Krokodilstränen über den Holocaust

Ich habe bewusst einen provozierenden Titel gewählt, sachlicher wäre natürlich "Die Instrumentalisierung des Holocaust" oder "Die Korrumpierung durch den Holocaust": Drehe einen Film über den Holocaust, und ein Oscar ist dir sicher. Bringe die zigtausendste Reportage über den Holocaust, und Schlagzeilen und Pressepreise sind dir sicher. Wirf eine politische Meinung, die dir nicht gefällt, zusammenhanglos in einen Topf mit dem Holocaust, und der Gegner ist besiegt.

Ehrliche Betroffenheit

Ich will gar nicht den Menschen ihre tiefe Betroffenheit über dieses in seinen Ausmaßen singuläre Ereignis in der deutschen Geschichte, ja der Weltgeschichte absprechen, auch wenn ich den Verdacht habe, die Betroffenheit ist eher aus Scham- und Schuldgefühlen geboren, denn aus schlichtem Entsetzen über die damaligen Ereignisse.

Diese Schamgefühle versuchen jetzt gewisse Gruppen zu kompensieren, indem sie anderen Schuld zuweisen. Ein perfider Ablasshandel, denn man bringt nicht selber Opfer, sondern erhebt sich selbst über andere, spricht ihnen die Menschlichkeit ab und hetzt geradezu hemmungslos gegen ihre Eigenarten, Meinungen und politischen Ziele. Im Kern also sogar ein rassistisches Verhalten. Wir sind die Guten und Klugen, die anderen sind die dummen Teufel, die auch die "Erbschuld" des Holocaust zu tragen haben.

Die Korrumpierung des Holocaust

Was ich hauptsächlich kritisiere, ist, wenn sich Menschen regelmäßig mit Beiträgen über den Holocaust profilieren, wichtig tun. Noch widerlicher ist, wenn der Holocaust politisch instrumentalisiert wird, um politische Gegner zu entmenschlichen. Da muss man außerdem 3 Dinge unterscheiden:

1. den Faschismus, der ein Bund ist, eine verschworene Gemeinschaft, die andere ausgrenzt und diffamiert. Faschistische Elemente findet man in jeder Ideologie und auch in den Religionen. Wenn Christen von Heiden sprachen, Muslime von Ungläubigen, Sozialisten von Klassenfeinden, Bürgerliche von Kommunisten oder schlicht Linken, was bis Ende des 20. Jahrhunderts ein Schimpfwort war, so wie heute "Rechter" medial (steter Tropfen höhlt das Gehirn) zu einem Schimpfwort aufgebaut wurde.

2. den Nationalsozialismus, der ein spezifisches System in der deutschen Geschichte war, das es in dieser Form nie wieder geben wird, da der Zeitgeist sich radikal gewandelt hat, und da viel zu viele Hemmnisse dagegen aufgebaut wurden. Käme Hitler heute noch einmal auf die Welt und in die Politik, so würde er als Antifaschist auftreten und faschistische Machtstrukturen unter neuem Label und neuen Zielen aufbauen.

3. den Holocaust, der in jeder Beziehung ein so unbeschreiblicher Irrsinn war, dass eine Wiederholung auf europäischem Boden nahezu ausgeschlossen ist. Ein tatsächlicher Holocaust droht von muslimischer Seite, von islamischen Staaten, die Israel nicht nur das Existenzrecht absprechen, mit Unterstützung linksextremistischer Kreise, sondern ihm schlicht und einfach den Tod wünschen. Auch da kämen dann etwa 6 Millionen Juden zusammen.

Lasst mich mit einem schlichten kurzen Satz schließen: Weniger Holocaust ist mehr.

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