In den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts, als der Faschismus weltweit auf dem Vormarsch war, bildete sich eine linke, aus der Arbeiterklasse resultierende Gegenbewegung und Opposition: Der Antifaschismus. Es waren Kommunisten, Anarchisten, Anarcho-Syndikalisten und Anti-Imperialisten. Den Widerstand gegen Krieg, gegen das kapitalistische, ausbeuterische System, das seit jeher eng mit Imperialismus und Rassismus verknüpft ist, bildeten natürlicherweise die Linken. Im 3. Reich kämpften sie im Untergrund, wurden verfolgt und ermordet, aber auch nach dem Krieg blieben sie in Wirklichkeit eine geächtete Minderheit, wenn auch der Widerstand einer Rosa Luxemburg oder die Gebrüder Scholl gewürdigt werden.

Nach 1945 waren die Nazis, die zum großen Teil auch von den kommunistischen Sowjets bekämpft wurden (was heute kaum mehr Erwähnung oder Dankbarkeit findet), nicht besiegt. Lediglich Deutschland war besiegt, die Gefahr einer aufkeimenden Weltmacht gedämpft, noch dazu in eine ideale Rolle des einzigen Schuldigen gebracht, der fortan für andere Imperien blechen muss. Die Nürnberger Prozesse stellten ein einmaliges Kriegstribunal dar, das, wenn es eine Bedeutung gehabt hätte, auch heutige Kriegsverbrecher wie Bush und Blair vor den Haag bringen müsste. Nachdem Nazis bereits vor dem Krieg internationale Unterstützung gefunden hatten, wie beispielsweise von den Gebrüdern Dulles oder dem alten Bush, fanden sie weitere Beschäftigung in Geheimdiensten, wie der CIA, im deutschen Verfassungsschutz und in der Politik. Das System, das den Faschismus hervorgebracht hat, nämlich der ausbeuterische Kapitalismus und Imperialismus, der auf keine soziale Gerechtigkeit und keine Umverteilung des Vermögens zielt, war ja nicht zu Ende und fand seinen neuen Feind selbstverständlich im Kommunismus. Der deutsche Verfassungsschutz, der mit der rechten Szene schon immer verbandelt war (siehe beispielsweise NSU Prozesse) übernahm die Rolle eines Watchdogs, um jegliches kommunistisches Gedankengut zu identifizieren, das als die große Gefahr propagiert wurde und sich auf keinen Fall ausbreiten sollte, während der menschenfeindliche Neonazismus als daraus resultierendes, aufkeimendes Übel hingenommen und offiziell geächtet wurde. Dabei waren es nicht nur die bei Naziaufmärschen sichtbaren glatzköpfigen, Fahnen schwingenden Schläger, die braune Gedanken hegten. Sie waren und sind lediglich der primitive Stoßtrupp, vom untersten perspektivlosen Rand der Gesellschaft aufgesogenen Verlierer, ähnlich, wie sich in einer zersetzten Gesellschaft bspw. im Irak junge Menschen dem IS verschreiben. Es ist leicht, sich als privilegierter Gebildeter, Intellektueller über diese Menschen zu erheben. Das ist keine noble Haltung und sie verdient keinen Respekt.

Die linke, echte sozialdemokratische Kraft, wenn sie auch phasenweise ein Revival erlebte (man erinnere sich an die Kanzlerschaft Willy – Brandts „Mehr Demokratie wagen!), wurde erfolgreich eingedämmt und seit der Kalte Krieg vom Westen entschieden und das Ende der bis dahin gekannten Sowjetunion eingeleitet wurde, gilt es als erwiesene Tatsache und als Beweis, dass der Kommunismus nicht funktioniert. Dass dies als völlig zu akzeptierende Wahrheit hingenommen wird, ist praktisch für die herrschende Klasse und in der Tat hat genau diese Ergebenheit den Nährboden für den aufkeimenden Neoliberalismus seit Ende der 90er bereitet. Jegliche Forderung nach sozialer Gerechtigkeit wird als kommunistisch gebrandmarkt, als lächerlich oder gar naiv verspottet. Das zeigt die Verbitterung der Gesellschaft, in der der Klassenkampf wieder zugenommen hat und keine gemeinsame Idee die Armen bzw. die Arbeiter vereinen könnte, zumindest keine, die als attraktiv und glaubwürdig wahrgenommen wird. Der Politik wird zu Recht nicht mehr vertraut. In der aktuellen Migrationskrise zeigt sich das darin, dass sich mehr Menschen gegen Migranten wenden, als gegen die Politik als Verursacher. Es ist ein Resultat der Machtlosigkeit.

Die Linken haben an Strahlkraft und Widerstandsfähigkeit verloren. Ihre Aufgabe ist es, das System, das Rassismus, Kriege, Klassenkampf und Ausbeutung hervorbringt, in nie aufhörendem Maße zu kritisieren. Die Tatsache, dass der aktuelle Widerstand sich nur gegenüber der Migrationspolitik ausdrückt, ist eine Reaktion auf eine schwächelnde Linke. In dem Zuge sei auch der Antifaschismus erwähnt, der mit der ehemaligen Arbeiterbewegung, die sich gegen Faschismus aufgelehnt hat, kaum mehr etwas gemeinsam hat.

Der Kampf Links gegen Rechts ist institutionell und marionettenhaft geworden und von Interessen unterwandert. Armeen von Extremisten, allesamt selbst Arme, Unprivilegierte, bekämpfen sich gegenseitig in einer Art öffentlich zur Schau gestelltem Ritual, das kein Potential hat, es mit den Herrschenden aufzunehmen, ja sogar gesteuert wird und somit keine Gefahr zulässt, tatsächlichen Widerstand aufkommen zu lassen. Für den Klassenkampf bringt das rein garnichts. Beispielhaft hat man das beim G20 gesehen, als der zivile, demokratische, berechtigte Protest völlig in den Hintergrund geraten ist, ob der extremistischen, gewaltbereiten Auftritte vom schwarzen Block. Die Presse, die den Linksradikalismus anprangert und die Linken gewusst alle in den Bereich des Terrorismus rückt, hat somit gewonnen und den Eindruck vermittelt, alles Linke ist radikal. Und das vor der Wahl. Die Sozialdemokratie wurde mal wieder erfolgreich bekämpft. Vielen Dank auch an die Antifa für diese Mithilfe! Wenn die Linken weiterhin auf ihren 9 Prozent herum dümpeln wollen, dann können sie in diesem Sinne weitermachen!

Ob es Links-/oder Rechtsextremisten sind: Beide Seiten sind eng mit dem Staat verbandelt und erfüllen ihren Zweck. Die heutige Antifa findet Unterstützung von der Amadeu-Antonio Stiftung, während rechter Terror vom Verfassungsschutz gedeckt wird. Auffallend ist, dass bei näherem Hinsehen beide Seiten konservatives, liberales, gewaltbereites und sogar rassistisches Gedankengut (gegen Russen) teilen. Gerade die Antideutschen, die in weiten Teilen der politischen Linken zu finden sind haben mit Linkssein nichts mehr gemein. Sie sind ein Krebsgeschwür, das die Linke verseucht hat, eine Gefahr für linken Widerstand und Antifaschismus. Dort, wo man sie vorfindet, wird deutlich, wie der linke Flügel in weiten Teilen unterwandert ist. Da findet man Mitglieder in der Atlantikbrücke oder in sonstigen transatlantischen Organisationen, einzelne Politiker die israelische Besatzungspolitik beschwichtigen, sich liberal-konservativer Politik anbiedernd und offenen, da allgemein akzeptierten Rassismus gegen Russen frönend. Was sie verrät, ist der fehlende, da für Linke so unabdingbare Anti-Imperialismus, der Klassenkampf, die Kapitalismuskritik (die sie als Antisemitismus verunglimpfen), die konsequente Ablehnung von Kriegsinterventionen.

Echter linker Widerstand bedeutet nach wie vor Widerstand gegen Imperialismus (Krieg und Ausbeutung), Kapitalismus und Rassismus. Er wird versucht mit Antisemitismusvorwürfen, durch Kampfbegriffe wie Querfront oder Antiamerikanismus zum Schweigen gebracht zu werden. Jedoch darf er keiner Stigmatisierung und Ächtung durch diejenigen nachgeben, die ihn im Keim ersticken wollen.

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