„Wer die Vergangenheit nicht kennt, kann die Gegenwart nicht verstehen und die Zukunft nicht gestalten.“ Helmut Kohl (Bundestagsrede vom 1. Juni 1995 zur Geschichte der Vertreibung, Plenarprotokoll 13/41, 1.6.1995, Seite 03183)

Bei „Propaganda“ (lat. propagare: ausstreuen, ausbreiten, fortpflanzen) handelt es sich um eine besondere Form der systematisch geplanten Massenkommunikation, die überreden und überzeugen möchte statt zu informieren und zu argumentieren. Um ihren Zweck zu erfüllen, bedient sie sich i. d. R. einer symbolisch aufgeladenen und ideologiegeprägten (Bild-)Sprache. Die Wirklichkeit wird insofern verzerrt, indem Informationen falsch vermittelt oder gänzlich unterschlagen werden.

Ziel ist es, bei den Empfängern eine bestimmte Wahrnehmung von Ereignissen oder Meinungen auszulösen. Dies geschieht durch langfristige Manipulation.

In totalitären Strukturen dient Propaganda der Informationskontrolle und der Unterdrückung der öffentlichen Meinung, sohin ihr eine erhebliche Wirkungsmacht zugesprochen wird. Die Politikwissenschaft geht davon aus, dass totalitäre Gesellschaften alle Massenkommunikationsmittel monopolisieren und zur Indoktrination der Bevölkerung einsetzen. Somit bildet Propaganda einen wesentlichen Bestandteil der Totalitarismustheorie. Propaganda wird des Weiteren als Ursache für Vertrauenskrisen und Perioden der Unsicherheit angesehen sowie für die Entstehung extremistischer Tendenzen in Demokratien verantwortlich gemacht.

Während des Ersten Weltkrieges wurde Propaganda auf dem „Schlachtfeld“ und an der „Heimatfront“ durch speziell geschulte Militärs für kurzfristige und klar definierte Ziele, wie die Diffamierung des Gegners oder die Rechtfertigung bestimmter militärischer oder politischer Maßnahmen, betrieben.

Von den Nationalsozialisten wurden Propaganda als zentrales Instrument zur Absicherung der eigenen Herrschaft begriffen. Allen voran hatte die Person Joseph Goebbels und das von ihm geleitete Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda (RMVP) als dezidierte „Bewegung“ im NS eine zentrale Bedeutung (vgl. Bussemer, Thymian, Propaganda. Theoretisches Konzept und geschichtliche Bedeutung, In: Docupedia-Zeitgeschichte, Begriffe, Methoden und Debatten der zeithistorischen Forschung, 2.8.2013, S. 1ff).

Im abgestimmten Zusammenspiel von Terror und Propaganda errichtenten die Nationalsozialisten in nur wenigen Wochen die von ihnen angestrebte Diktatur.

Als Teil von Adolf Hitlers „Programm“, die deutschen Köpfe „neu zu gestalten“, wurden die Kinder des NS-Regimes von klein auf indoktriniert.

Es wurde ihnen gelehrt, dass sie sich auf externe „Feinde“, wie Juden und Kommunisten, zu konzentrieren und an die Pseudowissenschaft der Eugenik glauben sollen und den physischen Idealen der Deutschen gerecht zu sein hätten. Des Weiteren wurde Propaganda verwendet, um den Personenkult rund um die Person Adolf Hitler zu stärken. Einflussreiche Organisationen, wie beispielsweise die HJ (Hitler-Jugend) unterstützen die NS-Propaganda.

Antisemitismus

Die Juden sind schuld! – Auszug aus dem Aufsatz von Dr. Joseph Goebbels (16. November 1941)

„Die historische Schuld des Weltjudentums am Ausbruch und an der Ausweitung dieses Krieges ist so hinreichen erwiesen, daß (sic!) darüber keine Worte mehr zu verlieren sind. Die Juden wollten ihren Krieg, und sie haben ihn nun. Aber es bewahrheitet sich an ihnen auch die Prophezeiung, die der Führer am 30. Januar 1939 im Deutschen Reichstag aussprach, daß: „…wenn es dem internationalen Finanzjudentum gelingen sollte, die Völker noch einmal in einen Weltkrieg zu stürzen, das Ergebnis nicht die Bolschewisierung der Erde und damit der Sieg des Judentums sein werde, sondern die Vernichtung der jüdischen Rasse in Europa.“

Wir erleben eben den Vollzug dieser Prophezeiung, und es erfüllt sich damit am Judentum ein Schicksal, das zwar hart, aber mehr als verdient ist. Mitleid oder gar Bedauern ist da gänzlich unangebracht. Das Weltjudentum hat in der Anzettelung dieses Krieges die ihm zur Verfügung stehenden Kräfte vollkommen falsch eingeschätzt, und es erleidet nun einen allmählichen Vernichtungsprozeß, den es uns zugedacht hatte und auch bedenkenlos an uns vollstrecken ließe, wenn es dazu die Macht besäße. Es geht jetzt nach seinem eigenem Gesetz: „Auge um Auge, Zahn um Zahn!“ zugrunde. [...]

Eine dieser Maßnahmen ist die Einführung des gelben Judensterns, den jeder Jude sichtbar zu tragen hat. […] Es ist das eine außerordentlich humane Vorschrift, sozusagen eine hygienische Prophylaxe, die verhindern soll, daß der Jude sich unerkannt in unsern Reihen einschleichen kann, um Zwietracht zu säen. […] Es gibt Juden, die man kaum noch an ihrem Äußeren erkennen kann. […] Diese sind die gefährlichsten. […]

Judenknechte hätten eigentlich auch Anspruch auf einen Judenstern. Die Argumente, die sie für ihr provokatorisches Verhalten vorbringen, sind immer dieselben: die Juden seien doch auch Menschen – als wenn wir jemals etwas anderes behauptet hätten und dasselbe nicht ebenfalls auf Raubmörder, Kindesvergewaltiger, Diebe und Zuhälter zuträfe, ohne daß man gleich mit ihnen auf dem Kurfüstendamm spazierengehen wollte! – […]

Wir können in unserem Kampf gegen das Judentum nicht mehr zurück – ganz abgesehen davon, daß wir das auch gar nicht wollen. Die Juden müssen von der deutschen Volksgemeinschaft abgesondert werden, denn sie gefährden unsere nationale Geschlossenheit.

Das ist ein elementares Gebot völkischer, nationaler und sozialer Hygiene. Sie werden niemals Ruhe geben. […] Die Juden sind eine parasitäre Rasse, die sich wie ein faulender Schimmel auf die Kulturen gesunder, aber instinktarmer Völker legt. Dagegen gibt es nur ein wirksames Mittel: einen Schnitt machen und abstoßen. […] Die Tatsache, daß der Jude noch unter uns lebt, ist kein Beweis dafür, daß er auch zu uns gehört, genau so wie der Floh ja auch nicht dadurch zum Haustier wird, daß er sich im Hause aufhält. […] Wenn wir Deutschen überhaupt einen verhängnisvollen Fehler in unserem Nationalcharakter aufweisen, dann ist es der einer allzu großen Vergeßlichkeit. Dieser Fehler zeugt zwar für unsere menschliche Anständigkeit und Großzügigkeit, nicht immer aber für unsere politische Einsicht und Klugheit. Wir halten alle Menschen für so gutmütig, wie wir selber sind. […] So sind wir Deutschen nun mal. Unsere Nationaltugend ist unser Nationalfehler. […] Hier ist Nachgiebigkeit nicht nur Schwäche, sondern Pflichtvergessenheit und ein Verbrechen gegen die Staatssicherheit obendrein. Denn die Juden sehnen ja nur eine Möglichkeit herbei, um uns unsere Tölpelhaftigkeit mit Blut und Terror zu belohnen. Dazu darf es niemals kommen. Und eine der wirksamsten Maßnahmen dagegen ist die unerbittliche, kalte Härte gegen die Verderber unseres Volkes, gegen die Anstifter dieses Krieges, gegen seine Nutznießer […]

Darum sei es noch einmal zu allem Überfluß gesagt:

1. Die Juden sind unser Verderb. Sie haben diesen Krieg angezettelt und herbeigeführt. Sie wollen mit ihm das Deutsche Reich und unser Volk vernichte. Dieser Plan muß zuschanden gemacht werden.

2. Es gibt keinen Unterschied zwischen Juden und Juden. Jeder Jude ist ein geschworener Feind des deutschen Volkes. Wenn er seine Feindschaft gegen uns nicht zeigt, so nur aus Feigheit und Schlauheit, nicht aber, weil er sie nicht im Herzen trüge.

3. Jeder deutsche Soldat, der in diesem Kriege fällt, geht auf das Schuldkonto der Juden. Sie haben ihn auf dem Gewissen, und sie müssen deshalb auch dafür bezahlen.

4. Wenn einer den Judenstern trägt, so ist er damit als Volksfeind gekennzeichnet. Wer mit ihm noch privaten Umgang pflegt, gehört zu ihm und muß gleich wie ein Jude gewertet und behandelt werden. Er verdient die Verachtung des ganzen Volkes, das er in seiner schwersten Zeit feige und gemein im Stich läßt, um sich auf die Seite seiner Hasser zu stellen.

5. Die Juden genießen den Schutz des feindlichen Auslandes. Es bedarf keines weiteren Beweises für ihre verderbliche Rolle in unserem Volk.

6. Die Juden sind Sendboten des Feindes unter uns. Wer sich zu ihnen stellt, läuft im Kriege zum Feinde über.

7. Die Juden haben kein Recht, sich unter uns als gleichberechtigt aufzuspielen. Wo sie auf der Straße, in Schlangen vor den Läden, auf den Verkehrsmitteln das Wort ergreifen wollen, sind sie zum Schweigen zu veranlassen, nicht nur, weil sie grundsätzlich Unrecht haben, sondern weil sie Juden sind und keine Stimme in der Gemeinde besitzen.

8. Wenn die Juden Dir sentimental kommen, so wisse, daß das eine Spekulation auf Deine Vergeßlichkeit ist; zeige ihnen sofort, daß Du sie durchschaust, und strafe sie mit Verachtung.

9. Dem anständigen Feind gebührt nach der Niederlage unsere Großmut. Aber der Jude ist kein anständiger Feind, er tut nur so.

10. Die Juden sind schuld am Kriege. Sie erleiden durch die Behandlung, die wir ihnen angedeihen lassen, kein Unrecht. Sie haben sie mehr als verdient. Mit ihnen endgültig fertig zu werden, ist Sache der Regierung. Keiner hat das Recht, auf eigene Faust zu handeln, aber jeder die Pflicht, die Maßnahmen des Staates gegen die Juden zu würdigen, sie jedermann gegenüber zu vertreten und sich durch keine Tricks und Winkelzüge der Juden in seiner klaren Erkenntnis über ihre Gefährlichkeit irremachen zu lassen.

Das verlangt die Sicherheit des Staates von uns allen."

(Goebbels, Joseph, Das eherne Herz. Reden und Aufsätze 1941 – 1942, Zentralverlag der NSDAP, München, S. 85ff)

(Aufsatz in ganzer Länge URL: http://archive.is/3Whr5#selection-685.0-835.54)

Die Goebbels waren eine nationalsozialistische Musterfamilie:

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Postkarte/Fotografie: R. Röhr, Berlin, 1937

Hinter Goebbels steht Harald Quandt (1921-1967), Sohn von Magda Goebbels aus ihrer Ehe mit Günther Quandt (1881-1954). Die gemeinsamen Kinder sind Helga (1932-1945), Hildegard (1934-1945), Helmut (1935-1945) und Hedwig (1937-1945). Sie wurden am 1. Mai 1945 im „Führerbunker" in Berlin getötet.

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Antisemitische Bilderbücher für Kinder

Der für seinen plakativen Antisemitismus bekannte Stürmer-Verlag gab Kinderbücher heraus, die zum Rassenhass erziehen sollten.

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Der Einband des Kinderbuches zeigt einen Fuchs, der seiner Beute nachstellt, und einen Juden, der einen betrügerischen Schwur unter dem Stern Davids ablegt. Mit dieser bildlichen Gleichsetzung von Fuchs und Jude wird unausgesprochen dem Juden die Hinterlistigkeit des Fuchses nachgesagt. Das Buch wurde über 100.000 Mal verkauft. Auszug aus dem Machwerk für Sechs- bis Neunjährige: „Nun wird es endlich schön, denn alle Juden müssen gehn / die großen und die kleinen, da hilft kein Schreien und Weinen / und auch nicht Zorn und Wut, fort mit der Judenbrut.“ (Bauer, Elvira; Stürmer Verlag, Nürnberg, 1936)

Aus dem Buch „Der Giftpilz“, publiziert 1938: Das Buch soll bei Kindern und Jugendlichen im Unterricht negative Mythen über das jüdische Volk erzeugen.

In dieser Szene wird eine Klasse unterrichtet, wie man die vermeintlichen physikalischen Eigenschaften der Juden erkannt: „Die Judennase ist an ihrer Spitze gebogen. Sie sieht aus wie ein Sechser …“

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http://www.zeitklicks.de/nationalsozialismus/zeitklicks/zeit/alltag/schule-und-bildung/der-giftpilz-ein-kinderbuch-hetzt-gegen-die-juden/

Andere genannte Attribute in der Geschichte sind: geschwollene Lippen, fleischige Augenlieder, ein „betrügerischer Gesichtsausdruck.“ Gegen Ende des Buches wird dargestellt, dass Juden für den Mord an Jesus verantwortlich sind.

Der Herausgeber des Buches, Julius Streicher, war auch für die antisemitische Zeitung „Der Stürmer“ verantwortlich. Streichers Propaganda war nach dem Krieg als so extrem beurteilt worden, dass er im Jahr 1946 bei den Nürnberger Prozessen wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit zum Tod durch den Strang verurteilt worden war und hingerichtet wurde. Der „Stürmer“ widmet im Juli 1938 der antisemitischen Propaganda eine eigene Sondernummer, die sich auch gegen jüdische Ärzte richtete, die im NS eine beliebte Zielscheibe der antisemitischen Propaganda waren.

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Selbst vor Kinderbüchern machte die Hetze gegen jüdische Ärzte nicht Halt. Hier ein weiterer Ausschnitt aus dem Machwerk „Der Giftpilz“ („Inge’s Besuch bei einem Jüdischen Doktor“: „Hinter den Brillengläsern funkeln zwei Verbrecheraugen und um die wulstigen Lippen spielt ein Grinsen“).

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Kinderspielzeug ab 1933

Spielzeughaus, um 1935. Vorne beschriftet „SA Heim - Hitler Jugend". Das Spielzeug entstand nach dem Vorbild des „Braunen Hauses" in München, seit 1931 Sitz der NSDAP-Reichsleitung

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Spielzeugnachbildung der Mercedes-Kabriolimousine Adolf Hitlers, Nürnberg, um 1940.

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Legespiel „Hitler“, um 1935, Nürnberg.

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Würfelspiel „Wir fahren gegen Engeland“

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Hitlers Privatleben

Heinrich Hoffmann (geb. 1885, gest. 1957), Fotograf, war einer der engsten Vertrauten Hitlers. Er wurde zu seinem persönlichen Porträtisten und sah es als seine Aufgabe, den „Mythos Hitler“ mit fotografischen Mitteln zu propagieren, wobei jene Aufnahmen, die Hitler als Privatmann zeigten, besonders erfolgreich waren. Die im Jahr 1932 erschienene Bilddokumentation mit Fotos aus Hitlers Privatleben „Hitler wie ihn keiner kennt“ stellte Hitler volksnah und von seiner (vermeintlich) privaten Seite vor.

https://www.the-saleroom.com/en-gb/auction-catalogues/mccubbing-and-redfern/catalogue-id-srmcc10002/lot-310c4633-7206-483e-a14a-a3f70054a8b8 [19.12.2018]. https://www.the-saleroom.com/en-gb/auction-catalogues/mccubbing-and-redfern/catalogue-id-srmcc10002/lot-310c4633-7206-483e-a14a-a3f70054a8b8 [19.12.2018].

siehe auch http://www.od43.com/AH_Kennt_hc.html [19.12.2018].

Im Jahr 1933 erschien in Berlin folgendes „Liederbuch der N.S.D.A.P.“ mit einer Kurzbiografie von Adolf Hitler (Autor: A. Knewebeck-Fischer):

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„Trommler“

Mit der eigenen Zigarettenfabrik „Sturm“ erzielte die SA hohe finanzielle Gewinne. Die Marken „Trommler“, „Alarm“, „Sturm“ und „Neue Front“ wurden ausschließlich über die Reichszeugmeisterei der SA vertrieben.

Das folgende Foto zeigt einen Werbeaufsteller für Zigaretten, Sturm Zigaretten GmbH, Dresden, um 1933:

https://www.dhm.de/lemo/bestand/objekt/trommler-1933-1945.html [19.12.2018]. https://www.dhm.de/lemo/bestand/objekt/trommler-1933-1945.html [19.12.2018].

Propaganda war eines der wichtigsten Betätigungsfelder der NSDAP in der Weimarer Republik und konzentrierte sich auf wenige, ständig wiederholte prägnante Schlagworte für die breite Masse.

Unterschiedliche Bevölkerungskreise wurden mit unterschiedlichen Methoden angesprochen, aber stets sollte die Propaganda „die gefühlsmäßige Vorstellungswelt der großen Masse begreifend, in psychologisch richtiger Form den Weg zur Aufmerksamkeit und weiter zu Herzen der breiten Masse“ finden (wie Hitler 1924 in „Mein Kampf“ betonte).

Nicht Argumentation, sondern der Appell an die Emotionen sollte im Vordergrund stehen: einen Aspekt, den ansonsten nahezu alle anderen Parteien in der Weimarer Republik vernachlässigten.

Unermüdlich agierte die NS-Propaganda auch zwischen den Wahlen: sie beschwor Katastrophen herauf und schürte so die Ängste der Menschen und ihren Hass auf die Republik.

„Kinder, was wißt ihr vom Führer“ (Autor: Morgenroth, Schmidt; Erscheinungsjahr: 1934)

https://images-na.ssl-images-amazon.com/images/I/71itOCI6iAL.jpg [19.12.2018]. https://images-na.ssl-images-amazon.com/images/I/71itOCI6iAL.jpg [19.12.2018].

siehe auch: http://www.od43.com/Kinder_Fuehrer_PT.html [19.12.2018].

Die in Deutschland nahezu allgegenwärtigen Hakenkreuze und Hitler-Porträts zeugten von der Alleinherrschaft der NSDAP und dem Personenkult um den „Führer“.

Auch du gehörst dem Führer!

Der Eintritt in die Hitlerjugend markierte den Beginn einer Erziehung des Einzelnen zum Nationalsozialisten. Am 4. Dezember 1938 hielt Adolf Hitler in Reichenberg im Sudetenland vor fanatisch applaudierenden Jugendlichen folgende Rede:

„Diese Jugend, die lernt ja nichts anderes als deutsch denken, deutsch handeln, und wenn nun diese Knaben, diese Mädchen mit ihren zehn Jahren in unsere Organisationen hineinkommen und dort so oft zum ersten Mal überhaupt eine frische Luft bekommen und fühlen, dann kommen sie vier Jahre später vom Jungvolk in die Hitler-Jugend, und dort behalten wir sie wieder vier Jahre, und dann geben wir sie erst recht nicht zurück in die Hände unserer Klassen- und Standeserzeuger, sondern dann nehmen wir sie sofort in die Partei, in die Arbeitsfront, in die SA oder in die SS, in das NSKK und so weiter. Und wenn sie dort zwei und anderthalb Jahre sind und noch nicht ganz Nationalsozialisten geworden sein sollten, dann kommen sie in den Arbeitsdienst und werden dort wieder sechs oder sieben Monate geschliffen, alle mit einem Symbol: dem deutschen Spaten [Beifall]. Und was dann nach sechs oder sieben Monaten noch an Klassenbewusstsein oder Standesdünkel da oder dort noch vorhanden sein sollte, das übernimmt dann die Wehrmacht zur weiteren Behandlung auf zwei Jahre [Beifall], und wenn sie dann nach zwei oder drei oder vier Jahren zurückkehren, dann nehmen wir sie, damit sie auf keinen Fall rückfällig werden, sofort wieder in die SA, SS und so weiter, und sie werden nicht mehr frei ihr ganzes Leben [Beifall], und sie sind glücklich dabei.“

(Propaganda-Rede Hitlers vor HJ-Angehörigen in Reichenberg, Dezember 1938)

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Geldsammlungen für das Winter-Hilfswerk des deutschen Volkes und der Verkauf von Ansteckern und Blumen gehörten zu den selbstverständlichen Aufgaben in der Hitler-Jugend. Das nachstehende Plakat erzielte seine Wirkung dadurch, dass das Mädchen direkt auf den Betrachter zuzugehen scheint. Die eindringliche Aufforderung „Auch Du mußt opfern!“ soll unterstreichen, dass eine Gabe für das Winterhilfswerk eine zu erwartende und zwingend notwendige Tat zum Wohl der Volksgemeinschaft sei und keine „spendable Geste“.

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Am 1. Oktober 1933 fand das erste sog. „Eintopfsonntag im Deutschen Reich“ statt. Während des NS-Regimes wiederholte dieser sich jeweils an einem Sonntag in den Monaten Oktober bis März. Die Bevölkerung und die Restaurants waren auf Anordnung der Reichsregierung verpflichtet, nur einfache Eintopfgerichte zu verzehren/anzubieten. Der Preis sollte pro Kopf eine halbe Reichsmark nicht überschreiten. Der Differenzbetrag zum üblichen Preis einer Sonntagsmahlzeit sollte an das Winter-Hilfswerk gespendet werden. Kaum jemand getraute sich, diese Spende zu verweigern. Allein in Berlin wurden im Oktober 1935 durch rund 75.000 Helfer 375.000 Reichsmark für das WHW gesammelt. Im Winter 1935/36 brachte die Sammlung über 31 Millionen Reichsmark ein.

Die NS-Gemeinschaft „Kraft durch Freude (KDF)“

Die am 27. November 1933 gegründete Freizeitorganisation KdF (eine Unterorganisation der Deutschen Arbeisfront DAF) war die populärste Organisation im NS-Regime. Sie machte Privilegien wie das Reisen für Arbeiter und kleine Angestellte erschwinglich und erhöhte sohin die Akzeptanz des NS-Regimes in der deutschen Bevölkerung. Das Volkswagen-Projet sowie Nah- und Fernreisen gehörten zu den wichtigsten Aktivitäten der KdF. Mit dem Wirken dieser Organisation sollte vorrangig die Arbeiterschaft in die „Volksgemeinschaft“ integriert werden. Letztlich diente sie der Vorstellung einer klassenlosen Gesellschaft im Sinne der nationalsozialistischen Volksgemeinschaft.

Weitere KdF-Aktivitäten: Theateraufführungen, Konzerte, Kunstausstellungen, Vorträge – bis 1938 von 38 Millionen Menschen besucht. Das Prunkstück war das KdF Reiseprogramm: 43 Mio. Reisen wurden bis 1939 verkauft.

Mit dem Volkswagen-Projekt betraute der Reichsverband der Automobilindustrie (RDA) im Juni 1934 Ferdinand Porsche. Der plante den Bau der Volkswagenwerke nach dem Vorbild von Fords „River Rouge-Werk“ in Detroit. An die bis Kriegsende knapp 340.000 zählende Kundschaft konnten kaum Modelle ausgeliefert werden, da nur wenige Hundert Volkswagen hergestellt wurden. Ab Frühjahr 1940 wurde das Unternehmen in einen Rüstungsbetrieb umfunktioniert, in dem Flugzeugbauteile, Bomben, der Kübelwagen VW 82 und ab August 1943 die Zellen für die „Vergeltungswaffe“ V1 produziert wurden.

Der Volksempfänger

Der im August 1933 auf der 10. Großen Deutschen Funkausstellung in Berlin vorgestellte Volksempfänger „VE 301" fand im NS-Regime rasche Verbreitung. Statt der üblichen 200 bis 400 Reichsmark (RM) für einen Radioapparat der gehobenen Klasse konnte der Volksempfänger für 76 RM erworben werden: „Ganz Deutschland hört den Führer mit dem Volksempfänger", lautete die Parole der Nationalsozialisten. Für Propagandaminister Joseph Goebbels stellte der Rundfunk das effektivste Medium zur Beeinflussung der Massen dar.

Ein neues Genre des NS-Kinos: der Propagandaspielfilm – Rassenideologie in Filmen der NS-Zeit

Von 1933 bis 1945 wurden in Deutschland über 1.200 Spielfilme und zahllose Wochenschau- und "Kulturfilme" produziert, die auf ganz unterschiedliche Weise massiven Einfluss auf die schon in der Weimarer Republik vom Kino begeisterte deutsche Bevölkerung nahmen. In der Saison 1934/35 gingen rund 250 Millionen Menschen in die Kinos, fünf Jahre später waren es bereits über eine Milliarde Kinobesucher jährlich. Das Angebot umfasste politisch-propagandistische Filme wie auch leicht unterhaltende Streifen. Ab 1934 war den Kinobesitzern verbindlich vorgeschrieben, im Vorprogramm wenigstens einen „Kulturfilm", wobei es sich um kurze Sach- und Dokumentationsfilme, die sich nach außen objektiv und sachlich präsentierten und häufig Themen wie Rassenlehre oder „Blut und Boden" propagierten handelte, und die Wochenschau zu zeigen. Den Großteil der Filmproduktion bildete jedoch der Sektor der leichten Unterhaltungsfilme (Komödien, Musik- und Heimatfilme). Den im Jahr 1942 uraufgeführten Kassenschlager „Die große Liebe" mit Zarah Leander, deren im Film gesungenes Lied „Es wird einmal ein Wunder geschehen" einer der größten Musikerfolge während des Zweiten Weltkriegs war, sahen über 25 Millionen Menschen. Derartige Filme dienten dazu, die Kinobesucher in Kriegszeiten bei Laune zu halten und vom Elend, von den Sorgen und Nöten des Alltagslebens abzulenken.

Noch Jahrzehnte nach dem Krieg wurden NS-Filmstars wie Hans Albers, Marika Rökk, Heinz Rühmann oder Zarah Leander verehrt: der filmische Nachlass des Dritten Reichs umfasste allein 1.200 abendfüllende Spielfilme, wie z. B. die „Feuerzangenbowle“, von denen die Alliierten knapp 300 verboten hatten. Im Laufe der Jahre nahm die Zahl der dauerhaft verbotenen NS-Filme jedoch immer mehr ab und umfasste schließlich fast nur noch Werke, die offen indoktrinierten, wie Leni Riefenstahls „Triumph des Willens“.

„Das Vergangene ist nicht tot; es ist nicht einmal vergangen."

William Faulkner (Requiem für eine Nonne", 1951)

Original engl.: "The past is never dead. It's not even past." (Requiem for a Nun)

Quellen:

http://gedenkstaettesteinhof.at/de/ausstellung/wien-steinhof [19.12.2018].

https://www.dhm.de/lemo [20.12.2018].

Vgl. Scriba, Arnulf; Schreiber, Max; 2015, Deutsches Historisches Museum, Berlin.

Weiterführender Link:

https://www.dhm.de/fileadmin/lemo/suche/search/?q=Propaganda.

Die Parallelen des im obigen Blog dargestellten kleinen Auszuges aus der NS-Propaganda zu der derzeit in den Medien kolportierten Propaganda sind m. E. n. erschreckend … „Wehret den Anfängen!“

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