Wer hätte das gedacht? Die AfD kriegt nach Sachsen-Anhalt plötzlich kalte Füße und wirft im Eiltempo alles über Bord, wofür sie jahrelang die trompetenden Stammtische verrückt gemacht hat. Und das schon vor der eigentlichen Machtübernahme. EU-Austritt? War da was? Euro-Austritt? Wer soll das denn behauptet haben! Millionenfache Abschiebungen? Nie im Leben gesagt! Wenigstens Anschiebungen? Ach was, wer redet denn davon? Plötzlich sollen die Importärzte alle dableiben, und Facharbeiter sind auch ganz dringend willkommen – völlig egal, welche Hautfarbe oder Herkunft die Leute haben. Da soll noch mal einer sagen, die Partei sei nicht flexibel. Die Realität hat zugeschlagen, die Kündigungswelle rollt herbei, und auf einmal merken diese Großmaul-Politiker, dass ihr Stammtisch-Gelaber reine Makulatur ist. Nichts davon ist durchsetzbar, und der Wähler merkt hoffentlich endlich, wie man ihn hier nach Strich und Faden an der Nase herumgeführt hat.
Doch damit nicht genug des Jammers! Zu allem Unglück lässt sie auch noch ihr bester industrieller Geldgeber und Busenfreund, der Joghurt-König Theo Müller, am langen Arm verhungern. Statt die beiden Werke in Sachsen-Anhalt zu retten und sich um die bitterlich verlorenen Arbeitsplätze zu kümmern, zieht Siegmund den Stecker. Aber gut, so ein echtes Sorgen-Problem löst man bei der AfD eben auf ihre Art. Dabei könnte Ulrich Siegmund doch locker mit links (Achtung Wortspiel) regeln! Bei einem gemütlichen Sechs-Augen-Gespräch mit Alice und Theo zum Beispiel. Stattdessen stellt er einfach ein paar völlig utopische Bedingungen zum Ukraine-Krieg.
Dabei vergisst dieser Experte doch glatt das Offensichtliche: Wenn die Ukraine verliert, dann war das Jahr 2015 im Vergleich dazu nur ein laues Lüftchen, das man kaum gespürt hat. Während im Land die Lichter ausgehen und die Chefs die Koffer packen, schwadroniert man lieber über die grosse Weltpolitik und verliert die echten Menschen völlig aus den Augen. Tolle Wurst!
.. nix mehr mit Müller-Käse.
Wenn das die heilige Rettung für Sachsen-Anhalt sein soll, dann gute Nacht, ihr Patrioten. Wer so regieren will, hat nicht mal einen Bollerwagen voll Verantwortung verdient, geschweige denn das Vertrauen der Bürger.