Rechtsextremer Terror vor Gericht in Stuttgart
„Ich habe mit dem Messer den Mann nur abschrecken wollen“ – so klingt der zynische Abwehrversuch, wenn rohe Gewalt und menschenverachtender Hass vor Gericht auf eine erschreckende Realität treffen. Vor dem Landgericht Stuttgart müssen sich zwei rechtsextreme Angeklagte für einen brutalen Mordversuch verantworten. Ihr vermeintliches „Abschrecken“ bestand im mörderischen Alltag der extremen Rechten darin, einem Passanten mehrfach das Messer in die Rippen zu rammen und mit einem Schraubenschlüssel auf den Kopf einzuschlagen.
Die Tat vom späten April 2026 im Stuttgarter Norden zeigt die ganze verrohte Fratzenhaftigkeit rechtsextremer Ideologie. Die Täter hatten dem 44-jährigen Opfer aufgelauert, ihn als „Antifa-Schwein“ beschimpft und den Mord besiegelt mit den Worten: „Wir bringen dich um“. Dass der Familienvater den Angriff überlebte, verdankt er nur dem schnellen Eingreifen von Polizisten, die ihm noch vor Ort einen Druckverband anlegten, und einer sofortigen Notoperation.
Besonders widerwärtig ist das Täter-Framing im Gerichtssaal. Während der eine Angreifer Parolen wie „Heil Hitler“ brüllte und von der gezielten Tötung von Angehörigen der linken Szene träumte, schieben sie die Verantwortung nun auf Alkoholprobleme, eine schwere Kindheit oder angebliche Provokationen. Plötzlich will man vom Neonazi-Milieu nichts mehr wissen. Doch diese billigen Schutzbehauptungen entlarven sich selbst: Wer bewaffnet auflauert, den politischen Gegner entmenschlicht und mehrfach zusticht, der will nicht „abschrecken“ – der will vernichten.
Dieser Prozess in Stuttgart ist ein drastischer Weckruf. Er führt uns vor Augen, wie schnell rechtsextremer Hass in eiskalte, lebensgefährliche Gewalt umschlägt. Wer solche Taten mit fadenscheinigen Ausreden verharmlost, macht sich zum Komplizen einer menschenverachtenden Ideologie.