Es gibt Nachrichten, bei denen man unwillkürlich mit dem Kopf schüttelt, weil sich dieselbe Fehlerkette in bester Slapstick-Manier wiederholt. Das Nachrichtenportal Nius steht erneut im Fokus, weil sensible Daten ungeschützt im Netz auffindbar waren. Dieses Mal traf es ein rund 500 Megabyte großes Archiv des Newsletter-Versandsystems, das wegen einer mutmaßlichen Fehlkonfiguration wie auf dem Präsentierteller lag.
Neben dem reinen Quellcode der Software waren davon vor allem die Datensätze von rund 42.000 Abonnenten betroffen. Besonders brisant: Auch geheime Zugangsschlüssel eines Cloudanbieters für den E-Mail-Versand lagen offen. Damit hätten unbefugte Dritte theoretisch im großen Stil E-Mails im Namen des Portals verschicken können. Zwar gibt es bislang keine Hinweise darauf, dass diese Tokens aktiv für Phishing-Angriffe missbraucht wurden, doch das Risiko war immens.
Besonders bitter für die Verantwortlichen ist die behördliche Bilanz im Hintergrund. Laut zuständigen Datenschutzbehörden handelt es sich hierbei bereits um den fünften!! gemeldeten Sicherheitsvorfall bei dem Medium seit Beginn des vergangenen Jahres. Wer so agiert, drängt unweigerlich den Verdacht auf, dass IT-Sicherheit und der Schutz personenbezogener Daten dort eher als lästige Pflicht denn als fundamentale Verantwortung verstanden werden.
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Erst als externe Recherchen die gravierenden Sicherheitslücken öffentlich machten, reagierte man und nahm die betroffenen Server vom Netz. Wer jedoch im Glashaus sitzt und den Anspruch erhebt, die Fehler anderer medial gnadenlos zu sezieren, sollte seine eigene digitale Infrastruktur im Griff haben. Wer grundlegende Standards der Datensicherheit derart schleifen lässt, liefert seine treuesten Anhänger und Abonnenten völlig fahrlässig ans Messer. Es zeigt sich einmal mehr: Manche lernen es offenbar wirklich nie.