Traumaverarbeitung innerhalb einer Beziehung bedeutet, sich den eigenen Schatten zu stellen, während man gleichzeitig versucht, einen anderen Menschen wirklich an sich heranzulassen.Manchmal reagiert nicht nur unser Herz auf einen Moment, sondern auch unsere Vergangenheit. Ein Schweigen fühlt sich plötzlich wie Ablehnung an, Nähe wie Kontrollverlust und Distanz wie der Beginn eines Verlustes, den wir längst kennen. Wir kämpfen dann nicht immer gegen das, was gerade geschieht, sondern gegen das, was einmal geschehen ist.Liebe heilt nicht automatisch, was uns verletzt hat. Aber sie kann einen Raum schaffen, in dem Heilung möglich wird vorausgesetzt, wir übernehmen Verantwortung für unsere Wunden, statt den Partner für ihre Existenz verantwortlich zu machen. Dabei ist eine Beziehung kein Therapieraum und der geliebte Mensch kein Retter. Heilung bedeutet nicht, dass der andere uns jede Angst nehmen muss. Sie bedeutet, langsam zu lernen, dass die Vergangenheit nicht zwangsläufig die Zukunft bestimmt. Vielleicht liegt die tiefste Form der Liebe darin, einander nicht als fertige Menschen zu begegnen, sondern als Menschen im Werden. Mit Geduld, Grenzen und der Bereitschaft, hinzusehen, auch wenn es unbequem wird.Denn manchmal besteht Heilung nicht darin, nie wieder Angst zu haben. Sondern darin, trotz der Angst neue Erfahrungen zuzulassen ohne sich selbst dabei zu verlieren. Man kann jemanden lieben und gleichzeitig lernen müssen, sich selbst wieder sicher zu fühlen. Beides darf nebeneinander existieren. Und vielleicht beginnt genau dort eine Liebe, die nicht aus gegenseitiger Rettung entsteht, sondern aus bewusster Entscheidung.
Schenk uns bitte ein Like auf Facebook! #meinungsfreiheit #pressefreiheit
Danke!