Ich versuche seit ca. anderthalb Jahren, ein Paket zurückzugeben, das einem Nachbarn von mir ausgehändigt worden war, und das an meinen Vormieter addressiert war.

Ich habe darüber schon einen Blog geschrieben:

https://www.fischundfleisch.com/dieter-knoflach/wie-skandaloes-ist-dpd-geoposte-90279

Ich hatte zahlreiche Telefonate in dieser Sache, und habe das Paket dann an die Addresse geschickt, die die Firmenmitarbeiterin mir bekanntgegeben hat.

Ich habe dieses Paket dann wieder zurückbekommen, mit Vermerken wie "unzureichende Addresse" bzw. "Nicht behoben/Nicht abgeholt".

Der reine Geldaufwand für das Schicken und Wieder-Zurücknehmen-müssen ist vielleicht 18 Euro, der Zeitaufwand für Wege und Telefonate kommt dazu.

Zudem ist das Paket jetzt beschädigt, bzw. halb geöffnet, nicht durch meine Schuld, sondern durch irgendwen unbekannten.

D.h. es kann ohne meine Schuld der Verdacht entstehen, ich hätte das Paket geöffnet und irgendwas entnommen.

Falls der eigentliche Empfänger dieses Pakets, mein Vormieter, einmal bei mir vorbeischauen sollte, um das Paket abzuholen, so kann mich das vielleicht in Probleme bringen, denn laut Aussagen von Nachbarn war der Vormieter ein heissläuferischer Kleinkrimineller (Versicherungsbetrug, Kreditbetrug).

Aber anscheinend egal: Hauptsache, der Paketdienst DPD hat Gewinn gemacht mit diesem Paket, das dann anscheinend so schnell wie möglich aus dem Computersystem und Datensystem ausgebucht wurde, damit keine Reklamationen und Rücksendungen von an die Falschen gesendeten Pakete möglich ist.

In diesem Zusammenhang stellt sich natürlich wieder einmal die Frage nach Mindestdatenspeicherfristen für Paketdienste, wie sie in anderen Sektoren bereits üblich sind (z.B. der Bankenbranche).

Für solche Verrücktheiten sollte man vielleicht neue Begriffe einführen, wie "Irrsinnkapitalismus", "Schildbürgerkapitalismus", oder so.

Die Ganze Sache hat eine Ähnlichkeit zum Diebstahl: man kann es auch so sehen, dass ich mir illegal etwas aneignete, was einem Anderen zusteht.

Falls irgendwer mich polizeilich anzeigt deswegen, kann es unter Umständen schwer für mich werden, zu beweisen, dass ich keine Bereicherungsabsicht hatte.

Was soll denn die Lehre aus so einer Geschichte sein ? Das man fehlgesendete Pakete einfach behält, und gar nicht mehr versucht, sie an den wirklichen Addressaten zurückzusenden?

DPD (der ursprünglich sendende Paketdienst) ist übrigens ein Teil eines französischen Konzerns, Geoposte, mit einem irreführenderweise deutschen Namen "Deutscher Paket-Dienst".

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