Grenzen dichmachen wollen, aber mit der eigenen Grenzsicherung überfordert.... Ich schäme mich....

400.000 E-Mails. 300 Gigabyte Daten und veraltete Software, damit sich Fremde das komplette E-Mail-Archiv greifen konnten.

Die Partei, die Deutschland Ordnung, Sicherheit und Kontrolle verspricht, hat ihre eigene digitale Haustür offenbar mit einem rostigen Vorhängeschloss gesichert. Während man anderen ständig erklärt, wie man Grenzen schützt, genügte bei der eigenen IT anscheinend ein freundliches Anklopfen, um gleich das ganze Aktenregal mitzunehmen. Berichten zufolge umfasst der Datensatz rund 300 Gigabyte und enthält vollständige E-Mail-Backups aus der Parteiinfrastruktur.

Besonders pikant sind die Reaktionen unter den ersten Berichten. Dort melden sich Personen, die behaupten, seit Jahren vor genau solchen Zuständen gewarnt zu haben. Ein Kommentator schreibt: „Ich war viele Jahre in AfD auf Kreis- und Landesebene involviert. Und habe die IT-Pfuscher auch mehrmals darüber gewarnt. Als Dank hat mir Landesvorstand Hessen eine dicke Absage erteilt. Ich weiß auch, was da so alles drin stehen kann.“ Ob diese Darstellung zutrifft, lässt sich derzeit nicht unabhängig überprüfen. Aber sie passt bemerkenswert gut zu dem Bild, das sich aus den bislang bekannt gewordenen Informationen ergibt.

Sollte sich bestätigen, dass tatsächlich Hunderttausende E-Mails über Jahre hinweg auf diese Weise zugänglich waren, dann handelt es sich nicht um Pech. Dann wäre es das Ergebnis einer IT-Kultur, in der Warnungen offenbar als lästig und Sicherheitsmaßnahmen als verzichtbarer Luxus betrachtet wurden.

Für Journalisten beginnt die Geschichte ohnehin erst jetzt. 400.000 E-Mails liest niemand an einem Wochenende. Die eigentliche Frage lautet nicht, ob etwas Interessantes darin zu finden ist, sondern was. Interne Machtkämpfe? Strategiepapiere? Absprachen? Peinliche private Wortmeldungen? Die kommenden Wochen dürften spannend werden.

Wir werden die Auswertung aufmerksam verfolgen und in den nächsten Tagen und Wochen darüber berichten. Denn eines steht schon jetzt fest: Wer sein komplettes E-Mail-Haus unverschlossen stehen lässt, sollte sich nicht wundern, wenn irgendwann jemand die Vorhänge zur Seite zieht.

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Qattara

Qattara bewertete diesen Eintrag 20.10.2026 00:53:02

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