Das Ganze ist an geopolitischer Realsatire und strategischer Schizophrenie kaum zu überbietenden: Man zettelt einen Konflikt an, der die Spritpreise in astronomische Höhen treibt, scheitert an den eigenen Zapfsäulen und bettelt dann ausgerechnet beim Erzfeind in Moskau um Nachschub.

Da kauft man im großen Stil russischen Diesel, um die heimischen Wähler vor den Midterms mit billigerem Sprit zu besänftigen – wohl wissend, dass Wladimir Putin dieses Geld direkt in seine Kriegskasse leitet. Mit diesem frisch geschmierten Rubel-Turbo hält Moskau wiederum den Iran am Leben, und Teheran schickt die Drohnen exakt dorthin, wo sie für amerikanische Soldaten tödlich werden.

Ein genialer Schachzug – wenn das Ziel darin besteht, den Feind freiwillig zu finanzieren, während der eigene Nachschub an der Heimatfront brennt.

Man stelle sich den Wahlkampf-Spot vor:

„Ihr Treibstoff kommt aus Russland, Ihr Geld fliet in den Iran und die Rechnung zahlen US-Soldaten mit ihrem Leben – aber hey, immerhin sank der Dieselpreis vor der Wahl um zwei Cent.“

Ob das die Wähler honorieren? Vermutlich so sehr wie einen Zahnschmerz. Wer so politik- und geschäftsmäßig agiert, braucht keine Feinde mehr, der erledigt den Abstieg der Supermacht im Händedruck-Modus mit dem Kreml gleich selbst.

Mehr zu den Hintergründen der Kraftstoffkrise erfahren Sie in diesem Video

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