Da Sachsen-Anhalt offenbar im Schlaraffenland der Vollbeschäftigung wandelt, in dem die Kassen klingeln und die Arbeiter weder Lohn noch Brot brauchen, kann man es sich dort natürlich leisten, auf frische Milliarden zu pfeifen.
Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: Da fließen sage und schreibe 2,6 Milliarden Euro aus dem Infrastruktur-Sondervermögen des Bundes in den Freistaat – exakt bestimmt für den dringend nötigen Flickenteppich aus maroden Straßen, bröckelnden Brücken und klappernden Schienen –, und die AfD winkt dankend ab.
60 Prozent der Summe ginge direkt an die Kommunen. So hungert die AfD dann die blühenden Landschaften im Osten aus.
Vermutlich schwelgt das Land in solch grandiosem Wohlstand, dass Schlaglöcher mittlerweile als avantgardistische Verkehrsberuhigung gelten und Brückenbauwerke reine Verschwendung sind. Wenn die Arbeiter im Land keinen Cent an Lohn brauchen, läuft die Wirtschaft wohl ganz von allein durch pure Willenskraft.
Oder aber – und das liegt fast näher –, Siegmund baut schlicht und ergreifend weitsichtig vor. Schließlich plant er ohnehin, den Großteil der fleißigen Bauarbeiter im Zuge seiner radikalen Remigrationsfantasien außer Landes zu schaffen. Warum also jetzt noch Millionen in Asphalt und Schienenbeton stecken? Nach der angekündigten Abwanderung der vernünftigen und qualifizierten Bevölkerung wird ohnehin niemand mehr da sein, der eine Straße befährt. Ohne Landbevölkerung verrotten die Wege von ganz alleine, und man spart sich die Instandhaltung. Eine glänzende, wenn auch reichlich skurrile Wirtschaftskompetenz: Man verweigert das Geld, damit die Infrastruktur gleich ganz verschwindet. Wer braucht schon Brücken, wenn man stattdessen ideologische Luftschlösser bauen kann?