Nein, ich will nicht noch einen Corona-Beitrag schreiben! deswegen ist dieser nur eine Fortsetzung oder Ergänzung meines vorletzten Blogbeitrages.

Nun hat es die Schwiegermutter meines Neffen auch erwischt: Corona!

Aschfahl liegt sie in ihrem Bett. Ihr Bruder[1] kommt, mit Maske, traut sich aber nicht ins Krankenzimmer, sondern nimmt auf einem Drahtstuhl auf dem Balkon Platz und verfällt dort in apathische Betroffenheit.

Die Diagnose ist eindeutig, die Symptome sind es auch. Mein Neffe, also der Schwiegersohn besagter Schwiegermutter, hatte auch schon Corona. Man hat ein Oxydings besorgt, mit dem man die Sauerstoff-Sättigung im Blut messen kann. Es steht schlecht.

Die Schwiegertochter, also die Frau des Schwiegersohns, welcher der Sohn meiner Schwester ist und die Tochter der Schwiegermutter, läuft mit erloschenem Gesicht herum, ihre Töchter - meine Großnichten - blicken verstummt mit angstgeweiteten Augen auf die Szenerie: muß Oma jetzt sterben? Der Blutsauerstoffgehalt sinkt auf unter 80%. Der Finger schwebt über dem Handy um den Krankenwagen zu rufen.

Auftritt meine Schwester, die andere Großmutter meiner Großnichten, eine Kindergärtnerin alten Schlages, so resolut wie pragmatisch.

"NEIN!" ruft sie, "nix da! Die Oma kommt nicht ins Krankenhaus! Wenn die wissen daß sie nicht geimpft ist und wir alle auch nicht, dann kommt sie in den Gang unter ein Zelt!"

Ganz egal ob die Zustände in unserem Krankenhaus, in dem ich auch schon als Kind eine Augenoperation hatte, zutreffen oder nicht - die Befürchtung ist valide, sinnvoller jedenfalls was sie dann tat: sie verpaßte der Co-Oma eine tüchtige Abreibung mit Essig an Brust, Rücken und Gliedmaßen.

"Oooh Aaaah AUA ist das kalt, es brennt!" - nach der Prozedur sank Oma zurück in die Kissen. Ihr Gesicht bekam wieder rosa Farbe. Das Oxydingens sagte 95%.

Sechs Stunden war sie dabei und hat sie behandelt - raus in den Garten, wieder zurück, Massagen, dies und das. Keine Impfung hätte das leisten können. Irgendwelche stofflichen Gaben waren auch dabei, die ich nicht aufführe. Parallel dazu wurde ein Sauerstoffspender besorgt, für alle Fälle.

Ohne die Intervention meiner Schwester wäre die Oma jetzt im Krankenhaus auf der Intensivstation, wahrscheinlich intubiert.

Versteht ihr was ich sagen möchte? VERSTEHT IHR ES?

Denkt mal ein bisserl mehr nach als für fünf Pfennig, und überdenkt eure eigene Existenz.

Wie ging es weiter?

Der Sauerstoffspender, der bei Bekannten im Keller stand, erwies sich als unbrauchbar. Deshalb fuhr mein Neffe mit Oma zum Arzt, damit ihr ein Sauerstoffspender verschrieben werde. Dort wurde der Sauerstoffgehalt im Blut gemessen.

Oma ist ein typischer Couch-Potato. Bewegt sich kaum, die einzige nennenswerte Anstrengung an typischen Tagen ist Treppensteigen (2 Stockwerke).

Die Messung ergibt 84%. "Das ist hochkritisch, sie müssen sofort ins Krankenhaus!" sagte die Ärztin.

Oma wollte nicht. Mein Neffe war auch dagegen. Die Arzthelferin sagte eindringlich:

"Wenn Sie jetzt wieder nach Hause gehen, werden Sie sterben!"

Alles Für und Wider half nichts. Das Rezept für ein Sauerstoffgerät wurde nicht erteilt. Stattdessen rief die Ärztin den Krankenwagen. "Ich muß Sie einweisen, das ist meine Pflicht", sagte sie, und die Arzthelferin sekundierte: "und heute abend sind Sie wahrscheinlich intubiert."

Oma kam ins Krankenhaus auf die Covid-Station. Ihre Kranenschwester pflegte sie liebevoll, sie ist auch ungeimpft und gegen die Impfung.

Gestern, am 29.11.2021, kam Oma wieder raus. Ihr Sohn, der vor einer Woche noch sagte: "jetzt wird sie wohl sterben", holte sie ab - schließlich geht von jetzt keine Corona-Gefahr mehr aus.

"Da habt ihr aber Glück gehabt!" sagte jemand zu meinem Neffen. Der entgegnete: "Glück gehabt? Nein, andersrum: normal. Die anderen haben Pech gehabt. Oma wäre auch zuhause gesund geworden."

Die Corona-Panik vernebelt den Leuten das Hirn. Weil COVID-19 so schlimm und neu ist und es angeblich keine Therapie gibt[2], vergessen sie wichtige Grundpfeiler der Krankenheilung: Gelassenheit und Stärkung des Gesundungswillens, und sie vergessen auch, wie man eine Grippe behandelt.

Viktor Frankl schreibt in seinem Buch "und trotzdem ja zum Leben sagen", in dem er seine Erlebnisse im Konzentrationslager schildert (Zitat aus dem Gedächtnis, also sinngemäß): "Wenn sich jemand aufgegeben hatte, ging es ganz schnell. Innerhalb weniger Tage war er tot."

Im Krankenhaus bekam die Oma im Wesentlichen - Sauerstoff. Den hätte sie auch daheim bekommen können, das hätte das Gesundheitswesen wieder um einen mehr Patienten entlastet.

Aber die Kliniken bekommen ja bis zu 9500 € zusätzlich für jeden Covid-Patienten. Wär ja schade drum, das Geld einfach liegen zu lassen!

Also ab mit den Bagatell-Fällen in die Kliniken, am besten mit Ungeimpften. Denn das bringt Geld, hilft der Mär, daß vor allem Ungeimpfte im Krankenhaus sind, lastet die Betten aus, befördert den Notstand und hilft der Impfkampagne.

Win-win-win-win!

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[1] Korrektur: nicht Bruder, der Sohn.

[2] Ich vermute, daß die meisten schweren COVID-19-Fälle wegen falscher oder fehlender Frühbehandlung entstehen. Eine verschleppte Grippe kann genauso übel werden wie schweres COVID-19.

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