Mit Joe Cocker ist einer der besten weißen Blues-Sänger von dieser Welt gegangen. Einer der bewiesen hat, dass man nicht unbedingt immer den richtigen Ton treffen, nicht die große Stimme und das überpowerte Showtalent besitzen muss, weil eben Feeling und Authentizität für das Gesamtkuntswerk letztlich die größere Bedeutung haben. Diese Einschätzung trifft nicht nur auf Cocker zu. Sie ist beispielhaft für eine Generation der 70-Jährigen Blueslegenden (und darüber), zu denen Bob Dylan, John Mayall oder Eric Clapton zählen, denen Ursprünglichkeit und Reduktion auf das Wesentliche der Musik wichtiger sind als plumpe Showeffekte.

In dieses Bild passt auch eine nationale Größe der Bluesszene, die seit Jahrzehnten auf den eher kleineren Jazz- und Bluesbühnen des Landes zuhause ist, den Durchbruch auf internationaler Ebene also nie geschafft hat, und doch ein musikalisches Abbild der Mississippilegende Robert Johnson ist: Al Cook, als Alois Koch in Wien-Erdberg aufgewachsen. Jüngst in einem Wiener Vorstadtbeisl, vor vielleicht 50 Leuten, unplugged, ohne Band nur mit Akustikgitarre, zeigt Al Cook, dass auch ein Österreicher absolutes Blues-Feeling haben kann. Der feiert übrigens nächstes Jahr auch seinen Siebziger und spielt auch "Stille Nacht, Heilige Nacht" in einer aufregenden Bluesversion mit saftigem Bottle-Neck-Tremolo (zu sehen auch auf "You tube";).

https://www.youtube.com/watch?v=oYLAMFyY51o

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Bluesanne

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Silvia Jelincic

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fischundfleisch

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