Die Afrikanische Union (AU) hat vor Kurzem ihre Strategie zum Ausbau der Elektromobilität auf dem afrikanischen Kontinent veröffentlicht. Mit den „Strategic Directions for the Development of Electric Vehicles in Africa“ ruft die AU ihre Mitgliedstaaten unter anderem dazu auf, Zentren für die Herstellung von Batterien und die Montage von Elektrofahrzeugen einzurichten sowie die notwendige Ladeinfrastruktur voranzutreiben, so Agora Verkehrswende in einer Mitteilung.
Die Strategieentscheidung der Afrikanischen Union zur Elektromobilität verdeutlicht den globalen Wandel im Autosektor. Während Entwicklungs- und Schwellenländer konsequent auf emissionsfreie Antriebe umsteigen, treibt Friedrich Merz die Debatte um ein Verbot des Verbrenner-Aus voran – und man könnte ihm fast dafür danken, dass er die Illusionen der deutschen Automobilindustrie so kompromisslos offenlegt. Indem er am alten Verbrennungsmotor festhält, stellt er die Weichen für das endgültige Abstellgleis der heimischen Hersteller.
Die Marktrealitäten sprechen längst eine andere Sprache: In China bricht der Absatz europäischer Verbrenner drastisch ein, indische Metropolen steuern mit strengen Richtlinien auf rein elektrische Flotten zu, und Länder wie Äthiopien verhängen Importverbote für fossile Fahrzeuge. Dass nun auch die Afrikanische Union verstärkt auf Elektromobilität setzt – angetrieben von günstiger Solarenergie –, raubt den deutschen Autobauern ihren letzten klassischen Ausweichmarkt. Hinzu kommt, dass auch die USA unter den protektionistischen Zöllen von Donald Trump als verlässlicher Exportmarkt weggebrochen sind. Der Traum, ausgediente Verbrennungstechnik auf absehbare Zeit noch in den globalen Süden oder nach Übersee zu verklappen, platzt damit endgültig.
Merz’ Festhalten am Verbrenner verspricht der Industrie Scheinsicherheit auf dem Heimatmarkt, zieht ihr aber auf dem Weltmarkt systematisch den Stecker. Während die globale Konkurrenz skalierbare E-Plattformen und kostengünstige Akkus serienreif macht, verharren die deutschen Hersteller im Rückspiegel. Das Aufweichen von CO₂-Zielen und das Stoppen der Transformation schützen keine Arbeitsplätze, sondern verhindern rechtzeitige Investitionen. Wer den Anschluss an den Weltmarkt verpasst, verliert nicht nur Marktanteile in Asien, Amerika und Afrika, sondern verspielt am Ende die Zukunft des gesamten Industriestandorts Deutschland.