Der Kampfbegriff "Islamophobie" scheint aus dem Boden zu wachsen wie die Schwammerln und wird synonym mit "(gruppenbezogene) Fremdenfeindlichkeit" verwendet. Die Bezeichnung "antimuslimischer Rassismus", selten zu lesen, ist bei genauer Betrachtung ebenfalls inkorrekt, denn beim Islam handelt es sich schließlich um keine "Rasse". Wenn diese Keule gegenüber denkenden Menschen schon bei jedem Anflug von Kritik am Islam bzw. den Muslimen verwendet werden muss, dann bitte dies als Islam- bzw. Muslimfeindlichkeit zu bezeichnen, denn Phobie ist im Kontext Feindlichkeit, Ablehnung des Islams auf jeden Fall falsch.

Bei Phobien handelt es sich um spezifische Ängste vor bestimmten Situationen, Menschen oder Tieren. Ängste und Feindlichkeit bzw. Rassismus oder Ablehnung sind nicht ein und dasselbe.

Jedermann kennt beispielsweise die Arachnophobie (Angst vor Spinnen), die Acrcophobie (Höhenangst), die Agoraphobie (Angst vor weiten Plätzen), die Klaustrophobie (Angst vor engen oder geschlossenen Räumen), die Xenophobie (Angst vor Fremden), Angst vor Schlangen, vor Spritzen, vor Hunden, vor Dunkelheit oder Flugangst und/oder Schul-/Prüfungsangst.

Angst kann man tatsächlich vor vielem haben, wie z. B. vor spitzen Gegenständen, vor Blut, vor Kröten, vor Männern, vor Polarlicht, vor Mikroorganismen, wie Viren, Bakterien, vor Schnee, vor Clowns, vor dem Erröten, vor sich selbst, vor Zahlen, vor Wind, vor Pferden, vor Schleim, vor Berührungen, vor Wasser, vor Krebs, vor Exkrementen, vor Lärm, vor Gold, vor HIV, vor dem Tod und dem lebendig Begrabenwerden, vor Vögeln, vor feuchten Träumen, vor Röntgenstrahlen, vor der Zahl Dreizehn, vor dem eigenen Körpergeruch, vor schmerzendem Stuhlgang, vor einem Herzinfarkt, vor dem Zahnarzt u.s.w., d. h. es gibt unzählige Arten von Phobien.

Phobien, wie beispielsweise die panische Angst vor Spinnen, Schlangen, engen Räumen oder Höhe, sind weit verbreitet, während die Hippopotomonstrosesquippedaliophobie (die Angst vor langen Wörtern), die Anatidaephobie (die Angst von einer Ente angestarrt zu werden), die Alliumphobie (die Angst vor Zwiebeln) oder die Arachibutyrophobie (die Angst, dass Erdnussbutter am Gaumen kleben bleibt) selten vorkommen.

Phobien sind Ängste, die mit Panikattacken einhergehen. Körperliche Symptome, wie flacher Atem, Angstschweiß, Herzrasen, Todesangst, Magen- und Darmkrämpfe, Schwindelgefühle, Kopfschmerzen und/oder Übelkeit, die sich über den ganzen Körper ausbreiten, begleiten die Panik. Phobien führen häufig zu zwanghaftem Verhalten oder komplettem Vermeiden aller Situationen, die potenziell die spezifische Panikreaktion auslösen könnten. Betroffene, die akut unter ihrer Phobie leiden, schränken sich selbst immer mehr ein und behindern dadurch ihre Lebensqualität und ihren Berufsalltag. Deshalb empfiehlt sich eine Psychotherapie, beispielsweise die Verhaltenstherapie, die die jeweilige spezifische Phobie auflösen soll.

Es mag sein, dass Menschen tatsächlich an einer Islamophobie leiden und beim Anblick einer Muslima in Burka eine Panikattacke samt ausgeprägten körperlichen Symptomen, wie Dyspnoe, Zittern, Schweißausbruch, Herzrasen, Todesangt etc., schieben, - denn wie oben explizit dargestellt, kann man tatsächlich vor allem Angst haben -, ich gehe jedoch davon aus, dass die Islamophobie ebenso selten vorkommt wie die Alektorophobie, die Angst vor Hühnern und allem, was danach aussieht oder die Caligynephobie, die Angst vor schönen Frauen!

Inwieweit eine Phobie die Lebensqualität von Betroffenen beeinträchtigt, hängt unter anderem auch von der Wahrscheinlichkeit der Konfrontation mit dem angsterzeugenden Objekt bzw. der angsterzeugenden Situation ab. Beispielsweise wird die Angst vor Giraffen in Österreich lebende Menschen nur peripher tangieren, während man sich eine Islamophobie nicht wünscht.

Weitere Beispiele für Phobien, die man nicht haben möchte, welche jedoch ebenso wie die Islamophobie selten vorkommen, sind:

 die Aulophobie, die Angst vor Flöten, unanbhängig davon, ob Block- oder Querflöten,

 die Scorodophobie, unter der auch ein anderer als ein Vampir leiden kann (= die Angst vor Knoblauch),

 die Baragainophobie, von der sich so mancher Mann wünschen würde, seine Frau würde darunter leiden (= die Angst vor Ausverkäufen),

 die Novercaphobie, die Angst vor der Stiefmutter oder

 die Chaetophobie, die Angst vor Haaren.

Zauberloewin, Florida Privatfoto

Für den interessierten Leser hier noch einen Link:

https://psylex.de/stoerung/angst/phobien/phobien.html

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