320 Arbeitsplätze in Gefahr – und wo bleiben eigentlich die AfD und Alice Weidel?

Der Müller-Konzern kündigt die Schließung zweier Produktionsbereiche in Ostdeutschland an. Im sächsischen Leppersdorf sollen rund 160 Arbeitsplätze in der Schnittkäserei wegfallen, im sachsen-anhaltischen Rogätz stehen weitere rund 160 Arbeitsplätze im Homann-Werk vor dem Aus.

320 Beschäftigte, 320 berufliche Existenzen und zahlreiche Familien, die sich Sorgen um ihre Zukunft machen müssen.

Und ausgerechnet bei diesen Werksschließungen sucht man bislang vergeblich nach einer öffentlichen Stellungnahme der AfD oder ihrer Bundessprecherin Alice Weidel.

Das ist deshalb bemerkenswert, weil hinter dem Konzern ein Unternehmer steht, der seine Sympathien für die AfD keineswegs verborgen hält.

Theo Müller pflegt nach eigenen Angaben ein freundschaftliches Verhältnis zu Alice Weidel. Noch im September 2026 sprach er sich öffentlich für eine Zusammenarbeit zwischen CDU und AfD aus. Seine politischen Vorstellungen vertritt der Milliardär durchaus selbstbewusst.

Doch wenn sein eigener Konzern Produktionsbereiche schließt und Hunderte Beschäftigte ihre Arbeitsplätze verlieren sollen, stellt sich eine berechtigte Frage:

Wo bleibt die AfD, die sich so gerne als Interessenvertretung der deutschen Arbeitnehmer inszeniert?

Wo sind die öffentlichen Forderungen nach dem Erhalt der Arbeitsplätze? Wo ist die Kritik an den unternehmerischen Entscheidungen? Wo ist die viel beschworene Solidarität mit den Menschen in Ostdeutschland?

Natürlich sind Unternehmen nicht verpflichtet, dauerhaft jeden Produktionsbereich aufrechtzuerhalten. Wirtschaftliche Entscheidungen müssen aber kritisch hinterfragt werden dürfen – insbesondere dann, wenn Hunderte Arbeitsplätze betroffen sind.

Und ebenso selbstverständlich muss sich eine Partei, die regelmäßig den Schutz deutscher Arbeitsplätze fordert, fragen lassen, wie sie sich gegenüber einem Unternehmer positioniert, der ihre politischen Ziele öffentlich unterstützt.

Die Interessen der Beschäftigten dürfen nicht davon abhängen, welche politischen Kontakte ein Unternehmer pflegt.

Dabei geht es nicht um die Behauptung, die AfD sei für diese Schließungen verantwortlich. Dafür gibt es keinen Beleg. Es geht vielmehr um die Frage, ob die Partei ihre eigenen arbeitsmarktpolitischen Ansprüche auch dann öffentlich vertritt, wenn ein ihr politisch nahestehender Unternehmer betroffen ist.

Vielleicht werden Alice Weidel und die AfD diese Fragen noch beantworten. Bislang ist jedenfalls keine entsprechende öffentliche Stellungnahme nachweisbar.

320 Arbeitsplätze sind keine politische Nebensache. Die Beschäftigten in Leppersdorf und Rogätz verdienen Aufmerksamkeit, Solidarität und konkrete Perspektiven – unabhängig davon, wer ihr Arbeitgeber ist.

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Gargamela

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