Des Fritzes grosse Rettungstat.

Da steht er also, der große Kanzler Friedrich Merz, stolz wie ein stolzer Ritter aus dem letzten Jahrtausend, der in Brüssel mit dem Retter-Schild in der Hand gegen die Windmühlen der Moderne reitet. Hand in Hand mit den Franzosen will er heldenhaft den Verbrennungsmotor vor dem sicheren Untergang bewahren. Welch heroisches Drama! Nur dumm, dass die Hauptdarsteller – die Autokäuferinnen und Autokäufer – längst im verdienten Feierabendbier sitzen, während Merz noch todesmutig in den leeren Tank schießt.

Die Pointe dieses Polit-Dramas könnte perfider kaum sein. Ausgerechnet an dem Tag, an dem Merz im Dunstkreis von Brüssel das große Stühlerücken für alte Kolbenmotoren inszeniert, knall im Heimatland der Sektkorken für die Zukunft: Fast 70 Prozent der im September neu zugelassenen Pkw sind Elektroautos oder Hybride. Der Verbrenner wird von der Kundschaft längst zu Grabe getragen, während die Politik krampfhaft versucht, ihm mit Weihrauch und Paragrafen ein künstliches Weiterleben zu verordnen.

Wer den Anschluss an das 21. Jahrhundert so grandios verpasst, lebt nicht einfach nur im falschen Jahrzehnt – der bewohnt geistig noch die Epoche des Pferdefuhrwerks. Während der Markt längst Fakten schafft, verliert sich die Union in nostalgischen Scheingefechten. Man möchte Merz fast mitleidig auf die Schulter klopfen und zurufen: Schlaf gut, Friedrich. Draußen ist es längst elektrisch.

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