan wird außerdem in den nächsten Tagen Putin treffen. Übrig für Syrien bleibt Russland und der Iran als Verhandlungspartner, die die Souveränität Syriens stets akzeptiert haben. Man kann sich darüber aufregen, dass Russlands Einflussbereich mit diesem Krieg gewachsen ist, aber man muss auch anerkennen, wie leicht der Westen Putin in die Hände gespielt hat.

Bezüglich der Solidarität mit Rojava sind sich derzeit, und das sollte einem auffallen, neokonservative Militaristen, die Israel Lobby und viele Linke, einig (die YPG ist angelehnt an die PKK und die PKK basiert auf linken Ideen). Dennoch herrschen bezüglich der Kurden, die nicht alle die gleichen politischen Ziele teilen, Missverständnisse.

https://kenfm.de/standpunkte-%E2%80%A2-wurden-die-kurden-in-syrien-verraten/

Es sei hier im Besonderen erwähnt, dass viele Kurden auch an Seite der syrischen Regierung gekämpft haben, während sich beispielsweise andere wiederum dem Aufstand angeschlossen, mit Feinden verbündet und zu diesem Zwecke Syrien verraten haben, um ihre eigenen Ziele zu verfolgen. Die Ölfelder im Osten des Landes wurden beispielsweise von der YPG zusammen mit den USA kontrolliert. Dadurch erschwert sich der Wiederaufbau und die Versorgung Syriens. Die kurdische Autonomiebewegung, der man zu Gute halten muss, sich erfolgreich gegen den IS zur Wehr gesetzt zu haben, hätte eine dauerhafte illegale Besatzung der USA zur Folge gehabt. Nicht ohne Grund kamen insbesondere von Israel Sympathiebekundungen, die ebenfalls an einer langfristigen Präsenz der USA im Nordosten Syriens Interesse gehabt hätten. Man muss aber auch sehen, was ein mit westlicher Unterstützung geschaffenes Kurdistan für die arabische Welt bedeutet: Ein weiterer Spaltpilz, der die Gegensätze und Konflikte verschärft und lediglich als imperialistischer Brückenkopf von westlichen Besatzungsmächten gesehen wird. Zu Recht.

Der Schock über Trumps Entscheidung traf somit in erster Linie die Neokonservativen zusammen mit der Israel – Lobby im amerikanischen Kongress.

„The same people who shrieked that Trump was going to get us into a war are the same people now shrieking because Trump is getting us out of a war.“ (Ron Paul)

(„Die gleichen Leute, die geschrien haben, dass Trump uns in einen Krieg führt, sind die gleichen Leute, die jetzt schreien, weil Trump uns aus einem Krieg herausholt“).

Die EU ist der große Verlierer dieses Konflikts und sollte endlich über eine eigenständige Außenpolitik, unabhängig von den USA, nachdenken. Für Deutschland stellt diese Episode ein Lehrstück dar, wenn es um die Bündnistreue USA/NATO geht. Bereitwillig hat sich Berlin einspannen lassen, deutsche Tornados entsendet, Sanktionen gegen Syrien erteilt, womit die Versorgung der syrischen Bevölkerung erschwert ist. Ein Kriegsverbrechen. Jetzt steht man wie ein Depp da.

Die westliche Presse heult erwartungsgemäß immer dann auf, wenn Frieden in Sicht ist und insbesondere, wenn die Falschen gewinnen. Denn nun wird es unangenehm. Es drohen sich all die Lügen der vergangenen Jahre zu entlarven. Nun kommt man allmählich zur Besinnung und bezeichnet beispielsweise die „Syrisch Demokratischen Kräfte“, die vorher so bezeichnete „Freie Syrische Armee“, als Terroristen. Das waren sie schon von Anfang an, nur hatte man sie hier im Westen als Befreiungskämpfer und „gemäßigte Opposition“ dargestellt.

Der versuchte Regime Change und illegale Angriffskrieg war ein vom Westen inszeniertes Verbrechen und die Banditen heißen: Barack Obama, Hillary Clinton, Nicolas Sarkozy, David Cameron, Angela Merkel und ja, auch Erdogan.

Wobei Erdogan, der Lieblingsprügelknabe der westlichen Presse, weniger Schuld trifft, als allgemein angenommen. Dazu muss man die Machtstruktur innerhalb der NATO verstehen. Die Türkei als Grenzland zu Syrien und NATO – Bündnispartner wurde in den versuchten Regime Change mit hineingezogen, insbesondere weil das Grenzgebiet als Waffentransitroute diente und die Türkei die Terroristen beherbergte, die man dann zum richtigen Zeitpunkt auf Syrien losließ. Eine Beteiligung an dem Angriffskrieg hatte für die Türkei schwere Folgen. Aber eine Nichtbeteiligung und damit eine Abkehr von der NATO Bündnistreue hätte unter Umständen härtere Konsequenzen bedeutet. So stand die Türkei vor der schweren Entscheidung, ob sie sich nun von der Räuberbande erpressen lässt, ihren eigenen Nachbar zu überfallen, oder selber zur nächsten Zielscheibe wird. Es wird Zeit, dass die Menschen im Westen endlich verstehen, was NATO Bündnistreue bedeutet.

Deutschland kann einfach nur von Glück reden, nicht an der Grenze Syriens zu liegen. Doch auch auf uns lastete der Bündnisdruck schwer genug, um „technische Unterstützung“ zu leisten (die deutschen Tornados am türkischen Stützpunkt Incirlik sammelten Flugdaten über Syrien, um die Bombardierung der Amerikaner zu ermöglichen), Flüchtlinge aufzunehmen und Sanktionen zu erteilen, wobei man mit letzteren eine Rückkehr der Flüchtlinge erschwert. Humane Politik unserer humanen „Flüchtlings“-Kanzlerin? Auch diesbezüglich muss Berlin abwarten, bis USA grünes Licht gibt und endlich kapituliert. Zu einer eigenen Entscheidung ist man in der Regierungshauptstadt, die längst von George Soros und Konsorten vereinnahmt worden ist, nicht fähig.

Das Schicksal dieses so kleinen, aber bedeutenden Landes Syrien hat eine Zeitenwende eingeleitet in Richtung einer multipolaren Welt. Es ist eine Abkehr der Globalisierungspolitik im Sinne des „Project for a New American Century“, die Regime Changes in vielen Ländern vorsah zum Zwecke einer globalisierten Geopolitik. Es war eine Zeit des politischen Größenwahnsinns, der Rücksichtslosigkeit und des Egoismus einer westlichen Wertegemeinschaft, die ihre Werte verraten hat.

Syrien hat mein Herz erobert als Land, das dem gewaltsamen Zugriff der Imperialisten getrotzt hat und steht für mich in der Tradition Kubas, Venezuelas, Russlands, Chinas und des Irans.

Es ist ein Sieg der Antiimperialisten.

https://pixabay.com/de/illustrations/frau-auge-weltkarte-syrien-1007603/

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