Der neue Ebola‑Ausbruch in Zentralafrika ist kein Flüstern mehr, sondern ein Brüllen. Ein epidemiologischer Waldbrand, der sich durch Provinzen frisst, während die Welt noch damit beschäftigt ist, ihre Covid‑Erinnerungen zu therapieren. Experten sprechen vom größten Ausbruch der letzten Jahrzehnte – und diesmal ohne den Luxus eines Impfstoffs. Die Bundibugyo‑Variante ist ein alter Dämon, der zurückgekehrt ist, und sie schlägt mit einer Letalität von 40 bis 50 Prozent zu. Covid war dagegen ein laues Lüftchen, ein feuchter Händedruck, ein höfliches „Entschuldigung“ im Vergleich zu diesem Hammer.
Ich persönlich? Keine Angst. Nicht, weil ich unverwüstlich wäre, sondern weil ich während Covid gelernt habe, wie man sich schützt. Hygiene, Abstand, Masken – die Grundschule der Epidemiologie. Dinge, die funktionieren, wenn man sie nicht als Angriff auf die eigene Persönlichkeit interpretiert. Und genau da beginnt der spöttische Teil dieser Tragikomödie: Denn während die Mehrheit gelernt hat, dass Viren keine politischen Gegner sind, sondern biologische Realitäten, gibt es immer noch jene unerschütterlichen Helden der Selbstüberschätzung, die jede Vorsichtsmaßnahme als Versuch sehen, ihnen die Freiheit zu stehlen. Freiheit wofür? Für das stolze Nicht‑Händewaschen? Für das Prinzip, sich selbst anzuhusten?
Sollte Ebola nach Europa gelangen – was trotz geringerer Übertragbarkeit möglich ist, wie die Fälle 2014 in Madrid und London gezeigt haben – wird es wieder ein Schauspiel. Die Wissenschaft wird warnen, die Behörden werden handeln, und die Schwurbler werden wie gewohnt mit dem Brustton der Überzeugung verkünden, dass alles übertrieben sei. Man kann die Sätze schon hören: „Das ist doch nur eine Tropen‑Grippe“, „Die Medien wollen Panik“, „Ich lasse mir nicht vorschreiben, wann ich mir die Hände wasche.“ Es ist fast rührend, wie zuverlässig diese Reflexe sind. Ein Naturgesetz der Dummheit.
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Ebola ist kein Virus, das man mit Memes wegdiskutiert. Überlebende tragen oft schwere Langzeitfolgen, die Long Covid wie einen müden Kater wirken lassen. Aber Panik ist unnötig. Vorsicht reicht. Wer gelernt hat, mit Pandemien umzugehen, wird auch diese Herausforderung meistern. Und wer lieber gegen Seife rebelliert, wird eben wieder laut schreien, während die Realität leise und geduldig ihre Arbeit macht.
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