Ich verlinke hier den... Artikel... nennen wirs mal so.

https://www.fischundfleisch.com/pommes/wenn-linke-am-ast-saegen-auf-dem-sie-sitzen-93418

Eigentlich wollte ich ja nix mehr schreiben was in Richtung mancher User geht. Eigentlich. Aber wie sagte Hannah Arendt? "Wenn Klügere schweigen folgt ein Diktat der Dummen"

Ok. Hat sie nie gesagt. Ich habe es erfunden. Aber für einen kurzen Moment habt ihrs geglaubt. So funktioniert Desinformation.

Wenn Linke am Ast sägen auf dem sie sitzen.

Mit poppigem Hashtag. Kill the rich. Das Einstiegsbild allein. Darauf zu sehen: Ein Typ in Regenbogenfarben von der wirklich schlechtesten KI aller Zeiten der auf einer Planke steht. Die Planke wird niedergehalten von jemand bei dem ich mutmaße das er uns als "reiche" verkauft werden soll. Ein Handwerker. Ahja.

Die Kernthese die der Autor äußert ist Folgende: "Gegen das "Böse" kann man protestieren, es bloßstellen oder notfalls mit Gewalt verhindern, da es ein Unbehagen hinterlässt. Gegen Dummheit aber verfangen rationale Argumente und Tatsachen nicht; der "dumme" Mensch wehrt Fakten ab oder relativiert sie zu Einzelfällen."

Dabei suggeriert er es könnte sich um eine Aussage von Dietmar Bonhoeffer handeln. Das stimmt so nicht. Es ist eine gefährlich verkürzte und abgeänderte Darstellung. Es reisst auch komplett aus dem Kontext in welcher Welt Bonhoeffer lebte. Sowas wie "Nanny-Staat" würde Bonhoeffer höchstens mit der Stirn runzeln lassen. Das passt weder zu dem was der Mann sagte noch zu dem wie die Welt damals tickte.

Er war mit Sicherheit ein schlauer Mensch. Aber sein Werk bezog sich primär darauf wie Menschen dem NS-Wahnsinn verfallen konnten und ging davon aus, dass man zwingend eine zentrale Kraft brauchen würde um diese Dummheit zu erzeugen. Er kam aus einer Zeit ohne soziale Medien in der Desinformation immer die Information besiegen wird: Um einen Artikel sauber zu recherchieren benötige ich Stunden. Manchmal Tage. In der gleichen Zeit kann jemand der auf all das pfeift und sein rechtsextremes Narrativ bedient ein ganzes Dutzend davon rausorgeln.

"Schwarze sind dumm denn sie haben kleinere Gehirne. Frauen ebenso. Weil sie auch kleine Gehirne haben." So eine postulierte These des Autors (Die Kartoffelscheibe mit dem Tagesthema, nicht Bonhoeffer) den ich hier in die Kritik nehme. Das belegte er seinerzeit mit allen möglichen Gehirngewichten und Entwicklungsunterschieden von Männern, Frauen und Nationen. Es war ein Fiebertraum.

Albert Einsteins Gehirn war unter dem Durchschnittsgewicht der Männer weltweit. Wusstet ihr das? 1230 Gramm. Nicht ganz 21% unter dem globalen Durchschnitt. Was für ein Idiot. Und hier die nächste Desinformation: Es sind 18% weniger. Merkt ihr es? Wie das geht? Wie subtil? Ihr habt die 21% gefressen. Es war eine krumme Zahl. Keine Sekunde habt ihr sie hinterfragt. Und die Info habt ihr von dem Autor nicht erhalten. Die hat einfach sein Weltbild nicht gestützt. Also wurde sie ausgeblendet. So einfach gehts.

Eat the rich und Kill the Rich

Ich zitiere: "Tatsächlich aber ist das Machtgefälle zwischen Arm und Reich, zwischen Machtlosen und Herrschenden, in JEDER Gesellschaftsform, auch im Sozialismus, so riesig, dass immer eher die Reichen die Armen essen werden. Wichtig ist deshalb, dass es demokratische Regulative gibt, wie Volksentscheide, unabhängige Gerichte und ein nicht durch Koalitionsdisziplin und Brandmauern entmachtetes Parlament der Volksvertreter. All das ist in unserer Gesellschaft nicht mehr garantiert bzw. wird gezielt von einflussreichen Kreisen verhindert, angegriffen und zerstört."

Klingt gut oder? Da können wir doch alle nur nicken oder? Und wer greift es an und zerstört es? Wer sind denn diese einflussreichen Kreise? Offensichtlich müssen das ja diese erwähnten Linken sein. Denn darum gehts ja ne?

Wir sind hier in der nächsten Phase der Desinformation: Präsentiere den Menschen etwas dem sie nickend zustimmen können bevor du ihnen den eigentlichen Hammer unterjubelst.

Rockefeller gilt als der erste Dollarmilliardär. Bei seinem Tod belief sich sein Vermögen auf ca. 1,4 Milliarden Dollar. Der gesetzliche Mindestlohn, der ein Jahr später beschlossen wurde belief sich auf 25 US-Cent pro Stunde.

Elon Musks Vermögen beläuft sich auf über 700 Milliarden Dollar. Der gesetzliche Mindestlohnt liegt heute bei 7,25$. Muss ich euch jetzt wirklich erniedrigen und das für euch durchrechnen? Ich glaube ihr kriegt das selber hin.

Der erste Superreiche der Geschichte war übrigens Marcus Crassus. Sein Reichtum begründete sich auf dem Feuerwehrscam. Ich wills jetzt nicht im Detail aufrollen aber sagen wirs mal so: Wenn dein Haus brannte hat er halt mal mit dir über den Preis für die Löscharbeiten verhandelt. Während dein Haus sich warm abträgt. Wenn du nicht zahlen konntest hat er dir die Bude abgekauft. Und... naja.. wenn die so brennt.. das geht schon an den Restwert ne?

Superreiche begleiten uns seit Äonen. Und nur selten haben sie der Welt nen positiven Stempel aufgedrückt.

Linke Dummheit am Beispiel

Als Zitat dann ein Artikel von der Welt: "Linke-Politikerin hätte nichts dagegen, wenn Investoren Berlin "endlich" verlassen würden."

Behauptet wird die Medien und Politik wird von der linken Dummheit dominiert. Die AfD reitet von Sieg zu Sieg. Aber die AfD muss ja smart sein ne?

In Berlin wird mittlerweile jede zweite Wohnung von Berlin selbst gebaut. Denn die "Investoren" investieren nicht mehr. Zumindest nicht so, dass sich das für irgendwen lohnt: Sie bauten Wohnraum für teils 25 Euro/m². Das hilft keinem. Ich verstehe es: Ich würde es auch nicht anders handhaben: Wenn ich in den Bau einer Wohnung doppelt so viel investiere und dafür 4x so viel Miete kriege - was soll ich da noch überlegen?

Aber das gehört dennoch geändert. Wo wir wieder bei einer der Anfangsaussagen des Autors wären:

"Wichtig ist deshalb, dass es demokratische Regulative gibt, wie Volksentscheide, unabhängige Gerichte und ein nicht durch Koalitionsdisziplin und Brandmauern entmachtetes Parlament der Volksvertreter."

Ein Land braucht Unternehmer und Menschen die in das Land investieren. Das hat auch nie wer in Abrede gestellt. Nur: Der im Weltartikel zitierte Immobilienmogul ist ein Paradebeispiel dass genau das nicht passiert: Die LEG hat 95% ihres Bestands gekauft. Das meiste davon vom Staat. Mittlerweile baut sie gar nicht mehr sondern "Wertet auf". Oder wie wir in Österreich sagen würden: Man malt einmal über den Schimmelfleck drüber der aussieht wie ein Plan von der Innenstadt und schon ist die Bude das Doppelte wert. Und die LEG ist im Vergleich zum Branchenriesen Vonovia noch ein moralischer Leuchtturm. Weshalb sie eben, im Vergleich zu Vonovia, auch recht klein ist.

Das sind keine Investoren. Investoren erschaffen etwas. Vonovia erschafft nichts.

Die elitäre Welt der Superfufies

Zitat: "Der Wohlstand eines Volkes, einer Zivilisation, basiert primär auf den ca. 5 Prozent Wissenschaftlern, Ingenieuren und Unternehmern, die durch Technologie, Patente und Produktionsmittel für die Gesellschaft eine hohe Produktivität ermöglichen. Die dann auch dem gemeinen Erwerbstätigen hohe Löhne ermöglicht."

Das ist ein wirtschaftliches Elitemodell. Es geht davon aus, dass ein kleiner Anteil der Bevölkerung im Grunde das Land wuppt, alle Anderen davon profitieren und es darum falsch ist diesen 5 Prozent so viel wegzunehmen. Und das sich diese 5 Prozent für ihre weißmagischen Wundertaten ruhig mehr gönnen können.

Das kann man so sehen. Dem würde ich nichtmal widersprechen. Niemand tut das. Auch Linke nicht. Leistung darf und soll belohnt werden. Man kann aber auch Realist sein und anerkennen, dass die unteren 95% auch ein Anrecht auf den Kuchen haben. Und der ihnen aber wegbricht. Weil die obersten 5% sich mitlerweile halt über die Hälfte des Kuchens schnappen. Dann darf sich die Hälfte der Bevölkerung um die andere Hälfte prügeln. Wer genau aufgepasst hat wird merken: Da haben wir nun 55% der Bevölkerung. Was ist mit dem Rest? Dem bleiben die Krümel. 1-2% vom Kuchen.

Woher kommen die 5% eigentlich? Ah. Klingt nach mehr. Ich verstehe. Denn in der Realität konzentriert sich Vermögen auf die obersten 1%. Aber darauf hätte der Autor seine Argumentation nicht aufziehen können.

Zitat: "Auch wenn die permanente Zunahme der Anzahl der weltweiten Milliardäre (übrigens trotz oder sogar gerade wegen linker Regierungen weltweit) eine Fehlentwicklung ist: Milliardäre sind keine Füllhörner, die man beliebig schröpfen kann. Sie haben keine Geldspeicher wie Dagobert Duck, sondern ihr Vermögen ist, vereinfacht zusammengefasst, in Produktionsmitteln, Forschungsabteilungen, Patenten und Investitionen gebunden."

Anerkennen wir hier mal die Binse. Das mit den linken Regierungen ist zwar Blödsinn aber der Autor ist halt wie er ist. Wir erinnern uns was ich vorher sagte? Zuerst etwas dem man (fast) zustimmen kann...

Zitat: "Ihr zweifelsohne deutlich höherer Lebensstandard mag Neid erwecken, würde aber, wenn er verteilt würde, niemanden spürbar wohlhabender machen. Ihr Reichtum liegt weit überwiegend in dem, was sie für ALLE aufgebaut haben, nämlich Arbeitsplätze, Steuerzahlungen und Know How. Alles entscheidende Faktoren für den Wohlstand einer Gesellschaft. Verjagt oder enteignet die Milliardäre, und in absehbarer Zeit steht die Gesellschaft vor dem Nichts, der sozialistisch gerecht verteilten Armut."

Bevor der Hammer kommt. Wenn man über deutsche und österreichische Friedhöfe geht und sich dort die Gruften ansieht trifft man auf viele bekannte Namen. Den Reichtum wird bei uns nicht primär erarbeitet. Er wird in der Regel vererbt. Diese Menschen haben nichts aufgebaut. Ich hab was aufgebaut. Die wurden aus der richtigen Hüfte gepresst.

Deutschland und Österreich fassen Superreiche an als wären sie Orchideen der Menschheit. Während selbst die OECD, die jetzt alles andere als linksliberal ist, sagt: "Bitte führt endlich Vermögenssteuern ein! JETZT!"

Dänemark, Schweden, Norwegen, Kanada, Schweiz. Alles keine armen Länder. Das sind nur die Beispiele die mir direkt einfallen. Es wird uns als Gesellschaft nicht umbringen wenn wir Reiche zur Kassa bitten.

Was uns aber umbringen wird: Wenn wir es nicht tun. Weil der Staat aktuell von einer finanziell schwachen deutlichen Mehrheit gestemmt werden muss. Und mit dieser finanziell schwachen, größer werdenden, Mehrheit nicht unendlich viel zumuten kann bevor eine Schraube bricht.

Und diese Schraube wird brechen. Das hat nichts mit linker Dummheit zu tun sondern einfach damit, dass wir als Volk immer mehr arbeiten müssen um auch nur auf der Stelle zu stehen. Und dann helfen Aussagen von Merz das einfach alle faul wären nicht wirklich weiter.

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Harwi

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