Da schau her: Die Realität holt die ideologische Verblendung mal wieder mit Pauken und Trompeten ein. Nun rudert das Wirtschaftsministerium also zurück und lässt die Gasspeicher doch noch klammheimlich füllen – im denkbar unpassendsten Moment, wo die Großhandelspreise auf Höchststand klettern. Da brennt schlichtweg der Kittel und die Panik regiert das Kabinett und dem Establishment geht angesichts leerer Röhren gehörig der Arsch auf Grundeis.
Erinnern wir uns: 2022 wollte Putin uns mit dem Leerlaufen lassen der Speicher erpressen, während heuer die trumpelige Geopolitik und die verriegelte Straße von Hormus ihr Übriges taten. Und was macht der deutsche Michel? Lässt sich von der billigsten Heizungspanik ins Bockshorn jagen. Herzlichen Glückwunsch an alle Genies, die sich auf den letzten Drücker noch eine Gas- oder Ölheizung haben reindübeln lassen. Die nächsten zwanzig Jahre dürfen sie als geduldige Melkkühe der Mineralölkonzerne herhalten. Wer jetzt noch schlau ist und auf eine Wärmepumpe schielt, wartet erst recht zwei Jahre – in denen man an fossilen Energiekosten exakt so viel verheizt, dass man sich dafür fast das ganze Gerät hätte kaufen können.
Statt sich endlich unabhängig zu machen, zementiert man mit Gasverträgen bis weit nach 2050 die fossile Sklaverei – in einem Staat, der sich angeblich bis 2045 den grünen Heiligenschein aufsetzen will. Wer sich hier die Taschen vollschaufelt, dreimal dürft ihr raten. Wo stünden wir heute, wenn man die Milliarden konsequent in Batteriespeicher und Erneuerbare gesteckt hätte, statt neue Gaskraftwerke zu subventionieren?
Jetzt betet man kollektiv für einen milden Winter, damit das teuer eingekaufte Gas überhaupt reicht. Aber wer garantiert, dass ein eifersüchtiger Potentat oder ein narzisstischer US-Präsident nicht gleich noch die norwegische Pipeline sprengt oder Deutschland offen erpresst? Am Ende muss eine bundeseigene Gesellschaft den überteuerten Müll bunkern. Und die Erkenntnis des Tages? Habeck hatte schlicht auf ganzer Linie recht – vor allem, weil er sich nicht von den Konzernen am Gängelband hat führen lassen.